Tagesausflug in die ägyptische Geschichte

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Wenn man Urlaub in Ägypten macht, sollte man auf jeden Fall die historischen Stätten der ägyptischen Geschichte besuchen. Da wirklich fast jeder Urlauber dies auch machen möchte, bleibt Massentourismus nicht aus, was nicht immer wirklich schön ist.

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Vom Roten Meer, von Soma Bay oder Hurghade ist ein Besuch von Luxor ein Tagesausflug, diese bietet Mamoud Elasaad von Hurghada Reisen zu günstigen Preisen und in guter Qualität an. Wir haben solch einen Tagesausflug nach Luxor mit ihm gemacht und getestet. In Ägypten kann man nicht einfach ein Auto mieten und auf eigene Faust los fahren, das geht mit einem Veranstalter, dieser Ausflug muss angemeldet und bestätigt werden. Es kommen immer wieder an jeder Stadt am Ein- und am Ausgang bewaffnete Checkpoints, wo dies kontrolliert wird.

Palm Royale

Gestartet sind wir mit unserem deutschsprachigen Reiseleiter Ehab, einem Kleinbus 5.45 Uhr im Hotel Palm Royale in Soma Bay und nach ca. 4 Stunden Fahrt mit einer kleinen Pause waren wir an unserem ersten Programmpunkt, die Tempelanlage von Karnak.

Karnak Tempelanlage

KarnakTempel

Eine gigantische Tempelanlage ist die größte Ägyptens und liegt in Karnak, etwa 2,5 Kilometer nördlich von Luxor am östlichen Nilufer. Die heute noch sichtbaren und ältesten Überreste der Bauwerke des Tempels stammen aus der 12. Dynastie. Die Tempelanlage wurde bis in die römische Kaiserzeit immer wieder erweitert und umgebaut. Die Gesamtfläche des Tempels umfasst ca. 30 Hektar.

Man geht die Reste der Allee entlang zum riesigen Pylone. In der Antike verband diese Allee, die mit 365 Sphingen gesäumt war, den Amun-Tempel mit dem ca. 2,5 km entfernten Luxor-Tempel. Die Tempelanlage weist zehn dieser gigantischen Pylone auf. Der größte ist ca. 113 Meter breit und ca. 15 Meter dick und ca. 45 Meter hoch. Mir stellt sich gleich die Frage, wie früher man solch ein Bauwerk, genau wie die Pyramiden erschaffen konnte. Und mir wird diese Frage gleich anschaulich beantwortet. Mit Hilfe von Nilschlamm wurden Rampen gebaut und diese nach Fertigstellung wieder abgetragen. Pylone sind ägyptische, monumentale und doppeltürmige Sakralbauten mit einem verbindenden Torüberbau, die den Eingang zu einem Tempel oder Grab bilden.

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Der größte Bereich der Tempelanlage ist der Bezirk des Amun, der den großen Tempel des Amun-Re, den Tempel des Chons, das Barkenheiligtum Ramses III., einen Tempel der Ipet und ein kleines Heiligtum des Ptah sowie den Tempel des Amenhotep II beherbergt. Der Tempel des Amun-Re ist der größte ägyptische Tempel, einer Ansammlung verschiedener aneinander gebauter Sakralbauten. Wobei das Zentrum des Tempels, vom heute vierten Pylon bis zum Ach-menu, als besonders heiliger Bereich unangetastet blieb. Links die Gebetshallen, durften nur vom König, seiner Gemahlin und den hohen Priestern betreten werden. Imposant sind die Wandreliefs überall, die zum Teil den König Amun-Re darstellen.

Das gigantischste des Tempels ist der große Säulensaal mit 134 Papyrossäulen, die einst auf einer Fläche von 103 Metern Länge und 53 Metern Breite standen. Im Mittelschiff der Halle waren die 12 Hauptsäulen waren bis zu 22,5 Meter hoch, je 6 rechts und links und dann 122 etwas kleinere. Faszinierend ist die Größe der Säulen, der Statuen und der Obelisk, man kommt sich so winzig vor und kann sich kaum vorstellen, dass dies von Menschen erschaffen wurde.

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Besonders erwähnenswert sind die zwei überdimensionalen Obelisken der Pharaonin Hatschepsut. Ein Obelisk stellt die zu Stein gewordenen Strahlen der Sonne dar, die aus einem Block von 323 Tonnen gefertigt wurden und somit als Verbindung zwischen der irdenen Welt und der Götterwelt galten. Mit ihren 30 Metern Höhe waren sie die höchsten Monolithe, deren vier Seiten mit Reliefs dekoriert wurden, die über die großen Taten und Ereignisse der Hatschepsut berichteten. Diese sind einfach Wahnsinn, absolut identisch wiederholen sie sich, wurden ohne Schablonen gefertigt, sind aber so genau Detailgetreu.

Unser Guide erklärt uns einige dieser Wandreliefs und erzählt uns über die Geschichte, so wie das Zeichen der Vereinigung von Ober- und Unterägyptens von 3200 vor Christus. In der Mitte der Nil, der Luftröhre, der in der Lunge, dem Leben, endet, die Lotuspflanze mit der Papyruspflanze verschlungen, die von Horos und Selth gehalten werden.

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Bei unserer 30-minütigen Freizeit, gingen wir allein auf Fotosafari und entdecken viele schöne Motive, wie den Heiligen See, mit einer Größe von 120 × 77 Metern, der südlich des zentralen Tempelgebäudes liegt und in dem sich die Priester gewaschen hatten.

Dort befindet sich auch ein riesengroßer Skarabäus auf einem Sockel, dieser bedeutet ja Glück in der Geschichte und so sagt man, wenn man sich etwas wünscht und 7x diesen umkreist geht es in Erfüllung, so sieht man die Besuchen diesen Skarabäus zu umkreisen, in der Hoffnung Glück zu haben.

Gigantische Memnonkolosse

Memnonkolosse

Das zweite kurze Stopp sind die Memnonkolosse, zwei gigantische nebeneinander stehende altägyptische Statuen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. im Niltal unweit des Tal der Könige. Die beiden Quarzit-Statuen stellen den König Amenophis III. auf einem Thron sitztend und den Händen auf den Knien dar. Die Gesamthöhe der Figuren sind 17,27 Meter und 18,36 Meter. Man kommt sich so klein vor, Kolosse ist genau der richtige Ausdruck dafür. Die Statuen waren schon immer ein beliebtes Ziel griechischer und römischer Reisender, es heißt, dass es Glück bringen sollte, wenn man den Klagelaut des Memnon hört.

Totentempel Hatschepsut

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Dann ging es weiter zum Hatschepsuttempel nördlich von Theben auf der Westseite des Nils gegenüber der Stadt Luxor. In dem umliegenden Felsen sieht man zahlreiche Felsengräber, darunter der wohl spektakulärste Königscachette, in der über 40 Mumien gefunden wurden.

Den Totentempel der Hatschepsut erreicht man mit einem Tuktuk oder läuft. Angekommen steigt man die Stufen hinauf, von weiten sieht es aus, als würden Ameisen den Tempel erklimmen. Der Tempel stammt aus der 18. Dynastie und ist der am besten erhaltene Tempel in Deir el-Bahari. In christlicher Zeit entstand auf dem Tempel der Hatschepsut das Kloster des Heiligen Phoibammon. Das Kloster wurde bis ins 11. Jahrhundert genutzt und von verschiedenen Bischöfen besucht. Im 19. Jahrhundert wurde die Klosterruine abgetragen und die darunterliegenden Tempelteile wurden frei gelegt.

Hatschepsuttempel 6

Oben angekommen erfahren wir alles über die Geschichte von Hatschepsut und so können wir diese Geschichte auf den Wandmalereien und Fresken verfolgen. Die Wandmalereien und die Figuren beeindrucken mich unheimlich, ich bin absolut fasziniert.

Zum Mittagessen überqueren wir in Luxor den Nil mit einer Art Wassertaxi, hier sieht man die Nilkreuzfahrtschiffe liegen und ich bekomme noch mehr Lust, eine solche Nilkreuzfahrt mal zu machen.

Tal der Könige

Unser letzer Programmpunkt ist das Tal der Könige und hier dann die echt schlechte Nachricht für uns, dass wir nicht fotografieren dürfen. Das Fotografieren und Filmen ist seit Dezember 2009 nicht mehr erlaubt, Kameras darf man in das Tal nicht mitnehmen. Das Tal der Könige war eine Totenstadt im Alten Ägypten, in der bis heute 64 Gräber und Gruben aufgefunden wurden. Das Tal befindet sich in westlichen Theben am Rand der Wüste und ist von hohen Bergen umgeben, somit wird es als natürliche Felspyramide bezeichnet. Wir haben drei der 64 Gräber besucht, einfach beeindruckend. So reich verziert habe ich mir diese nicht vorgestellt. Leider sind alle Gräber, bis auf das von Tutanchamun, das erst 1922 von Howard Carter entdeckt wurde, leer. Er ist der Einzige, der noch in seinem Grab Nr. 62 liegt, um dieses zu besichtigen, muss man ein Extraticket von 100 $ bezahlen.

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Unsere Fahrt nach Luxor und zurück, führte uns durch Dörfer, wo die Menschen vom Zuckerrohr leben und die Armut war schon etwas erschreckend, aber die Menschen sahen nicht unglücklich aus, die Kinder winkten uns zu. Eselskarren sind das Haupttransportmittel. Man denkt man eine Zeitreise einige hundert Jahre zurück gemacht zu haben. Die Häuser sehen allgemein immer unfertig aus, aber man baut für die Zukunft, sind die Kinder alt genug wird ein Stockwerk aufgestockt. Nach einem langen erlebnisreichen Tag waren wir gegen 20.00 Uhr wieder in unserem Hotel Palm Royale zurück.

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Ich kann solch einen Tagesausflug nur empfehlen, sie können ihn ganz bequem im Internet unter www.hurghade-reisen.net buchen und dann vor Ort in Euro bezahlen, je mehr Personen Sie sind, um so preiswerter wird der Ausflug pro Person. Das Tal der Könige ist einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen in Ägypten.

Fotos Gabriele Wilms

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Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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