Die jüdische Festung Masada – Symbol der Freiheit

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Auf unserer Israel-Rundreise war ein Besuch vom Masada, die eine historische jüdische Festung war, auf dem Programm. Masada, ist heute eine Ruine, auf dem frei stehenden 434m hohen Felsen über der Wüste, in der Nähe des Westufers des Toten Meeres und nur 50 Kilometer südöstlich von Jerusalem. Obwohl sie bereits als jüdische Festung gebaut wurde, ließ König Herodes der Große von Judäa das ursprüngliche Bauwerk noch zusätzlich befestigen und während seiner Regentschaft in den Jahren den Komplex um zwei Paläste erweitern.

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Die Festung Masada, (hebräisch mezada: Festung) wurde zum zweit beliebteste Touristenort in Israel. Der nördliche Rand des Felsens trug eine luxuriöse Palastanlage, die König Herodes gleichzeitig als Fluchtburg diente, mit zwei luxuriösen Palästen, Badehäusern, Vorratskammern und eindrucksvollen Zisternen. Die Überreste der Wandbemalung zeigen sehr deutlich, wie schön die Räume ausgesehen haben. Die Wasserversorgung, die Herodes hier anlegen ließ, war besonders beeindruckend. Die mit Kalk verputzten 12 Wasserzisternen konnten 4000 m³ fassen, damit war Masada auf Jahre mit Wasser versorgt. Nach seinem Tode wurde die Stätte zur römischen Garnison. Gleich zu Beginn des jüdischen Aufstandes gegen die römische Herrschaft 66 n. Chr. eroberten jüdische Zeloten Masada.

Ca.15000 Römer der 10. römischen Legion belagerten Masada. Als sie nach drei Jahren der Belagerung schließlich doch zu fallen drohte, hatten die 967 jüdische Frauen, Männer und Kinder, die so genannten Zeloten (jüdische Aufstandsbewegung)  den Freitod gesucht, da sie lieber “tot, als Sklaven der Römer” sein wollten. Dieses letzte Bollwerk des jüdischen Aufstandes fiel gegen die Römer. Nur zwei Frauen und fünf Kinder hatten den Kampf überlebt. Der Masada-Mythos bleibt ein Symbol Israels. Nie wieder soll – im übertragenen Sinne – Masada fallen.

Masada 4 Fußweg zur Festung

Die Felsenfestung war uneinnehmbar, denn nur der sogenannte Schlangenpfad, ein 600m langer, sich wie eine Schlange windender Serpentinenpfad, führte zum Felsplateau hinauf. Der Weg war so schmal, dass einige wenige Verteidiger den Zugang blockieren konnten.

Rampe zur Festung

Und tatsächlich gelang es erst dem Römischen Feldherrn Flavius Silva mit Hilfe eines Walls, die Festung zu stürmen. Jener Wall und die Reste von Masada zeugen noch heute von der bewegten Vergangenheit des Ortes. Die Römer kamen nicht voran und entschlossen sich daher zum Bau einer gigantischen Erdrampe. Tausende jüdische Gefangene wurden zu diesem Bau gezwungen. Noch heute kann man bei dem 60 m hohen und 185 m langen Steindamm deutlich die Holzkonstruktionen sehen, zum Unterbau der Rampe.

Blickt man über die Wehrmauer des ausgegrabenen Palastes, kann man noch ganz klar die Umfassungsmauern von acht Römerlagern rund um den Felsen erkennen und mit etwas Fantasie fühlt man sich beinahe 2000 Jahren zurück versetzt. Doch am besten ist es bevor man das Plateau betritt, sich den Film von Masada anzuschauen, der richtig gut die Ereignisse um die Festung darstellt.

Masada 12

Von 1963 bis 1965 wurde die Ruinenstätte von dem israelischen Archäologen Yigael Yadin ausgegraben. 1998 begannen britische und israelische Archäologen mit der Restaurierung des einstigen Palastes von König Herodes. Masada bietet fantastische Ausblicke auf das Tote Meer und die judäische Wüste. Der „Fels der Helden“ ist heute eine nationale Gedenkstätte und noch immer ein Symbol der Freiheit und des Widerstandes des jüdischen Volkes. Es ist leider nicht viel von der bekannten und geschichtlich, wichtigen Bergfestung übrig geblieben, nur einzelne Ruinen und einige Räume sind noch zu besichtigen.

Auf der Ostseite kann man mit einer großen Seilbahn in wenigen Minuten den Höhenunterschied leicht überwinden oder durch Hinaufwandern auf dem steilen Serpentinenweg die Festung erreichen. Im Jahr 2001 wurde Masada in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Masadabahn ist die tiefstgelegene Luftseilbahn der Welt und wahrscheinlich die einzige, die vollständig unterhalb des Meeresspiegels verläuft, denn die Bergstation auf dem Gipfel liegt 10 Meter unter dem Meeresspiegel. Die von der Firma Karl Brändle 1971 gebaute Masadabahn überwindet eine Höhendifferenz von 265 Metern auf einer Länge von 800 Metern, auf dieser Strecke ist nur eine einzige Stütze installiert.

Besonders gut nachgebaute Modelle der Festung stellen die wahre Größe und Schönheit der Festung und ihrer Anlagen dar.

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In der Zeit von April bis Oktober, findet jeden Dienstag und Donnerstag (außer an einem Feiertags-Vorabend) die Masada Sound und Light Show statt. Diese Show erzählt die dramatische Geschichte der Masada, zusammen mit Lichteffekten. Die Ruinen der Festung werden dabei in Szene gesetzt und da man sich bei vollkommener Dunkelheit am Fuß der Bergfestung auf einer Tribüne befindet, kommt man sich selber vor wie ein Römer aus der damaligen Zeit. Besonders schön sind die speziellen pyrotechnischen Effekten. Die Zuschauer sitzen in einem natürlichen Amphitheater auf der Westseite des Berges, das Sie nur über Arad erreichen, die ca. 20 km entfernt ist. Die Laufzeit der Show ist ungefähr 40 Minuten.

Blick von Festung

Wer das Tote Meer besucht, sollte auf jedem Fall die ehemalige Bergfestung Masada besuchen und das nicht nur aus geschichtlicher Sicht. Sie ist sehr gut mit dem Linienbus aus Jerusalem und Ein Bokek zu erreichen. In der Nähe der Bushaltestelle befindet sich die Talstation der Kabinenseilbahn zur Festung. Masada ist heute eine nationale Gedenkstätte und gilt als Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit des jüdischen Volkes und deshalb auch für jüdische Bewohner an Festtagen ein besonderes Ausflugsziel für die ganze Famile.

Überall auf der Festung sitzen die Felsenvögel, lassen sich fast anfassen, sie sind so schön und so etwas von neugierig.

Masada 2

Masada befindet sich nur 18 km nördlich vom Hotel-Gebiet in Ein Bokek. Am Fuß des Berges finden Sie ein Besucherzentrum mit Einkaufsmöglichkeiten und Restaurant für Speisen, Getränke und ein Geschenkartikelladen. Ein Museum ist im Eingangsbereich ebenfalls zu besuchen. Es ist sieben Tage die Woche geöffnet, erste Seilbahn fährt um 8:00 Uhr und von Oktober bis März wird 16:00 Uhr, von April bis September um 17:00 Uhr geschlossen. Leihgeräte zum Mithören einer Simultanübersetzung in Englisch, Deutsch, Russisch, Französisch und Spanisch sind vor Ort erhältlich. Besondere Vorführungen für Gruppen können auf Anfrage zu anderen Zeiten und Tagen eingeplant werden – einschließlich einer „Late night“ Vorführung, die in einem spektakulären, über der Bergspitze von Masada sichtbaren Sonnenaufgang gipfelt.

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Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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