Hörnlebahn wird 60 Jahre alt

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Ein Liftikuss mit Kultcharakter, am 30. August feiern die Ammergauer Alpen den Geburtstag der nostalgischen Sesselbahn an Bad Kohlgrubs Hausberg Hörnle die 60 Jahre alt wird.

60 Jahre Hoernlebahn, Foto Schlichting

60 Jahre Hoernlebahn, Foto Schlichting

60 Jahre und kein bisschen müde. Während andere Altersgenossen über ein erstes Lifting nachdenken, strahlt die Hörnle-Sesselbahn wie am ersten Tag bis über alle Tragmasten. Die „Schwebebahn mit Schwenkdoppelsitzen“ – übrigens eine der ersten ihrer Art in ganz Deutschland – feierte 1954 ihre „Jungfernfahrt“ auf den beliebten Hausberg Bad Kohlgrubs.

Bis heute lassen sich Kurgäste und Outdoorfans auf den dunkelblauen Holzsitzen in 1390 Meter Höhe chauffieren und genießen dabei das nostalgische Flair und die Aussicht über die Ammergauer Alpen. Am 30. August veranstaltet die Gemeinde zu Ehren der Sesselbahn mit Kultcharakter ein großes Fest. Nach dem offiziellen Empfang der Ehrengäste kann die Party beginnen: Für die Bewirtung sorgt die Hörnlehütte, Kinder toben sich in der Hüpfburg oder am Kletterturm aus, während nachmittags eine Blaskapelle und die Band „Gallow´s Birds“ spielen. Abends treten „The Milestones“ mit rockigen Hits im Tal auf und wer zwischendurch gen Himmel blickt, sieht eine mächtige „60“ in Flammen stehen. Am Jubiläumstag kostet der Eintritt zu den Konzerten fünf Euro, mit Berg- und Talfahrt 14 Euro. Eine Übernachtung in einer Frühstückspension in Bad Kohlgrub kann über den Tourismusverband ab 29 Euro gebucht werden.

„Unsere Hörnlebahn ist einfach urig und natürlich etwas Besonderes“, sagt Martin Niklas, Vorsitzender des Liftausschusses. „Wer mit der Bahn nach oben schwebt, muss bei der Ankunft am Berg nicht schnellen Schrittes den Lift verlassen, sondern bleibt einfach auf den gelben Markierungen stehen, während die Sitze nach außen wegklappen, und geht dann gemütlich in Richtung Ausgang.“ Die schon damals richtungsweisende Idee rund um ein findiges Ingenieur-Team ist noch heute für Gehbehinderte und ältere Menschen komfortabel. Einst war es eine Sensation. Nur Sarajevo, Squaw Valley in Kalifornien und Pfronten konnten ein ähnliches System vorweisen. Mit 349.000 DM waren die Kosten zu damaligen Zeiten enorm. Im Vergleich dazu: Ein Einfamilienhaus konnte man 1954 für 24.000 DM erwerben. „Wir sind stolz auf unsere mutigen Pioniere. Denn die Ferienregion Ammergauer Alpen profitiert bis heute davon und ohne die Hörnlebahn würde uns definitiv etwas fehlen“, erklärt Christian Loth, Geschäftsführer der Ammergauer Alpen GmbH.

Ammergauer Alpen

Christian Loth war auch maßgeblich an der jüngsten Entwicklung auf Bad Kohlgrubs Hausberg beteiligt. Im vergangenen Jahr wurde ein bis dato namenloser Gipfel am Hörnle „Zeitberg“ getauft und lädt seitdem mit Ruheinseln, Entspannungsstationen und Handyschließfächern zu erholsamen Stunden am Berg ein. „Entschleunigen“ ist das Zauberwort und das beginnt bereits bei der Auffahrt mit der Kultbahn. Denn für die zwei Kilometer und die 500 Höhenmeter von der Talstation bis hinauf auf den Berg braucht sie, wie vor 60 Jahren auch schon, 18 Minuten. Zeit genug also, um sich zu entspannen, durchzuatmen und vermeintlichen Sorgen eine Auszeit zu gönnen.

Quelle und Fotos: Ammergauer Alpen GmbH

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Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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