Schneeschuhwanderung im Nationalpark Hohe Tauern „Wildnis des Winters“

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In der Wintersaison finden im Rahmen des Programmes „Magische Momente“ zweimal wöchentlich geführte Schneeschuhtouren mit Wildbeobachtung in das „Tal der Steinböcke“ statt. Ein ganz anderes Wintervergnügen, dass Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Schneeschuhwanderung im Fleißtal 3

Geführte Bergtouren mit Steinbock-Garantie – wer eine Safari zu den Big Five unternehmen will, muss dafür nicht nach Afrika reisen. Auch die Alpen haben ihre Big Five: Steinadler, Steinbock, Gämse, Bartgeier und Schneehuhn lassen sich im Nationalpark Hohe Tauern nicht nur im Sommer beobachten, wenn sie über Berghänge klettern oder über saftigen Wiesen kreisen. Auch im Winter ist eine Entdeckung der Big Five ein spannendes Unterfangen.

Wir haben bei unserem Besuch auf Einladung des Nationalparks Hohe Tauern an solch einer individuellen Schneeschuhwanderung mit dem jungen Ranger Gerald Lesacher teilgenommen und möchten Euch jetzt darüber ausführlich berichten. Treffpunkt ist normalerweise die Nationalpark Infostelle in Heiligenblut. Hier werden als Erstes jedem Teilnehmer die Schneeschuhe und Stöcke angepasst und Ihr werdet mit Ferngläsern versorgt. Wir haben Gerald an der Bergstation der Seilbahn in Heiligenblut getroffen. Wichtig zu wissen ist, dass man zur Teilnahme eine Bergbahn-Fahrkarte zur Fleißalm benötigt.

Wir fahren mit der Seilbahn von der Talstation Heiligenblut und dann mit der Tunnelbahn zur Fleißalm rauf auf 1800 m. Oben angekommen, geht es quer über die Skipiste, neben Sepp`s Fleißkuchl werden unsere Schneeschuhe angepasst und angeschnallt. Nun geht`s ins große Fleißtal hinein. Im Entenmarsch, immer einer nach dem Anderen in einem gut gangbaren Tempo marschieren wir Gerald hinterher, nicht zu schnell. Das Laufen mit den Schneeschuhen ist am Anfang etwas ungewohnt, fällt aber nach kurzer Zeit recht leicht, man merkt sie gar nicht mehr und es macht richtig Spaß.

Zwischendurch machten wir immer wieder Stopps und Gerald erklärt uns sehr schön Einiges zur Natur und dem Verhalten der Tiere. So wurde uns zum Beispiel erklärt, dass eine Kiefer zum Überwintern ihre Nadeln mit einer Wachsschicht überzieht und die Lerchen ihre Nadeln einfach abwerfen. Oder es wurde uns gezeigt, wie man sich an Hand der Bäume orientieren kann, die nach Norden gerichtete Seite des Stammes ist rotbraun und die nach Süden mit Moosen und Flechten bewachsen. Er lässt und in eine kleine Berghütte für das Heu schauen.

Weiter tiefer im „Tal der Steinböcke“, am Ziel unserer Wanderung sahen wir auf unserer Hangkuppe oberhalb der Baumgrenze ein Rudel Rehe und gegenüber wieder sehr viele Gams und auch die versprochenen Steinböcke, sehr eindrucksvolle Tiere. Da waren die Gams und die Steinböcke friedlich nebeneinander am Futter suchen und es war in keinster Weise zu bemerken, wie immer behauptet, dass sie sich den Lebensraum streitig machten. Durch das Ranger-Fernglas auf dem Stativ haben wir die verschiedenen Tiere ausgezeichnet beobachten können, so schön nah, einfach beeindruckend.

Uns wurde erzählt, dass es immer wieder Wintersportler gibt, die die vorgeschriebenen Skipisten verlassen und dadurch die Tiere aufschrecken. Diese müssen enorm viel Energie aufwenden, um zu fliehen, was gerade zur Zeit des langen strengen Winters sehr schlimm für die Tiere ist. Durch solche Manöver kommt es bei vielen der Tiere auch immer wieder zu Abstürzen. Und noch im Erzählen erleben wir, wie ein Snowboardfahrer die Piste verlässt und zwischen die von uns beobachteten Tiere fährt. Die Gams und die Steinböcke fliehen nach rechts und links und sind total aufgeregt, es dauert sehr lange bis sie sich wieder beruhigt haben.

Um das Schneeschuhwandern so richtig zu testen und auch einmal probieren was man damit alles machen kann, geht Gerald mit uns steil den Berg hinauf und wieder herunter. Das war schon eine Herausforderung. Es kommt einfach auf die richtige Technik an. Beim Raufgehen die Spitzen in den Schnee bohren und beim Abstieg die Hacken zuerst, es funktioniert fantastisch. Und so kann man einfach problemlos durch hohen Schnee stampfen und Höhen und Tiefen überwinden.

Nun geht es wieder im „Entenmarsch“ zur Station der Tunnelbahn zurück. Am Ende der Wanderung machten wir noch einmal Halt, denn Gerald hat mit dem bloßen Auge einen Gamsbock beim Grasen auf dem Hang gegenüber entdeckt. Sehr eindrucksvoll konnte wir nun das Tier durch das auf dem Stativ aufgebaute Fernglas mit einer 600-fachen Vergrößerung beobachten, fast zum greifen nah. Aber ohne Fernglas haben wir nichts erkannt. Diese Wanderung können wir nur jeden Besucher im Winter in Heiligenblut empfehlen, das bleibt in guter Erinnerung.

Schneeschuhwanderung im Fleisstal 33

Ein wirklich „magischer Moment“, einer von Vielen, welchen die Urlaubsregion Nationalpark Hohe Tauern, der Region im südlichstem Bundesland Kärnten in Österreich rings um den Großglockner/Heiligenblut, Mölltaler Gletscher/Flattach und Ankogel/Mallnitz erlebbar macht. Diese drei höchsten Kärntner Wintersportgebiete bieten diese „Magischen Momente“ der Nationalpark-Landschaften mit speziellen SkiPlus-Paketen.

Fotos Gabriele Wilms und M. Cremer

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About Author

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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