Wohnen wie im Museum – Renaissance der De Medici

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Die Kunstsammlung im Derag Livinghotel De Medici Düsseldorf nimmt Sie mit auf eine Zeitreise, eine Hommage an die großen Kunstschätze Europas und macht die Kunstschätze für die Gäste aus aller Welt erlebbar. Das als Stadthaus bekannte Ensemble ist nunmehr das Derag Livinghotel „De Medici“. Es war einst Kloster, dann königlicher und städtischer Regierungs- und Verwaltungssitz und nun ein Palasthotel, ein Museum, eine Adresse mit Attraktion, die man gesehen haben sollte.

Mit seiner klassizistischen von Schinkel entworfenen Fassade ist das neobarocke Gebäude ein Haus mit bewegter Geschichte. Im Frühjahr 2015 wurde es mit einem feierlichen Grand Opening eröffnet. Es grenzt unmittelbar an die barocke Andreaskirche, der Grablege von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz. Der im Volksmund schlicht Jan Wellem genannte Wittelsbacher war mit Anna Maria de Medici verheiratet. Sie waren Düsseldorfs erstes Glamourpaar. Liebten große Partys, Kunst und die Musik. Unter der Herrschaft von Kurfürst Jan Wellem (1658-1716) und seiner schönen Gemahlin aus Florenz stieg Düsseldorf zur europäischen Kulturmetropole auf. Prachtliebender Barockfürst, volkstümlicher Landesvater, Kunstsammler und Musikliebhaber. Wie kaum ein anderer hat Jan Wellem seiner Residenzstadt den Stempel aufgedrückt, hier ein Opernhaus bauen lassen und auf Betreiben seiner kunstsinnigen Gemahlin eine Gemäldegalerie geschaffen. Die Ehe mit der letzten Repräsentantin der berühmten Medici-Kaufmann-Familie blieb kinderlos, galt aber als sehr glücklich. Als ein Zeichen großer Liebe nahm Anna Maria Luisa de Medici sogar die Kurfürsten-Krone ihres geliebten Gatten mit ins Grab. Erst vor zwei Jahren wurde der sensationelle Fund gemacht und die Restauratoren staunten nicht schlecht, als sie den sogenannten „Kurhut“, neben den Gebeinen der Kurfürstin entdeckten. Inzwischen hat die Replik der Krone eine neue Heimat gefunden – im neuen, in Anspielung auf die florentinische Regentin benannten Hotel „De Medici“.

Das Hotel selbst wird hier zu einem Kulturort, aber nicht nur wegen des Kurhutes. Ein Ort für Kunstliebhaber, Sammler und Stilisten. Nicht nur der Name des Gebäudes ist historisch verankert, vielmehr zieht sich die lokale Geschichte und insbesondere die kulturhistorische der Renaissancezeit als Leitfaden durch das denkmalgeschützte und sensibel renovierte Hotel zwischen Mühlen- und Andreasstraße. Das Derag Livinghotel „De Medici“ ist ein Ort, an dem man Geschichte atmet.

Das gilt sowohl für die einmalige Lage des Ensembles wie für seine unterschiedlichen Eigner und Bewohner bis hin zum Design. Außen dominiert die klassizistische Fassade. Der Charme der Inneneinrichtung ist geprägt von originalen Kunstgegenständen aus der Privatsammlung der Inhaberfamilie Schlereth. Die alte Architektur des Stadthauses ist wieder erlebbar und im Mix mit modernem Design gekonnt in Szene gesetzt. Rundbogengewölbe faszinieren bereits Eingangsportal, das stilistisch an ein italienisches Herrenhaus erinnert. Kunstwerke sind in den freigelegten Nischen und Simsen im preußischen Gebäudetrakt zu sehen, Tapisserien schmücken die großzügigen Räume im Erdgeschoss, im Fürstenzimmer sind die Schnitzereien rund um die Wappen der Medici von dicken Übermalungen befreit. Die vielgliedrige Kassettendecke aus Stuck ist im Renaissancestil gestaltet und nimmt dreidimensional das Motiv des Medici-Wappens auf. Eine der aufwendigsten Gestaltungen sind die eigens für die Säulen an den Fluren gefertigten 300 Puttenköpfe.


Kurfürstensuite im Derag Livinghotel De Medici Düsseldorf

Die Brücke zum zeitgenössischen Design schlagen klassisch-dezente Farben und eine hochmoderne Ausstattung im gesamten Ensemble. Pharaonen, Gobelins, Altäre, Skulpturen – und Blattgold. Im Foyer, an der Rezeption, über dem Kamin, in den Korridoren, im Lichthof oder im „Musengang“ – originale Kunstgegenstände, die bis ins 15. Jahrhundert zurückdatieren, Möbelstücke, Pharaonen, Heiligenfiguren, Gobelins, Altäre und Skulpturen aus der privaten, mit großem Raffinement kuratierten Sammlung von Dr. Max Michael Schlereth, Gründer der Derag Livinghotels, schaffen ein außergewöhnliches Ambiente.

Neben den Gemälderepliken der Medici-Päpste Leo X. und Clemens VII, der großen Medici-Vase aus Carrara-Marmor, die ein Begegnungsszene zwischen Helena und Paris thematisiert, den Nachbildungen attischer Reliefs aus dem 4. Jahrhundert vor Christus akzentuiert in besonderem Maße der gotisch gehaltene Kreuzgewölbegang im Erdgeschoss mit seinen herausragenden Exponaten den musealen Charakter des Hauses. Wer hier das Hotel betritt, begibt sich in ein besonderes Bezugsfeld, dessen Ebenen sich schrittweise entdecken lassen, aber den aktiven Betrachter fordern. Rechter Hand des Eingangs befindet sich eine aus dem 15. Jahrhundert stammende, zu einer Triumphkreuzigungsgruppe gehörige Darstellung von Johannes dem Täufer. Folgt man dessen Blick, richtet sich die Aufmerksamkeit auf ein historisches Taufbecken aus Basalt. Erst wenn man den Blick wieder zurück auf Johannes den Täufer richtet, wird der zunächst leicht zu übersehende Zusammenhang deutlich.

Die Marienfigur, die sich links neben dem Eingang befindet und ebenfalls aus einer Triumphkreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert stammt, steht in Beziehung zu dem Triptychon, das sich schräg rechts gegenüber befindet. Es handelt sich um ein Flügelretabel mit Gnadenstuhl und acht Heiligen aus der Zeit um 1600, dessen Holzelemente beidseitig bemalt sind. Auf der Innenseite des linken Flügels sind zwei Darstellungen des Heiligen Sebastian aufgemalt. Die obere Malerei zeigt den pfeildurchbohrten Heiligen erkennbar als Märtyrer. Triumphkreuzungsgruppen mit der Darstellung von Heiligen, der Marienfigur und Johannes dem Täufer eröffnen unzählige Assoziationsmöglichkeiten – sie bleiben als feinsinnige Zitate der florentinischen Renaissance im Gedächtnis – ebenso wie das Blattgold der Decke in der Lobby. Und als Glanzlicht der feinen Weltkunst der de Medicis am Rhein erstrahlt in neuem Glanz die lange verschollen geglaubte Krone des Kurfürsten, die seine Gattin Anna Luisa de Medici, mit ins Grab genommen hatte.

Info und Fotos Derag Livinghotel De Medici Düsseldorf

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Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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