Beim Autorennen vom 17.-19. Juni 2016 in Baku

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In diesen Tagen wartet die Sport- und besonders die Autorenn-Fangemeinde gespannt auf Nachrichten vom nächsten Formel-1-Rennen. Das wird vom 17.-19. Juni in der Hauptstadt Aserbaidschans, Baku, stattfinden. Viele Menschen fragen sich, was das für ein Land ist, in dem das renommierteste Autorennen der Welt stattfinden wird, und was für eine Hauptstadt, durch die das Rennen führen soll. Natürlich auch, ob es dort überhaupt die Voraussetzungen gibt, ein funktionierendes Rennen durchzuführen.

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Autorennen also in Baku? Auf den ersten Blick scheint das ungewöhnlich, dass in einem so wenig bekannten Land wie Aserbaidschan und einer auch nicht besonders bekannten Hauptstadt Baku ein internationales Motorsportereignis durchgeführt wird – und dann auch noch ein Stadtkurs.

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Auch ein neues Symbol für Baku: das 2013 aufgestellte Riesenrad

Allerdings versucht dieser ehemalige Bestandteil der Sowjetunion, flächenmäßig ungefähr so groß wie Österreich – bei allerdings nur 9,4 Mio. Einwohnern –, schon seit einiger Zeit, sich mit sportlichen Großereignissen aller Art weltbekannt zu machen.

Bereits zweimal, für 2016 und 2010, bewarb sich Baku um die Olympischen Spiele, um dann beide Male schon in der Vorrunde auszuscheiden. Fußballfreunde werden sich unter anderem an die letzte WM-Qualifikation 2008 erinnern, als Aserbaidschan, damals trainiert vom „Bundesberti“ Vogts, gegen Deutschland antreten musste. Die Zahl der großzügig geförderten Sportevents hat seitdem sehr zugenommen. Im Juni 2015 organisierte man hier die Europaspiele 2015. Zuletzt fand im Mai 2016 die Tour d’Azerbaidjan der Radrennfahrer statt. (Sieger der letzten Etappe in Baku war übrigens der Deutsche Michael Schwarzmann.)

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Blick auf den Hafen, das neue Riesenrad und die Symbole des modernen Baku, auf die man mächtig stolz ist: die „Flammentürme“

Vorläufer des diesjährigen F1-Rennens war ein sportliches Großereignis im Jahr 2013, der historisch erste Kontakt des Landes mit der Welt des internationalen Autorennsports. Die enormen finanziellen Ressourcen des Landes, die sich aus den Möglichkeiten der Erdöl- und Gasförderung ergeben, erlaubten es, das Finale zur FIA GT Series die Baku World Challenge – am 23 und 24. November durchzuführen. Als Hauptsponsor trat die aserbaidschanische Bau- und Baumaschinenfirma Aztexnika auf, ein Staatsbetrieb. Die Strecke führte auf einem Stadtkurs insgesamt 4,380 Kilometer durch die Zweimillionenhauptstadt Baku entlang der Küste des Kaspischen Meeres und auch durch die engen Straßen der Innenstadt – vorbei an der UNESCO-geschützten Altstadt. Es gab zwei Rennen, einmal ein Historic Racing Formula 1 mit Rennwagen der Periode 1966 bis 1985, und schließlich das Hauptrennen.

Hauptrennen, auf dem Stadtkurs

Eigentlich eine reizvolle Strecke, für deren landschaftliche und kulturelle Schönheiten die Piloten allerdings wenig Augen gehabt haben dürften, schließlich waren noch 34 Weltmeisterschaftspunkte zu vergeben und ein hohes Preisgeld zu bekommen – 100.000 Euro für den Gesamtsieg im Hauptrennen. Weil bis dato niemand den Kurs in Baku kannte, war das allerdings auch eine enorme Herausforderung für die Profis.

30 GTI-Fahrzeuge von acht verschiedenen Herstellern waren am Start, die nach einem komplizierten Schlüssel ausgewählt worden waren.

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Was sein muss, muss sein: Werbung für einen großen Fahrzeughersteller…

Sehr interessant schon der Transport an den Ort des Geschehens, der eine enorme logistische Herausforderung darstellte. Über 750 Teilnehmer der Teams mussten nach Baku gebracht werden. Für jedes Auto waren 28 m Platz and 3500 kg Gewicht in den Boeings 747 vorgesehen, die alles von Europa nach Baku flogen – was, wie man sich vorstellen kann, den Staat enorm viel gekostet hat. Einmal war übrigens das gesamte Rennen schon, von Mitte Oktober, verschoben worden, da der Streckenbelag in der City nicht optimal gewesen sein soll.

Gewinner in einem turbulenten Rennen – und damit Gesamtsieger der Saison – wurde 2015 das Fahrerduo Stephane Ortelle (Monaco) und Laurens Vanthoor (Belgien) vom Belgian Audi WRT Club Team.

2016 nun gibt es mit dem Formel-1-Rennen eine Steigerung, die, das ist sicher, Baku, die bevölkerungsreichste (2 Mio. Einwohner) und flächengrößte Stadt des gesamten Kaukasus, wieder etwas bekannter machen wird. Das lässt man sich in Aserbeidschan eine Menge kosten, nicht zuletzt auch, weil man damit Land und Hauptstadt attraktiv für den Tourismus machen will und langfristig die starke Abhängigkeit von der Energieförderung (Öl, Gas) reduzieren will.

Boxenlager, Historic Racing

In einer Hinsicht dürfte das Rennen 2016 mit seinem Drumherum sicher etwas anders verlaufen als das Rennen 2013. Denn damals war es ohne Probleme für VIPs oder Presseleute möglich, sich absolut ungehindert im Fahrerlager zu bewegen, mit den Fahrern sprechen, die Fahrzeuge zu begutachten und direkt den Start der Fahrzeuge zu verfolgen, sozusagen “hautnah” – eine einzigartige und spannende Erfahrung.

Vorbereitungen zum Hauptrennen

Man sieht, der aserbaidschanische Staat arbeitet sehr intensive daran, der Stadt Baku ein neues Image zu geben. Gerne spricht man dort vom zweiten Monaco oder vom “Monaco des Ostens” – wegen des interessanten Rennkurses, dem “Baku city circuit”. Ein deutscher Fachmann hat den 6,006 km. langen Formel 1-Kurs mit acht Rechts- und 12 Linkskurven entworfen, der die Erfahrungen aus dem Jahr 2013 nutzt.

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Das Rennen auf dem City Circuit 2013, nah am Wasser und eng durch die Altstadt

Text und Bilder Manuel Stephan

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