Radeln durch Bangkok – Abenteuer pur

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Klingt das nicht etwas exotisch – mit dem Fahrrad durch Bangkok – ja das ist es auch. Ein absoluter Geheimtipp und die coolste Aktion, die man in Bangkok unternehmen kann. Auf meiner Tour mit Mövenpick Hotels und Resorts hatte ich die Gelegenheit genau dies zu testen, ein richtiges Erlebnis, ja ein Abenteuer.

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Plan unserer Fahrradtour

Gestartet sind wir mit einem Shuttle von unserem Hotel, dem Mövenpick Hotel Sukhumvit 15 Bangkok zu dem Holländer Co van Kessel in der Soi 44 Bang Rak in Bangkok. Wie sollte es auch anders sein, ein Holländer macht dieses Abenteuer möglich. Er vermietet Fahrräder und bietet entsprechende Touren an. Er betreibt ein Fahrradverleih mitten in Bangkok und ist bei Touristen sehr beliebt. Also wurde unsere Gruppe mit passenden Fahrrädern ausgestattet, er passte jedes auf unsere Größen an. Dabei ist es am besten, bereits einen Tag im Voraus zu buchen und die Körpergröße mit anzugeben, so kann er die Räder schon vorbereiten. Wir hatten schon im Vorfeld unsere Körpergröße angegeben, so waren unsere Räder schon vorbereiten. Es empfiehlt sich einen Guide mit zu buchen.

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Mit Rädern ausgestattet starteten wir mit unserem Guide Somchai Mongkonkamonrat – kurz Mr. Tee unsere Tour. Diese vierstündige und 16 km lange Fahrradtour führte uns durch schmale Gassen, vorbei am chinesischen und arabischen Viertel, an alten Tempeln und Kanälen, auf dem Weg zu Bangkoks Herz und Seele. Wir erlebten eine ganz andere, stillere Seite der Stadt, weit entfernt von den stark befahrenen Straßen, Verkehrsstaus, Hochhäusern und Einkaufszentren. Dabei fuhren wir auf Seitenstraßen, Gassen und benutzen die Fähre.

Gleich unser erster Fotostopp war ein Tempel unweit des Gebäudes in deren goldener Kuppel „Hangover 2“ gedreht wurde. Es ist einer von unzähligen Tempeln in Bangkok. Wir fuhren durch Plantagen über schmale Wege zur Memorial Bridge bis hin zum Blumen- und Gemüsemarkt.

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Radeln durch Bangkok geht wirklich, es gibt sogar Radwege, dabei ist ein Fahrrad auf den Straßenrand oder Weg gezeichnet. Wir sind einen großen Teil durch das alte Bangkok geradelt, na ja durch das Labyrinth von Straßen und unvorstellbar enge, verwinkelte Gassen hatten wir uns sehr langsam durch jongliert, nicht wirklich geradelt, kamen aber trotzdem recht gut voran. Wir fuhren fast durch die Häuser der Einwohner und bekamen einen Einblick in die Lebensweise am Chao Phraya-Fluss.

Besonders in Chinatown waren die Wege extrem verwinkelt und schmal, die netten Bewohner haben freundlich Platz gemacht, um uns durch zu lassen. Am großen Markt in Chinatown hatten wir erst einmal einen Halt eingelegt. Chinatown in Bangkok ist nicht mit dem Skytrain erreichbar und wird deshalb weniger von Touristen, sondern hauptsächlich von den Thailändern zum Einkaufen besucht. Der chinesische Stadtteil wird am besten mit einem Boot über den Chao Praya Fluss oder eben mit dem Rad erreicht.

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Ich bin überwältigt von den vielen Gerüchen, die uns um die Nase wehen und der Vielzahl an Waren. Überall stehen die Garküchen und bieten ihre verschiedenen Speisen an, es duftet verführerisch. Die Geruchsvielfalt erlebt man meiner Meinung nach beim Radeln am besten.

In Thailand kann man überall an den kleinen Garküchen am Straßenrand gut essen. Dabei sind die Grundgerichte fast immer gleich – von Reis und Curry mit oder ohne Kokosmilch, zahlreiche scharfe Chilis – Soßen mit Gemüsebeilagen, suppenartige Gerichte mit würzig scharfen oder milden Geschmack, Gemüse mit gebratenem Fleisch und scharfer Salat auf thailändische Art. Sie werden fast immer unterschiedlich zubereitet.

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Man findet in der thailändischen Küche chinesische, malaysische und indische Einflüsse. Die typisch Früchte in Thailand sind Mangos, Mangostinen, Durians, Ananas, Wassermelonen, Papayas, Rambutans, Longans, Lichies, Tamarinden, Granatäpfel, Palmfrüchte, Pomelos, Jackfrüchte und mehr als 20 Sorten Bananen. Gemüsesorten, wie Bambussprossen, Auberginen, Tomaten, Zwiebeln, Pilze, Karotten, Frühlingszwiebeln, Kürbisse, Kartoffeln und Kohl zählen zu den typischen thailändischen.

Sehenswert war auch der Blumenmarkt Pak Klong Talad, wir sind einfach mit dem Rad in die Markthallen gefahren und haben uns umgeschaut. Überall werden die Blumensträuße aus gelben Blumen und Orchideen gebunden, die zur Verehrung von Buddha dienen.

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Dieser Markt war genau das Richtige für mich, diese Farbenpracht an Rosen und Orchideen, ein Traum. Auch die Gemüsevielfalt war beeindruckend, in kleinen Gruppen saßen die Thailänder am Baden und haben das Gemüse geputzt. Die Thailänder sind mir als besonders freundlich aufgefallen, denen es auch Spaß gemacht hat, fotografiert zu werden und das immer mit einem Lächeln im Gesicht.

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der gigantische Fluss Chao Praya

Angekommen am Fluss Chao Praya bin ich von seiner Breite und den Schiffen beeindruckt. Es verkehren hier von Touristenbooten bis hin zu Shuttlebooten an den verschiedenen Anlegestellen zu regelmäßigen Zeiten. Da wir auch zur anderen Seite des Ufers wollten, ging es mit den Rädern auf eine Art Fähre, dem Longtail-Boot, das uns zum anderen Ufer brachte.

An der anderen Uferseite, der Thonburi Seite, besuchten wir den Tempel Wat Kanlayanamit. Dieser Tempel wurde von der prominenten Adligen Chaophraya Nikonbodin gegründet, der König Rama IV als Innenminister diente. Thailändische Tempel sind Stätten der Anbetung. Alle Tempel bestehen aus dem gleichen Satz an Elementen, dem „Bot“ – die Gebetshalle der Mönche, der von acht „Sema“, Grenzsteine welche den heiligen Tempelboden markieren, umgeben ist. Die meistens beinhalten einen oder mehrere „Wiharn“ – Gebetshaus der Gläubigen, die eine bedeutende Buddha-Statue enthalten. Viele Tempel beherbergen Schulen oder dienen als kommunaler Treffpunkt, ja sogar Einäscherungsstätten für die Verblichenen habe ich gesehen.

Wat Kanlayanamit 5 Buddha

Dieser große sitzende Buddha ist schon gigantisch, aber ich werde noch den größten liegenden Buddha sehen. Das thailändische Volk ist sehr gläubig und daher begegnet man den Buddhastatuen und Tempeln fast überall. Beim Betreten der Tempel ist zu beachten, dass man die Schuhe auszieht und entsprechend gekleidet ist. Das heißt nicht Ärmellos und im Minirock oder kurzer Hosen. Man kann sich in den meisten Tempeln eine Art Umhang ausleihen.

Unsere Radtour geht weiter am Ufer des Chao Praya entlang, zum Prinzess Memorial Park, vorbei am Wat Prayoorawong Sawat. Mit dem Fahrrad kann man in kurzer Zeit sehr viele Ziele in Bangkok erreichen, was man zu Fuß in gleicher Zeit nicht geschafft hätte. Auch wenn man völlig untrainiert ist, hat man mit dieser Tour keine Probleme, es machte einfach nur Spaß.

Auf unserer Tour haben wir unter einer Autobrücke Ballspieler entdeckt. Diese haben das traditionelle Thai Haggy Sack – ein Ballspiel Sepak Takraw (Sepak: malaiisch für treten oder schießen; Takraw: thai für den geflochtenen Ball) ist eine asiatische Ballsportart, bei der je drei Spieler auf an der Decke angebrachte Ringe schießen. Ziel des Spiels ist es, den Ball mit den Füßen durch die Ringe zu spielen und zu verhindern, dass Gleiches dem Gegner gelingt. Eine Mannschaft darf den Ball dreimal in Folge berühren, um ihn zurückzuspielen. Der Ball besteht aus Hartplastik und hat einen Umfang von 42-44 cm und ein Gewicht von 170-180g.

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Der Buddhistischen Tempel „Wat Pho“

Wat Pho 2 liegende Buddha

Am Ende unserer Tour und nach Rückgabe der Räder hatten wir noch eine Bootsfahrt zum größten liegenden Buddha Wat Phra Chetuphon von Bangkok gemacht, den muss man einfach gesehen haben.

An den Eingängen der Tempelanlage empfangen Sie gigantische Steinriesen, riesige Granitfiguren, deren Darstellungen reichen von Figuren aus der chinesischen Oper bis zu Marco Polo, die als Ballast an Bord der chinesischen Dschunken nach Thailand kamen.

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Schon allein die Tempelanlage ist bemerkenswert. Das weitläufige Gelände des Wat Pho umfasst acht Hektar Land. Er ist nicht ganz so von Touristen überlaufen, aber unbedingt sehenswert. Im diesem Tempel finden Sie den größten liegenden Buddha der Stadt. So gigantisch, ich kam mir so winzig dagegen vor.

Die Wände des Heiligtums (wi hâhn) zieren Gemälde, die Szenen aus dem Leben Buddhas zeigen. An der Südseite des Gebäudes befinden sich 108 Mönchsschalen aus Bronze, wenn man 108 Münzen in diese wirft, soll dies Glück bringen. Diese Münzen können Sie für 20 Bath kaufen.

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Auf dem Gelände des Tempels Wat Pho finden Sie auch Thailands größte Sammlung von Buddha-Darstellungen. Die Buddha-Gallerie, mit 394 vergoldeten Buddha-Figuren, ist in zwei überdachten Gängen rund um den Phra Ubosot – einer gewaltigen, imposanten Ordinationssaal – untergebracht. Auf der Anlage befindet sich auch das älteste Zentrum für öffentliche Bildung im ganzen Königreich. Es ist das nationale Zentrum für die Lehre und Erhaltung der traditionellen Thai-Medizin und Thai-Massage. Diese Einrichtung wurde von Rama III. initiiert, als diese Tradition vom Aussterben bedroht war.

Wat Pho 5 liegende Buddha

Beim Versuch diesen Buddha ganz auf dem Bild festzuhalten, bin ich fast gescheitert. Der imposante Liegende Buddha, das Herz von Wat Pho steht für den Übergang Buddhas ins Nirwana. Er wurde um einen 46 m langen und 15 m hohen Kern aus Ziegelsteinen mit Gips modelliert und mit Blattgold überzogen. Die Fußsohlen der Statue zieren 108 Perlmuttintarsien. Sie stellen glückverheißende körperliche Merkmale Buddhas dar. Ein Besuch der sich in jeder Hinsicht gelohnt hat.

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Etwas weiter findet man den Ordinationssaal Phra Ubosot, dem zweitwichtigsten Gebäude des Wat Pho. Er wurde unter Rama I. erbaut. Dessen Sockel ist mit Basrelief-Inschriften verziert. Im Innern befindet sich die Phra Buddha Deva Patimakorn. Die Statue steht auf einem dreistufigen Sockel, in dem die Asche von Rama I. aufbewahrt wird, die vom König dahin gebracht wurde. Die berühmte Massage-Schule verfügt über zwei Massage-Pavillons auf dem Tempelgelände, die täglich von 08.30 – 16.30 Uhr geöffnet sind.

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Diesen Buddha und die gesamte Tempelanlage, wie die vier Königlichen chedi, die in klassischem Ratanakosin-Stil mit bunten Fliesen dekoriert sind. Chedi sollen die ersten Könige der Charki-Dynasti repräsentieren.

Für gerade mal 100 Bath (inkl. 0,5l Wasser) kann man in dem Tempel, um sich den goldenen Koloss des liegenden Buddhas anzuschauen. Der Tempel hat täglich von 08.30 – 16.30 Uhr seine Pforten geöffnet. Wichtig ist es sich in den heiligen Stätten entsprechend zu kleiden, am Eingang bekommt man aber auch gegen etwas Kleingeld ausleihen eine Art Umhang zum Anziehen. Ärmellose T-Shirts, kurze Hosen, Tops mit Spagettiträgern, kurze Röcke und Caprihosen, also freie Schultern und nackte Beine über dem Knie sind nicht erlaubt. Schuhe muss man beim Betreten der heiligen Halle ausziehen. Wenn man sich vor eine Darstellung eines Buddhas setz, dann unbedingt auf die Füße, um diese nicht in Richtung der verehrten Gestalt zu halten, dieses Verhalten gilt als höchst beleidigend.

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Fazit: Sollten Sie einmal in Bangkok sein, machen Sie unbedingt eine Radtour, das muss man einfach erlebt haben. Vielen Dank an Mövenpick Hotels und Resorts für die Unterstützung. Mehr über Bangkok finden Sie in einem anderen Artikel.

Fotos Gabriele Wilms

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About Author

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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