Wandertrilogie im Allgäu – wandern auf drei Höhenlagen

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Die Wandertrilogie – im Dreiklang mit der Natur – ist ein einzigartiges Wanderwegenetz, das das komplette Allgäu durch Wanderwege miteinander verbindet und die gesamte Vielfalt des Allgäus darstellt. Das Netz wurde in drei Routen auf drei Höhenlagen und 53 Etappen gesponnen, wobei jede Etappe eine für die Region typische Geschichte erzählt. Insgesamt sind dabei 33 Partnerorte des Allgäus verbunden wurden. Besonders wichtig war es, dass die Etappen für jeden wanderbar sind.

Eingangsstele in Bad Wurzach

Eingangsstele in Bad Wurzach

Die landschaftliche Vielfalt des Allgäus haben die Gletscher der Eiszeit, dem Illergletscher, dem Lechgletscher und dem Rheingletscher zu verdanken, durch ihr Geschiebe und ihr Wasser formten die Hügel und Täler der Region und hinterließen Flüsse und Moore, Toteislöcher, Moränen, Drumlins und eiszeitliche Seen. Und genau darauf basiert die Wandertrilogie, das unterste Symbol stellt immer den Gletscher und seine Hinterlassenschaft in der jeweiligen Region dar.

Wie der Name -Trilogie schon sagt, ist die Zahl drei das Dominierende – drei Rundrouten, die Wiesengänger-Route (grün) auf rund 600 – 800 Höhenmetern, diese ist rund 387 km lang,. Die zweite ist die Wasserläufer-Route (blau) im hügeligen Voralpenland auf 1200 – 1800 Höhenmetern, sie ist ca. 377 km lang und die dritte ist die Himmelsstürmer-Route (rot), wie der Name schon sagt, diese geht in die richtig hoch in die Berge, über die Gipfel und ist ca.338 km lang. Zum Teil überschneiden sich die Routen, aber wenn man jeden Weg nur einmal rechnet ist das gesamte Wandernetz 876 km lang, purer Wanderspaß auf drei Höhenlagen.

Drei Routen der Wandertrilogie

Der Wiesengänger wandert im Westen des Allgäus durch die Hügellandschaft und im Osten und Unterallgäu durch die Terrassenlandschaft. Er ist ein naturverbundener Wandereinsteiger, der einfach nur genießen möchte. Er läuft eher längere Etappen mit wenig Höhenmetern.

Der Wasserläufer ist der Erlebniswanderer der Voralpenlandschaft und hat einen stärkeren Anspruch als der Wiesengänger, sucht aber keine Bergabenteuer. Die Wasserwege und Wasserfälle im Westen des Allgäus begeistern ihn ebenso, wie die zahlreichen Seen.

Der Himmelsstürmer ist der sportlich ambitionierte Wanderer, der in der Gebirgslandschaft seine Fitness und Ausdauer testet. Gerne lässt er sich von einem erfahrenen Bergführer in die Geheimnisse der Gipfel einweihen oder zu einem versteckten Bergsee führen.

Neun Trilogieräume der Wandertrilogie

Es wurden neun Erlebnisräume, die Trilogieräume genannt wurden, geschaffen, die von der Natur vorgegeben und in einem „Portalort“ sichtbar gemacht wurden, diese stehen repräsentativ für diesen Trilogieraum.

weltberühmte Basilika Ottobeuren

Trilogieraum Naturschatzkammern
Es ist das Reich der Extreme, denn das Moor ist das persönliche Erbe des Gletschers und wird von einer Vielzahl tierischer wie pflanzlicher Überlebenskünstler bewohnt. Aber auch der Mensch hat sich verewigt, in der barocken Pracht von Kirchen und Schlössern.

Trilogieraum Heimatstätten
Prachtvoll, wehrhaft, stark und frei – das sind die Attribute dieser Städte des Allgäus. Sie zeigen sich in Burgen, Schlössern, schmucken Häusern und lebendiger Kultur. Starke Stadtmauern und wehrhafte Türme schützen diese Heimatstätten bis heute.

Trilogieraum Glückswege
In der beruhigenden Sanftheit der Altmoränen-Landschaft zu finden, den Spuren eines Pfarrers folgend, der mit seinem Wissen um Wasser und Natur zahlreichen Menschen half. Die Glückswege versprechen den Einklang zwischen Körper und Seele.

Trilogieraum Wasserreiche
Ein wahres Wunderland aus tiefen Schluchten, schroffen Klammen und Wasserfällen verbirgt sich hinter diesem Namen. Dazu gesellen sich Geschichten über die Hutmacherei, alte Schmugglerpfade und sogar über einen Eisbären.

Trilogieraum Urkrafttäler
Wildromantische Täler, ursprüngliche Fluss- und Quelllandschaften, beschützt von schroffen Bergriesen – hier wird die Urkraft der Alpen lebendig. Kein Wunder, dass hier das Brauchtum lebt und die Rückkehr zur Ursprünglichkeit leichtfällt.

Trilogieraum Alpgärten
Bizarre Felsen aus dem Herrgottsbeton – dem Nagelfluh -, die aus Millionen von Jahren der Erdgeschichte erzählen, treffen auf saftig grüne Landschaften voller natürlicher Wunder. Die zahlreichen Alpen machen die „Gärten“ zu einem unverwechselbaren Paradies.

Trilogieraum Schlosspark
Es ist eine märchenhafte Traumlandschaft, die einst einen König verzauberte. Der Schlosspark erzählt die Geschichte von idyllischen Seen, herrschaftlichen Bergen, zauberhaften und historischen Städten, einer wilden, mystischen Natur und einem Märchenschloss.

Trilogieraum Gipfelwelten
Die Erhabenheit der Schöpfung wird spürbar: Berge mit wilden Namen wie „Hochvogel“, „Hengst“ und „Roßkopf“, mystische Berggestalten und eine ebenso raue wie schöne Natur beeindrucken. Und der Mensch verneigt sich vor dieser Schöpfung in tiefem Respekt.

Trilogieraum Panoramalogen
Willkommen auf dem Balkon der schönen Aussichten. Mit dem Blick wird das Herz geöffnet für die Schönheit der Natur – von den Hügeln bis zu den Berggipfeln. Hier wird innegehalten, in sich hineingehört sowie Natur und Kultur erfahren.

Kneipp für die Füße nach der Wanderung in Bad Clevers

Die Routen sind insgesamt in 53 Etappen aufgeteilt, die jede einzelne kann als Tagesetappe erwandert werden, es wird auch ein Gepäckshuttle angeboten. In den höheren Lagen sind die Etappen natürlich kürzer, als in den flacheren Gebieten. Die längste Etappe der Wiesengänger-Route ist zum Beispiel ca. 26 km lang, wobei kaum Höhenmeter überwunden werden müssen. Das einzigartige Weitwandernetz zeigt sich in einer abwechslungsreichen Schönheit auf engstem Raum, wobei die einzelnen Etappen individuell selbst zusammengestellt werden können.

Nadeln am Trilogieplatz 3

Das Spannendste sind die Geschichten, die bei der Wandertrilogie erzählt werden. Diese wurden in Würfel verpackt und erscheinen als Wahrzeichen auf dem Start- und Willkommensplatz des Partnerortes aufgestellt. Es wurde mit Symbolik, mit Helden gearbeitet. Dabei sind Helden nicht nur Menschen wie Sebastian Kneipp oder König Ludwig, sondern auch das Wasser oder das Moor in Bad Wurzach und erzählen ihre eigene Geschichte.

In jedem Partnerort finden Sie ein unterschiedliches Wahrzeichen der Wandertrilogie, wobei die unterste Ebene den Gletscher in Form eines Findlings aus Nagelfluhgesteins, dem „Herrgottsbeton“, darstellt, der mittlere blaue Allgäu-Würfel stellt das Signet, das Symbol der Wandertrilogie, ein Steinmännle, was auch als Beschilderung der Wanderwege benutz wurde, dar. Darauf ruht der Würfel, der die Geschichte des Trilogieraumes symbolhaft darstellt. Den Abschluss bildet der Ortswürfel mit der die Geschichte des Partnerortes. Informationen zum Trilogieraum und Karten sind an jeden Willkommensplatz aufgestellt.

G´schichtenbank 1

Jeder Trilogieraum hat eine eigenes Mobiliar, seine Bank, in dem sich die Geschichten wiederspiegeln. Diese spezielle Bank finden Sie am Start- und Willkommensplatz und den Themeninseln und ziehen sich durch den gesamten Trilogieraum. In den Naturschatzkammern sind das die „G´schichtenbänke“, diese besteht aus verschiedenen Holzsorten, die die Schichten der Torfentstehung darstellen. Die Romantik eines Schlossparkes wird durch eine Chaiselongue unterstrichen und die Gipfelbank bietet sicheren Unterstand im Gebirge. Bei den Glückswegen lädt die Kommunikationsbank zum schwatzen ein, die Heimatstätten haben eine Stadtbank, die Wasserreiche eine Wasselfallbank, die Alpgärten eine Nagelfluhbank, die Urkrafttäler eine Steffelbank und die Panoramalogen haben natürlich eine bequeme Logenbank.

An den Übergängen in eine neue Wanderetappe stehen Eingangsstele, die dem Wanderer symbolisieren, dass eine neue Geschichte auf ihn wartet. Diese Stele besteht aus dem gleichen Material wie der Trilogie-Würfel und oben drauf thront die kleine Ausgabe des Ortswürfels.

An bestimmten Punkten, dem Trilogieplatz sind drei sogenannte Nadeln mit drei Geschichten aufgestellt. Dabei sind immer drei Geschichten, die sich hier verbergen, sind als Würfel von den Nadeln aufgepickt. Diese Geschichten können zum Teil heute noch zu sehen sein, andere erzählen aus der Vergangenheit und können heute auf Spuren verfolgt werden. Sie handeln von der Landschaft, der Kultur oder vom Laben. Jede Geschichte ist einmal in der langen Ich-Form, als erlebte Geschichte, einmal als Kurzform in Fakten und mit Bildern dargestellt.

Eine weiteres Highlight der Wandertrilogie sind die Schaupunkte. Dabei wird durch ein Fenster der Blick auf ein einzelnes Detail gelenkt, das sonst für das Auge in der Gesamtheit untergegangen wäre. Auf der Tafel darunter wird das Gesehene gut erklärt. Auf dem Wachbühl zum Beispiel, nahe von Bad Wurzach ist ein besonderer Berg, der Hochgrat. Er ist der höchste Berg der Nagelfluhkette und ein markanter richtungsweisender Wegbegleiter im westlichen Teil der Wandertrilogie Allgäu.

G´schichtenbank am Moorsee im Wurzacher Ried

G´schichtenbank am Moorsee im Wurzacher Ried

Alle diese Informationen zu dem erlebnisreichen Wandernetz – Wandertrilogie Allgäu – sind in einem interessanten Serviceheft, in Broschüren und Karten zusammengestellt worden und können in den Partnerorten oder bei der Allgäu GmbH, www.wandertrilogie-allgaeu.de abrufbar. Bei meinem Besuch zum Thema Wandertrilogie war ich in den drei Trilogieräumen Naturschatzkammern, Heimatstätten und Glückswegen unterwegs und werde in weiteren Artikeln darüber berichten, bitte seien sie gespannt.

Fotos Gabriele Wilms

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Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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