Geführte Gletscherwanderung von Diavolezza nach Morteratsch

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Machen Sie eine beeindruckende geführte Gletscherwanderung über den Morteratschgletscher. Entweder kommen Sie am Morgen mit der Seilbahn direkt zur Bergstation Diavolezza oder Sie Starten nach einer erholsamen Nacht im Hotel der Bergstation Diavolezza auf 2.978 Metern.

Gletscherwanderung

Auf dieser nicht ganz leichten und beeindruckenden Wanderung begegnen Ihnen die beeindruckenden Gipfel des Bernina-Massives und das ewige Eis der Gletscher. Bei der Übernachtung auf dem Berg nehmen Sie am Abend vorher ein entspannendes Sprudelbad im höchsten Whirlpool in Europa. Dabei wird ein großer „Topf“ mit Holzfeuerung auf etwa 40 Grad erhitzt und dann genießt man in der traumhaften Bergkulisse das wohltuende Bad, einfach ein Erlebnis. Ein riesen Spaß bei dem es aussieht, als gibt heute eine ganz besondere „Suppe“. Danach gibt es ein ausgezeichnetes 4-Gänge-Menü und es wird im Hotel übernachtet, es bietet vom Doppelzimmer bis zum Massenlager für Bergsteiger für jeden genau das passende Bett.

Bei der Gletscherwandern, die dann am Morgen startet sind unbedingt gute Wanderschuhe mit ordentlichen Profil erforderlich, dies wird vom Wanderführer vor dem Start kontrolliert. Die Jahrtausende alte Erdgeschichte ist in der Gletscherwelt des Oberengadiner Berninamassivs nicht allein Extremsportlern vorbehalten. Auch Anfänger-Alpinisten und trittfesten „Flachländern“ steht bei geführten Wanderungen über den Pers- und Morteratsch-Gletscher das Reich der „schönen Teufelin“ – Diavolezza offen. Von der Bergstation Diavolezza auf 2.978 Metern ist der Blick frei, auf den weißgrauen Gruß aus der Eiszeit. Der Gletscherwanderweg erstreckt sich auf 10 Kilometern ins Tal und dabei werden 2.000 Höhenmeter überwunden. Mit 1,2 Kubikkilometer Volumen zählt der Pers- und Morteratsch-Gletscher zu den mächtigsten Gletschern der Ostalpen. Überragt wird er nur von einem überwältigenden Panorama. Erhaben thront hier der Piz Bernina mit einer Größe von 4.049 m, der einzige Viertausender der Ostalpen, neben ihm behauptet sich der Piz Palü, 3.905 m mit seinen drei Spitzen.

Gleich neben dem Berggasthaus der Diavolezza geht es zunächst über Serpentinen aus felsigem Geröll steil nach unten. Hier hat das notwendige feste Schuhwerk seine erste Bewährungsprobe, ebenso wie die gebotene wetterfeste Kleidung und die Sonnenbrille, denn das Funkeln des Eises hat es in sich. Nach ca. einer Stunde unten angekommen wartet der erste Schritt aufs Eis – die firnige Oberfläche bietet überraschend guten Halt für grobe Sohlen, Steigeisen sind hier nicht nötig. Das Eis ist bis zu 300 Meter dick und wird von Gletscherspalten durchzogen, deren beeindruckende Türkistöne am Rand sich im kalten Schwarz der Tiefe verlieren. Die Spalten können über Nacht entstehen und werden an schmalen Stellen mit einem mutigen Sprung überwunden. Beim Sprung über Gletscherspalten stockt einem der Atem. Mitunter sind sie durch dünne Eisschichten verdeckt. Ständig laufen kleine Wasserbäche von schmelzenden Eis nach unten. Ein falscher Schritt und im günstigsten Fall befindet sich darunter Schmelzwasser mit einer Temperatur knapp über null Grad, im schlechtesten ein eisiges Nichts, was ich auch einmal getestet hab, da war mein Bein weg und ich saß auf dem Hosenboden. Nicht nur deshalb empfiehlt es sich, eine geführte Wanderung zu unternehmen. Denn neben den Gefahren kennen die Bergführer auch die Schönheiten des eisigen Koloss und eröffnen dem Eiswanderer einzigartige Einblicke, z.B. in die scheinbar glatt gefrästen Röhren der Gletschermühlen, die Schmelzwasser und kleinstes Gestein in das Eis geformt. haben. Schmelzwasserbäche sprudeln in formvollendeten Eiskanälen und verschwinden in der Tiefe.

Das Eis ist ständig in Bewegung, schiebt sich der Schwerkraft gehorchend in die wärmeren Talregionen, schmilzt und gefriert erneut. Auf den eisigen Wellenkämmen dümpeln gewaltige Felsbrocken, andere balancieren auf eisigen Sockeln und bilden die so genannten Gletschertische. Während das Eis um die riesigen Steine schmilzt, wird es unter den Steinen von der Sonne geschützt und bleibt bestehen. Diese Gletschertische dienen der Orientierung, denn Sie neigen sich nach Süden. Gletschertische laden zum Staunen ein und das Eis lässt sich das eine oder andere Geheimnis entlocken – manchmal sogar einen ganzen Flohzirkus. Nach dem Überqueren des ersten Eissattels geht es hoch auf den Berg zur großen Rast, der Weg ist teilweise recht steil und durch die Schneebretter auch ab und zu recht schwierig, hier wird die einzige große Pause gemacht. Hotelgäste bekommen ein Lunchpaket und warmen Tee als Wegzehrung. Es ist beeindruckend, was die Natur in diesen Höhen und auf dem blanken Gestein noch zum Blühen bringt. Noch andere faszinierende Begegnungen erwarten den Wanderer auf der ca. 5 Stunden langen Tour, darunter auch Gletscherflöhe. Diese Urinsekten leben unter Steinen auf dem ewigen Eis, produzieren in ihren nur 1,5 bis 2 mm kleinen Körpern ein eigenes Frostschutzmittel und fühlen sich bei bis zu minus 15 Grad bestens aufgehoben.

Nach der verdienten Pause geht es steil bergab auf den Gletscher. Nun laufen wir nur noch bergab auf dem ewigen Eis. Die ständige Schräghaltung der Beine geht ganz schön auf die Schienbeine, ich bin froh Stöcke dabei zu haben, um mich ein wenig abzustützen. Das letzte Stück des Gletschers hat es noch einmal so richtig in sich, unter dem Geröll ist das blanke Eis und ein paar unserer Kollegen stürzen. Nun haben wir die eigentliche Gletscherwanderung geschafft, es geht noch einmal ca. 30 Minuten durch das Tal zur Bahnstation Morteratsch. Dieses Tal ist einfach bezaubernd, Kletterschulen üben an kleinen Bergen. Der Fluss wird zur Abkühlung an besonders heißen Tagen genutzt, was besonders bei Kindern beliebt ist.

Gruppen machen zum Beispiel einen Ausflug mit dem Bus nach Morteratsch und wandern dann bis zum Fuß des Gletschers. Besonders interessant sind die Schilder, die aufgestellt worden, wie weit der Gletscher noch vor Jahren gereicht hat, so wie zum Beispiel 1960, daran lässt sich die Klima-Veränderung am Besten sehen. Zur Ausrüstung für diese geführte Gletschertour sind unbedingt neben den Berg- oder Wanderschuhen, Regen- und Sonnenschutz, Handschuhe, Stöcke und Verpflegung aus dem Rucksack empfehlenswert. Kinder können ab 7 Jahren an der Gletscherwanderung teilnehmen, Hunde sind leider nicht erlaubt. Diese sehr interessante Gletschertour von der Diavolezza – Bergstation nach Morteratsch wird von diplomierten Bergführern der Bergsteigerschule Pontresina geführt.

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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