Inzell, ein Paradies für sanften Wintersport

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Es muss nicht immer Alpinsport sein, sehr beliebt sind sanfte Wintersportarten, wie Ski-Langlauf, Schneeschuhwandern, Rodeln oder Eislaufen. Genau dies alles kann man besonders gut in Inzell, das Voralpendorf möchte kein alpines Ski fahren und auch keinen Après-Ski. Ich hatte Inzell im Chiemgau besucht und einige Wintersportarten zum Teil das erste Mal getestet.

Snowtubing an der Kesselalm

Was stellt man sich unter Snowtubing vor? Ganz einfach, auf dicken Gummireifen durch den 150 Meter langen Schneekanal sausen, ein Gaudi für Groß und Klein, daher war gleich der erste Programmpunkt etwas für mich.

Der Hausberg an der Kesselalm ist mit Skiliften ausgestattet und bietet perfekte Bedingungen für Skianfänger und Wiedereinsteiger. Kinder lernen hier das Ski fahren, kaum dass sie stehen können. Ich schaue begeistert zu, wie die Zwerge ohne Angst die Abfahrt, sogar Slalom meistern.

Nach kurzer Einweisung ging es mit den Gummireifen in rasender Geschwindigkeit den Berg hinunter, ein paar Männer sprechen mir Mut zu, es sei echt klasse und macht richtig Spaß. Schließlich rodeln hier auch die Kleinsten ohne Angst.

Was soll ich sagen, ja, es ist ein riesen Gaudi, macht unheimlich Spaß, Lenken und Bremsen ist bei der Fahrt absolut unmöglich, was den Adrenalinkick noch erhöht. Man schießt durch den Kanal, wird gedreht und kommt nach ein paar Sekunden wohlbehalten unten an, natürlich ist festhalten ganz wichtig.

Nach dem Rodeln setzt man sich ganz entspannt in den Reifen und lässt sich mit einem kleinen Lift wieder zum Start zurück, nach oben, ziehen und dann am besten gleich wieder anstellen und noch einmal rodeln. Aber auch im Sommer kann man auf speziellen Matten auf den Reifen den Hang hinunter rutschen, nur hoch muss man dann laufen.

Inhaber der Inzell Card Plus, die man bei der Übernachtung in rund 200 Betrieben gratis dazu bekommt, sind zahlreiche Leistungen inklusive. So kann man ab Mitte Dezember an der Kesselalm täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr kostenlos wieder und wieder in den großen Gummireifen durch einen Schneekanal bergab sausen. Da sparen besonders Familien und die Kinder können unendlich oft rodeln, ohne dass die Eltern, wegen des Geldes, sagen müssen, nun ist Schluss. Ansonsten kostet die Liftkarte inkl. Snowtubing für Kinder ab 2h 8 €, Erwachsene 9 € und Tageskarte Kinder 11 €, Erwachsene 13 €.

Schneeschuhwandern in den Sonnenuntergang

Ich bin ein großer Liebhaber von Schneeschuhwandern, bei den Schneeverhältnissen und dem Sonnenschein genau das Richtige für mich. In der Skischule in Inzell wurden wir mit Schneeschuhen ausgestattet.

Rolf Weiß, unser Guide von ruhpolding.bike, hat uns eine kurze Einweisung in das Schneeschuhwandern gegeben.

Und schon ging es los, Schneeschuhe anschnallen und ab in den Tiefschnee. In Dreiergruppen laufen wir los, immer im Wechsel, damit jeder der Gruppe mal in den Genuss kommt, erster zu sein und durch den Tiefschnee und nicht die Spuren des Vorgängers, zu stapfen.


Schneeschuhwandern

Rolf gibt nur die Richtung und unser Ziel vor und erklärt, wie man bergauf mit Steighilfe und bergab geht. Das wird dann auch gleich getestet, Steighilfe rein und bergauf laufen. Mit Schneeschuhen kann man wirklich frei von Wegen laufen, einfach Querfeldein. Kein Bauer hat etwas dagegen, wenn man über sein verschneites Feld oder durch den Wald läuft. Man braucht keine Spuren wie beim Langlauf und durch Tiefschnee macht es richtig Spaß.

Ein Traum ist das Panorama der Berge und die unter gehende Sonne, so romantisch. Wichtig ist beim Schneeschuhgehen feste Knöchelhohe Schuhe, damit man gut Halt in den Schneeschuhen hat und natürlich wasserdichte, warme Kleidung, zwiebelmäßig, um nicht zu schwitzen, denn ins Schwitzen kommt man bestimmt.

Am Ziel unserer Schneeschuhwanderung gab es ein Likörchen zur Belohnung von Rolf.

Eine geführte Schneeschuhtour inklusive Ausrüstung kann für 2 – 3 Stunden zum Preis von 30 € gebucht werden.

Langlaufparadies mit 80 Kilometer gespurte Loipen

Inzell begeistert Langläufer mit 80 traumhaften Loipenkilometern, die sich durch das sonnengeflutete Tal schlängeln und traumhaftes Bergpanorama bieten. Auch wir sollten Langlaufen testen und bekamen eine Trainingsstunde mit dem Skilehrer Thomas. In ca. 1,5 h versuchte er uns die Grundkenntnisse des Langlaufes beizubringen. Für mich ganz neu, denn ich habe noch nie auf Langlaufski gestanden.

In der Skischule Inzell wurden wir mit passenden Salomon Skischuhen und Langlaufski nach Gewicht und Stöcken ausgestattet und es ging zu den nur wenige Meter entfernten Loipen.

Mit viel Geduld und in einzelnen Schritten hat uns Thomas an die Ski geführt. Als erstes haben wir uns erwärmt und Gleichgewichtstests und Übungen für das Gleichgewicht gemacht.

Dann wurde ein Ski angeschnallt, Langlaufski sind nur an der Fußspitze mit dem Ski verbunden. So sind wir mit einem Ski in der Loipen-Spur Roller gefahren, das heißt, mit dem Ski in der Spur gleiten und mit dem Bein, wie beim Roller fahren, abstoßen. Wir versuchten länger zu gleiten und das Gleichgewicht zu halten. Wichtig ist den Oberkörper nach von zu beugen, sonst setzt man sich auf den Hintern, was ich auch 3x geschafft hatte. Man muss auch üben, wie man mit Ski wieder aufsteht. Beim dritten Mal hab ich das perfekt allein geschafft. Diese Übung hatten wir rechts und links absolviert.

Nun wurde der zweite Ski angezogen und wieder das Gleiten durch die Loipe geübt, dann mit einem Bein abstoßen und wie man bergauf geht.

Wichtig war die Übung des Bremsens, was durch das Trainieren immer besser wurde. Es ging einen kleinen Berg rauf und wieder runter. Der Rest der Gruppe absolvierte zum Schluss schon etwas längere Loipen. Ich übte derweil immer mehr und merkte deutlich, dank der tollen Anleitung von Thomas, wie ich langsam sicherer wurde.

Es war ein Erfolg und ich bin danach schon recht gut zurechtgekommen, aber für die Chiemgau Team Trophy hat es dann doch nicht gereicht, ich bin aber wenigstens mit gestartet.

Das Loipennetz geht sogar bis nach Ruhpolding oder Reit im Winkl, wie man bei der Chiemgau Team Trophy gesehen hatte. Ruhpolding ist mit seinen insgesamt 150 km Loipennetz in allen Schwierigkeitsgraden ein wahres Langlauf-Mekka. Bekannt ist es auch durch den jedes Jahr stattfindenden Biathlon Weltcup. Genauso abwechslungsreich sind die 150 km Loipen durch das verschneite Tal und über schneebedeckte Almen in Reit im Winkl.

Inzell ein Eisschnelllauf-Eldorado

Eisschnelllauf ist ein bewundernswerter Sport, wie die Spitzenathleten über die Bahnen sausen und das zum Teil mit bis zu 60 Stundenkilometern. Inzell ist ein Eisschnelllauf-Eldorado. In der Max Aicher Arena kann man genau diesen Spitzenathleten hautnah zuschauen oder auch selbst auf Kufen stehen.

Wir hatten das Glück mit Markus Eichner, dem ehemaligen Bundestrainer DESG, zum Beispiel von Anni Friesinger-Postma, mal ins Eisschnelllaufen hinein zu schnuppern und mit ihm zu trainieren. Naja, Eisschnelllauf war es wohl eher nicht. Ich bin eigentlich schon Eis gelaufen, aber dieser Sport ist etwas ganz anderes, ein bissel wie Langlauf. Markus nimmt uns an die Hand, nicht wörtlich, sondern erklärt uns Schritt für Schritt, wie man sich auf dem Eis bewegt.

Ich war immer erstaunt, wie schnell wir eine Runde, 400 Meter, auf dem Eis geschafft haben und so langsam werden wir auch immer sicherer, kein einziger von uns ist gestürzt.


Eisschnelllauf

Gigantisch ist es, wenn die Profis an uns vorbei rauschen und wir sie überhaupt nicht stören. Es gehört einfach dazu, dass Anfänger zu bestimmten Zeiten auf der Innenbahn trainieren. Markus hat eine sehr sympathische Art einen immer wieder zu überzeugen, noch eine Runde zu trainieren und noch eine und noch eine, so waren wir fast 2 h auf dem Eis. Immer wieder zeigt er uns neue Schritte und wir fliegen so langsam auch über das Eis. Einige unserer Gruppe, wie Gerhard als ehemaliger Eishockey-Spieler, liegt der Sport total und sie schießen fast schon über das Eis. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht selbst auf dem Eis zu laufen, aber auch den Profis so hautnah, auf der Bande sitzend, beim Training zuzuschauen. Ein großes Dankeschön an Markus Eichner für die tolle Erfahrung.

Wer in der Max Aicher Arena auch in Schlittschuhe schlüpfen möchte, kann das täglich zwischen 14.00 und 16.00 Uhr beim Publikumslauf auf dem Eishockeyfeld, in der Mitte der Halle, tun. Mittwochs von 19.30 bis 21.30 Uhr und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr kann man auf die 400 Meter-Bahn, wie wir. Ganz neu ist die Möglichkeit dienstags, nach vorheriger Anmeldung in der Touristinfo Inzell, an einem Schnuppertraining teilzunehmen. Unter fachkundiger Anleitung und gegen eine Gebühr von 19 Euro kann man selbst das Eisschnelllaufen mit einem neuartigen Schuh von Salomon testen. Unter ihm lassen sich nicht nur Klapp-Kufen befestigen, sondern dank einer baugleichen Bindung auch Langlaufski. Unsere Salomon-Schuhe vom Langlauf waren leider zu weich, um damit Schlittschuh zu laufen, dafür müssen sie stabil sein. Das war aber kein Problem, in der Max Aicher Arena kann man Schlittschuh in allen Größen ausleihen.

Die Max Aicher Arena in Inzell ist von Herbst bis Frühjahr regelmäßig Austragungsort hochkarätiger Eisschnelllauf- und Eishockey-Events.

Übernachtung in der Pension Egger

Beim Besuch von Inzell kann ich die Pension Gästehaus Egger sehr empfehlen. Die familiengeführte Pension überzeugt mit ihren netten Zimmern und einem reichhaltigen Frühstück. Besonders der nette Herr Egger ist immer zu einem Schwätzchen aufgelegt und sehr hilfsbereit. Weiter Informationen auf www.pension-egger.de.

Ich danke der Inzell Touristik GmbH, besonders Evelyn für die Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms

Booking.com

Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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