Aktiv, Natur und Genuss – Suedliche Weinstraße

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Neben sehr guten Wein hat die Region Südliche Weinstraße viel, viel mehr zu bieten, angefangen von einer sehr abwechslungsreichen Natur, über die verschiedensten Aktivitäten bis hin zu ausgezeichneter Kulinarik. Ich habe die Region besucht und wurde ständig überrascht.

Die Region oder besser der Landkreis Südliche Weinstraße (SÜW) liegt im Süden von Rheinland-Pfalz. Die Touristenroute „Deutsche Weinstraße“ führt in der Südhälfte von Süd nach Nord durch den Landkreis und gab der Region den Namen. Im Osten die Pfälzer Rheinebene und im Westen der Pfälzer Wald. Dementsprechend sieht man fast überall Weinberge und den Pfälzer Wald, der mit zum Teil bis 800 Höhenmetern doch ganz anspruchsvoll für Wanderer und Radler ist.

Die Natur hat zu jeder Jahreszeit ihren ganz eigenen Reiz, so ist zum Beispiel die rosa Mandelblüte ganz berühmt für die Südliche Weinstraße. Es sieht nicht nur schön aus, sondern es finden auch beliebte Mandelblütenfeste statt. Als ich die Südliche Weinstraße besucht habe, war die Natur in ein besonders sattes Grün gehüllt, die Mischwälder leuchteten in verschiedenen Grüntönen. Es blüht der gelbe Ginster im Wald und auch die Weinreben treiben schon ihre grünen Triebe aus. Im Herbst, zur Zeit der Weinernte, färbt sich das Laub bunt ein und es ergibt sich wieder ein ganz anderes Bild.

Meine Reise führte mich als Erstes nach Annweiler am Trifels, ein kleiner Luftkurort mit einer wunderschönen Altstadt, tollen Fachwerkhäusern, wie zum Beispiel in der Gerbergasse und einem idyllischen Kurpark.

Kurhaus Trifels

Die Familie Hornbach hat dem Kurhaus Trifels wieder Leben eingehaucht, nach dem Kauf renoviert und betreibt es heute als Seminarhotel und Restaurant. Wir haben hier am ersten Abend ganz toll gespeist, ich habe meinen ersten Spargel in diesem Jahr mit Kalbsschnitzel, einen riesen Portion (500 Gramm). www.kurhaus-trifels.de

Ebenfalls der Familie Hornbach gehört die Villa Waldfrieden, die sie seit 2015 als Hotel mit exklusiven Zimmern, 30 Betten, betreiben. Die Villa Waldfrieden wurde 1909 als Kurhotel am Fuße des Trifels, damals außerhalb der Stadt, inmitten der Natur gebaut. Bis in die 60er Jahre führte nur ein Trampelpfad zur Villa, der von Stadt Annweiler befestigt wurde. Mitte diesen Jahrhunderts war die Villa in Eigentumswohnungen aufgeteilt wurden, konnte aber so nicht, wie gewollt, erhalten werden. So hat sie die Familie Hornbach gekauft, kernsaniert und betreibt die Villa Waldfrieden als Gästehaus zum Kurhaus Trifels. Alle Bilder und ein Teil der alten Möbel, Einrichtungsgegenstände stammen aus dem Nachlass der bekannten Annweiler Künstlerin Gertrud Geib, die mit 97 Jahren 2013 verstarb.

Mein Zimmer war mit einer tollen Terrasse ausgestattet und da hatte ich den Tag, vor dem Abendessen, mit einem Kaffee ausklingen lassen und am Morgen bei herrlichen Sonnenschein begonnen.


Burg Trifels

Programmpunkt eins war eine Wanderung zu dem Erlebnistag auf der Burg Trifels. Vom Parkplatz wanderten wir ca. 40 Minuten zur ehemaligen Kaiserburg, die noch richtig gut erhalten ist, hinauf. Sie war die Lieblingsburg von Kaiser Barbarossa und thront, als wohl bekannteste Burg in der Region, auf dem höchsten, dem Sonnenberg auf 494 m Höhe, der drei kegelförmigen Burgberge oberhalb von Annweiler.

Früher war die Burg ein bedeutendes Staatsgefängnis. Hier war von 1193-1194 der englische König Löwenherz eingesperrt. Genau diese Geschichte hat ein Schauspieler „Richard Löwenherz auf der Trifels“ sehr lebendig, als Ausschnitt der Erlebnisführung, am Erlebnistag dargestellt. Es wurde Musik, wie von Drachenmond und Tanz aus dem Mittelalter aufgeführt, Kinder konnten basteln und Ritter spielen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.

Man konnte die Burg besichtigen, steigt wie früher die engen Wendeltreppen hinauf und hinab und kann die Nachbildung der Reichskleinodien bewundern.

Ein besonderes Highlight ist die Pfälzer Hüttentour, die wir am nächsten Tag testeten. Ein doch recht anspruchsvoller Rundweg, auf dem man in 5 Hütten einkehren und Schorle und lecker regional essen kann. Ich werde in einem anderen Artikel diese Wanderung ausführlich beschreiben, seien Sie gespannt.

Triftanlage in Rinnthal

Früher wurde das Brennholz auf den kleinen Bächen und Flüssen getriftet, so auch in Rinnthal und diese historische Triftanlage wird gehegt und gepflegt. Um uns ein Bild davon machen zu können, besuchten wir diese und dabei wurde der Vorgang bei einem Spaziergang auf dem Triftweg vom Förster Bosch erklärt. Leider nur theoretisch, denn für drei Leute, wäre der Aufwand zu groß gewesen, so Förster Bosch, schade. Eine echt schwere Arbeit.

Triftanlage in Rinnthal, Förster Bosch

Am letzten Wochenende im Juni veranstaltet die Stadt Annweiler hier das Triftfest. Dabei wird bei der Führung Holz geschlagen, in 1m-Stücke gesägt, mit dem Schlitten nach unten gebracht und im Wasser getriftet, genau wie im 19. Jahrhundert. Die Kinder bauen aus Holz Schiffchen und Flöße, die sie dann um die Wette, an der Leine, im Wasser fahren lassen. Ein Spaß für Groß und Klein.

Die Region lässt sich aber auch hervorragend mit dem Rad, die Sportlichen mit dem Mountainbike und die Genussradler mit dem E-Bike erkunden. Wir haben eine tolle Tour unter dem Motto „Schokoradeln“ mit den E-Bikes von Bad Bergzabern nach Leinsweiler zur Patisserie Rebmann getestet. Wunderschön durch die Weinberge und selbst mit Elektro-Unterstützung an manchen Berg eine Herausforderung. Auch über diese tolle Radtour werde ich in einem anderen Artikel mehr erzählen.

In der Region Südlichen Weinstraße steht jedes Jahr ein Wettbewerb „so schmeckt die Südpfalz“ auf dem Programm. Dabei rückt immer ein andres regionales und saisonales Produkt im Fokus, aus denen die Gastronomen ein drei-Gänge-Menü zaubern müssen. Beim ersten Mal war dies die Tomate, im September 2016 der Apfel und im März 2018 wird ist „Kraut und Rüben“ sein. Wir haben bei zwei Teilnehmern zu Abend gegessen und waren begeistert.

Klosterstübl in Eußerthal

Als erstes war es das Klosterstübl in Eußerthal, etwas versteckt in einem kleinen Ort kochen und bewirten Wolfgang und Eva Maria Sambaß ihre Gäste auf eine ganz liebevolle, pfälzer Art. Herr Sambaß macht mit jeden Gast seine Späßchen und Witze. Wenn man den Teller nicht leer isst kommt zum Beispiel „lieber den Magen verrenkt, als dem Wirt was geschenkt“. Frau Sambaß. steht in der Küche und zaubert ganz leckere Köstlichkeiten. Sie haben ganz verdient an beiden Wettbewerben den Publikumspreis gewonnen.

Klosterstübl in Eußerthal

Öffnungszeiten:
Mittwochs bis Samstags ab 17.00 Uhr
Sonn- und Feiertags ab 12.00 Uhr
http://eusserthalerklosterstuebl.de/

Kulinarik im Restaurant Schunck Leinsweiler

Als zweiten Teilnehmer des Wettbewerbs haben wir das Restaurant und Weingut Schunck in Leinsweiler besucht. Die beiden Köche haben uns mit kulinarischen Kunstwerken überrascht. Die Speisen waren dekoriert mit Blüten und Schäumchen und haben ausgezeichnet geschmeckt. Ich hatte eine ganz fantastische Spargelcremesuppe und als Hauptgang Spargel und Lachs im Kräuterpannkuchen, ein Genuss. Dazu tranken wir hervorragenden Wein vom eigenen Weingut.

Öffnungszeiten:
• Montag und Dienstag ab 17:30 Uhr
• Freitag und Samstag ab 17:30 Uhr
• Sonn- und Feiertage ab 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr und ab 17:30 Uhr
• Mittwoch und Donnerstag Ruhetag
Tischreservierungen unter Telefon +49 6345 – 9594393
http://weingut-schunck.de/restaurant

Ich habe die Südliche Weinstraße in ihren verschiedenen Fassetten kennen gelernt und danke allen für die Unterstützung, besonders Uta Holz und Nadine Schubert vom Südliche Weinstraße e.V. und Maria Sophia Bach von Global Communication Experts GmbH.

Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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