Pfälzer Hüttentour – Wanderung mit kulinarischen Höhepunkten

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Wenn man wandern geht möchte jeder am Ende oder auch zwischendurch ein Ziel haben, genauso haben es sich die Leute gedacht, die die Pfälzer Hüttentour kreiert haben. Es ist eine rund 19 Kilometer lange Tageswanderung für geübte Wanderer, der von Hütte zu Hütte führt.

Die gesamte Tour umfasst 5 Hütten und eine Kapelle, die St. Anna-Kapelle. Die doch recht anspruchsvolle Tour steht unter dem Motto – Wandern und Einkehren – und dabei überwindet man rund 667 Höhenmeter. Zum größten Teil läuft man auf Waldwegen, was ich als sehr angenehm empfunden habe.

Wir starteten in Albersweiler am Haardtrand, natürlich stetig bergauf, entlang der Weinberge mit tollen Weitblick über die Weinregion. Zum Teil wandern wir auch auf dem Pfälzer Weinsteig, dem 172 km langen Prädikatswanderweg, bis es in den satt grünen Mischwald geht. Die erste Etappe ist schon eine ganz schöne Herausforderung. Das ständige bergauf, ohne Abschnitte, die nur eben verlaufen, um mal auszuschnaufen und den Gelenken etwas Erholung zu bieten, geht schon arg an meine Grenzen. Ich musste nur in meinem eigenen Rhythmus in meinem Tempo laufen und mich von der Gruppe nicht antreiben lassen, dann klappte es auch.

erste Station – die Ringelsberghütte


Ringelsberghütte

Nach dem Aufstieg kommt die erste Hütte, die Ringelsberghütte und wir werden mit einem traumhaften Ausblick über die Region und mit einer typischen Schorle – einer Erfrischung belohnt. Die Ringelsberghütte ist sonntags und feiertags von 9.30-18.00 Uhr geöffnet.

Ein besonderer Anreiz für die Hüttenliebhaber ist das „Hüttenhopping“, dabei kehrt man in alle fünf Hütten entlang des Weges ein, bekommt einen Stempel in seinen Wanderpass und erhält am Ende, wenn man in jede eingekehrt ist, das Original-Hüttenschoppenglas mit Inhalt – eine typische Pfälzer Weinschorle.

Was ist eine Pfälzer Weinschorle?

Eine Pfälzer Weinschorle ist ein 0,5 l – Glas gefüllt mit 2/3 Weißwein und 1/3 Wasser, es ist vollkommen normal, sich diese große Schorle mit mehreren Personen zu teilen. Ein paar Witzbolde haben das Gebiet zum Schorlen-Schutzgebiet erklärt.

Wir lassen zwei Hütten, die Trifelsblickhütte und die St. Anna-Hütte, sowie die St. Anna-Kapelle aus und kürzen etwas ab und gehen den Marktweg. Der Weg hat nicht umsonst diesen Namen, denn früher benutzten die Bäuerinnen diesen Weg, um ihre Waren nach Landau auf den Markt zu bringen und dann selbst einzukaufen und wieder heim zu schaffen. Das war echt anstrengend, wenn ich mir vorstelle jetzt noch schwere Körbe und Lasten zu tragen.

Zweite Station – die Landauer Hütte

Unser nächstes Ziel ist die Landauer Hütte, die bei dem schönen Wetter richtig gut besucht ist. Die Hütte wird seit 1903 bewirtschaftet. Es ist bereits Mittagszeit und so lassen wir uns regionale Köstlichkeiten schmecken. Typisch auf den Hütten sind Bratwurst mit Kartoffelsalat und Flammkuchen. Die meisten Hütten werden ehrenamtlich bewirtschaftet und sind deshalb nur am Wochenende geöffnet, wenn man an einem anderen Tag diese Tour mit Einkehr machen möchte, sollte man sich unbedingt vorher informieren. Sa, So und feiertags 10-18 Uhr, Nov.-Febr. bis 17 Uhr, Mai bis Oktober auch Mi 10-17 Uhr

Abstecher zur Burgruine Neuscharfeneck

Gut gestärkt und mit leckerer Schorle erfrischt, machten wir noch einen rund 800 m Abstecher zur Burgruine Neuscharfeneck hinauf, der sich in jeder Hinsicht gelohnt hatte. Die Ruine lässt erahnen, was es mal für eine schöne richtig große Burg war. Die Burg Neuscharfeneck ist die viertgrößte Burgruine der Pfalz. Die Ruine liegt 280m über dem Dorf Dernbach und besitzt eine ausgedehnte Anlage. Im Bauernkrieg im Brand gesteckt, wurde sie zwar um 1530 wieder hergestellt, aber im 30jährigen Krieg endgültig zerstört. Es sind aber auch überall nette Schilder mit Abbildungen der damaligen Zeit aufgestellt. Die Ruine ist ein richtiger Abenteuerspielplatz für Kinder. Von der Burgruine hat man wieder einen fantastischen Rundumblick.

Überhaupt ist bei der Tour auch an die Kleinen Gäste gedacht wurden, an jeder Hütte sind Kinderspielplätze, die für Abwechslung zum Wandern sorgen. So hat zum Beispiel hat Mercedes als Teambildung an der Ringelberghütte einen Mercedes-Holz-LKW gebaut.

Nach unserem letzten Aufstieg erreichen wir den Gleitschirmabflugplatz, hier laden futuristische Bänke zum Verweilen. Leider starteten keine Gleitschirmflieger als wir kurz rasteten.

Aussichtspunkt Orensfelsen

Weiter geht unsere Wanderung zum Orensfelsen, wir klettern auf das von Geländern abgesicherte Felsplateau und genießen eine herrliche Aussicht ins Queichtal. Uns wird eine fantastische Weitsicht über die gesamte Region geboten. Bei dem herrlichen Wetter ist der herrliche Blick in die Rheinebene ein Traum.

Dritte und letzte Station Naturfreundehaus Kiesbuckel

Naturfreundehaus Kiesbuckel

Von nun an geht es nur noch bergab und wir erreichen unsere letzte Station, das Naturfreundehaus Kiesbuckel zu Kaffee und leckeren Kuchen. Das Naturfreundehaus Kiesbuckel ist am Samstag, Sonntag und feiertags von 10.00 -18.00 Uhr geöffnet.

Nach dieser letzten Rast verläuft unsere Wanderung bergab und auf dem Kastanienweg – dem Pfälzer Keschdeweg zurück zum Ausgangspunkt in Albersweiler – St. Johann. Ja die Pfälzer sagen zu den Kastanien „Keschde“. Der Keschdeweg verläuft immer wieder durch Kastanienwald, der sich am Rande des Pfälzer Waldes in einem breiten Streifen parallel zur Weinstraße erstreckt. Rund um die Kastanie gibt es hier in der Region verschiedene Veranstaltungen, insbesondere zur Blütezeit im Juni und zur Erntezeit im Oktober.

Die gesamte Hüttentour ist ein Rundwanderweg von 18,5 km Länge, bei dem rund 667 Höhenmeter überwunden werden. Die Wanderzeit beträgt ca. 6 – 6,5 Stunden und ist als – schwer – eingestuft, wobei festes Schuhwerk, Wanderstöcke und Regenschutz empfehlenswert sind. Man sollte auch ein Getränk dabei haben. Die Wege sind ausgezeichnet beschriftet, so dass man sich perfekt zurecht findet.

Einen weiteren Artikel zur Region Südliche Weinstraße finden Sie hier

Ich bedanke mich bei Allen für die Unterstützung, besonders Uta Holz und Nadine Schubert vom Südliche Weinstraße e.V. und Maria Sophia Bach von Global Communication Experts GmbH. Die Tour hat echt Spaß gemacht und ich habe die Wanderung, trotz Anstrengung, sehr genossen.

Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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