E-Bike-Tour durch die herbstliche Bergwelt

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Mit dem E-Mountainbike durch das Trentino im Herbst, so hieß es bei meinem Besuch. Das Trentino ist die Region zwischen dem Gardasee und den Dolomiten, ein echtes Paradies für Biker. Besonders E-Bike-Touren ermöglichen ein entspanntes Erkunden für Bike-Genießer, wobei man doch eine gewisse Kondition mitbringen muss, denn es geht ordentlich bergauf und bergab.

Wir waren in der Region Alpe Cimbra unterwegs, im Fahrradverleih in Folgaria wurden wir mit den E-Mountainbikes und Fahrradhelmen ausgestattet und erhielten eine kurze Einweisung, was besonders bei E-Bikes sehr wichtig ist. Auch Fahrradhelme halte ich bei E-Bike für unverzichtbar, denn gerade auf geraden Strecken und bergab kommt man locker auf über 30 km/h.

Ich hatte ein Haibike, ein wirklich tolles Rad.

In Folgaria, auf rund 1200m, ging unsere Tour gleich mit leichten Anstieg los. Man musste sich erst einmal mit den Bikes vertraut machen, wann schalten, wann die Motorunterstützung zuschalten, wann mehr Unterstützung gebraucht wird? Ich bin schon sehr viel mit dem E-Bike unterwegs gewesen, jedoch ist jedes Rad und Fahrradtyp anders.

Vorbei am Golfplatz, kam gleich die erste Herausforderung, ein steiler, sehr schmaler Schotter-Pfad am Hang, der viel Kraft und Geschicklichkeit verlangte.

In unserem Programm stand, „es geht 40 km über Höhen und Tiefen, aber Dank Elektromotor ist die Strecke selbst für ungeübte Biker kein Problem“. Dem muss ich doch etwas wiedersprechen, gerade auf der Mountainbike-Strecke, auf der es im Wald bergauf- und –ab ging, auf Schotterwegen mit vielen Wurzeln, war es schon eine extreme Herausforderung, auf der auch eine Teilnehmerin echte Probleme hatte. Man sollte doch schon ein geübter Biker mit guter Kondition sein. Unsere Gruppe hat sich geteilt, ein Teil ist weiter durch den Wald, auf der Downhill-Strecke mit Chaira gefahren. Die andere Gruppe ist mehr auf asphaltierten Wegen mit Marco geradelt, was aber keinesfalls weniger Spaß gemacht hatte.

Ich war bei der zweiten Gruppe und Marco hat immer wieder angehalten und uns Sehenswertes erklärt. Unsere Strecke führte uns durch kleine Dörfer, mit tollen Aussichtspunkten auf die herbstliche Bergwelt, die ich versuchte mit der Kamera fest zu halten.

Angekommen in S. Sebastiano auf 1280m Höhe erzählte uns Marco die spannende Geschichte des Ortes und des Kirchturms, der das Überbleibsel der Kirche war, die im Krieg von der gegenüberliegenden Seite aus zerstört wurde.

Bei dem Blick über Hügel und Berge zeigt uns Marco unser nächstes Ziel, wo wir die andere Gruppe treffen würden und ich schlucke erst einmal, denn es waren noch sehr viele Hügel dazwischen, die es galt rauf und runter zu fahren, aber wir hatten ja E-Bikes.

Es geht nach unten in das kleine Dorf Cueli Liberi auf 1130m, vorbei an dem wunderschönen Viadukt, das zur Wasserversorgung diente.


Dorf Cueli Liberi auf 1130m

Im Ort bestaunten wir eine alte Wassermühle von 1884, noch heute wird eine neuere Mühle im Ort betrieben. Große Schlitten dienen heute der Dekoration, früher wurde damit, auch im Sommer, Holz und Heu aus den Bergen transportiert.

Naturbrücke

Wir fuhren durch die malerische Herbstlandschaft und kamen an eine Stelle, wo man genau sieht, wie die Erde in Millionen von Jahren arbeitet. Eine Felsformation ist natürlich so geformt wurden, als wenn der Mensch eine Brücke gebaut hätte, so hab ich dies noch nie gesehen.

Danach ging es über eine Fußgängerbrücke mit Absperrungen. Marco zeigte uns, wie wir mit den Rädern, auf dem Hinterrad, da bequem durch kommen, es hatte super geklappt.

Später hatten wir die andere Gruppe wieder getroffen und es ging gemeinsam weiter, immer bergauf und bergab. Ewig lange Serpentinen fuhren wir in hohem Tempo hinunter.

Unsere Route führte uns zum Lago di Lavarone, von oben hatten wir bereits einen tollen Blick auf den See und die Bergwelt.

Am See hatten wir eine kurze Pause, als Fotostopp gemacht. Der See, Lago di Lavarone liegt wunderschön mit den Bergen rund herum. Bei traumhaften Wetter spiegelte sich die Sonne im Wasser, was ein fantastisches Fotomotiv ergab.

Zur Mittagspause sind wir im Albergo Ristorante Nido Verde in Lavarone eingekehrt, es gab, natürlich typisch italienisch, Pasta.

Gut gestärkt ging es weiter und hinauf zur Festung K.u.K. Werk Gschwent, die wir kurz besichtigten. Heute ist die Festung ein Museum und kann besichtigt werden.

In Masetti (Laverone) auf 1156m hat uns das Geblöke von unzähligen, niedlichen Lämmern empfangen. Dieser Anstieg dort hinauf hat noch einmal alles von uns abverlangt, eine extreme lang gezogene Steigung. Als wir oben angekommen waren, taten das kleine Foto-Shooting mit den Lämmern und die traumhafte Aussicht richtig gut.

In Lusern sahen wir zum Beispiel noch typische alte Häuser der Region, wie das, in dem heute das Museum zu finden ist.

Ziel unserer Radtour war die Malga Millegrobbe, wo wir uns in der tollen Saunalandschaft und einem Jacuzzi im Freien entspannen und von der Tour erholen konnten. Ein richtig tolles Erlebnis war der Saunaaufguss. Der Saunameister mit Fliegen und karierten Rock und Waffe war James Bond. In der Sauna lief während der drei Aufgüsse mit unterschiedlichen Düften, die Filmmusik von 007. Der Saunameister und seine Assistentin wedelten uns abwechselnd die heiße Luft zu. Dann wurden wir mit Wasser beschossen, echt richtig gut gemacht. Besonders nett war auch, dass er immer versucht hatte, alles auch in Deutsch zu erzählen, damit wir es auch verstanden.

Zum krönenden Abschluss wurden wir noch zu einer kleinen Brotzeit eingeladen.

Wir hatten auf unserer Tour genau 30,5 km in 6 Stunden zurückgelegt, wobei es mir gefühlt viel mehr vorkam. Dabei hatten wir insgesamt 600 Höhenmeter hoch und runter überwunden, zum Teil ging es sehr steil bergauf und auch bergab. Ich war froh als wir am Ziel waren und war richtig stolz, es geschafft zu haben. Die Tour hatte wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich kann es sehr empfehlen, das Trentino mit dem E-Bike zu erkunden. Nur eins noch, als doch ungeübter Radler hatte ich noch zwei Tage Probleme mit den Oberschenkeln beim Treppen steigen und der Po tat weh, denn 6 h auf dem Mountainbike-Sattel sind nicht ohne.

Über das Trentino

E-Bike-Tour

Die autonome Provinz Trentino im Norden Italiens gliedert sich in vierzehn touristische Gebiete und erstreckt sich von den Dolomiten, die seit 2009 als UNESCO-Weltnaturerbe zählen, bis hin zum Nordzipfel des Gardasees mit der Stadt Riva del Garda. Neben den historischen Städten Trento und Rovereto, (die ich in einem anderen Artikel vorstellen werde), besticht Trentino vor allem mit seiner vielseitigen Natur. Rund 30 Prozent der Gesamtfläche bestehen aus Naturschutzgebieten. Mediterrane Temperaturen am Wasser und alpines Klima in den Bergen.

Über 431 Kilometer gepflegte Radwege führen durch Täler, über Hochebenen und Bergpässe. Neben der eindrucksvollen Landschaft punkten die Tourismusgebiete des Trentino bei Rad-Fans vor allem mit besonderen Streckenkonzepten und auf Fahrradfahrer zugeschnittenen Angeboten. Sie bieten auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Serviceleistungen, wie geführte Touren, Gepäcktransport, Werkstätten sowie GPS Daten, Kartenmaterial und ein attraktives Kulturprogramm. Zahlreiche Gemeinden punkten darüber hinaus mit Akkuwechselstationen, wodurch auch längere Touren mit E-Bikes möglich sind.

Bereits vielerorts können Radler die Strecken durch die Dolomiten mit geländetauglichen E-Bikes befahren, denn die Anzahl der Verleih-Stationen im Trentino nimmt immer weiter zu – insbesondere in der Region rund um den Gardasee, im Val di Non und im Val di Fiemme.  Das Projekt E-VVAI hat den E-Bike-Verleih zudem auf die Täler der Judikarien ausgeweitet und ermöglicht es Touristen in den beliebten Urlaubsorten Madonna di Campiglio und Terme di Comano Elektro-Fahrräder auszuleihen.

Weitere Informationen zu den vielseitigen Fahrradangeboten im Trentino gibt es auf www.visittrentino.info/bike und unter www.visittrentino.info

Vielen Dank an Chiara de Pol vom Trentino Marketing und Marco vom Alpe Cimbra für die Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms

Booking.com

Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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