Adel verpflichtet auf dem Run of Fame am Arlberg

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Wo sind wir hier gelandet? Wohl kaum in Österreich? Auch der erste Eindruck vom Bergpanorama, bei der Auffahrt zum Rendl, dort wo der Run of Fame startet, erinnert eher an die Top Bergpanoramen der Erde- Rocky Mountains, Matterhorn. Uns verschlägt es tatsächlich erst mal die Sprache, angesichts des weißen Rausches um uns herum.

Klar, dass da auf 2030 Metern Höhe eine „Rendl Beach Bar“ nicht fehlen darf. Doch wer das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs, das seit letztem Winter dank vier neuer Bergbahnen in St.Anton, St.Christoph, Stuben, Zürs, Lech und Warth entstanden ist, an einem Tag umrunden will, der darf am Rendl Beach nicht einkehren. „Nehmt euch etwas zum Essen und Trinken mit. Pausen sind nicht möglich!“, hatte uns bereits am Vorabend Hotelier Hannes Skardarasy prophezeit. Oh je! Nicht mal eine Mittagspause? Eigentlich kaum, heißt es doch 85 Pistenkilometer und 18.000 Höhenmeter auf Skiern zu bewältigen. An einem Ski-Tag. Der hat bekanntlich nur siebeneinhalb Stunden. Und- man ist schließlich nicht allein auf der Piste!

Los geht’s am ersten „Run of Fame“ Stern bei der Tal-Abfahrt Nummer 1 am Rendl. Die goldenen Schilder markieren die Pisten mit den Porträts großer Arlberger Skilegenden wie Hannes Schneider, Karl Schanz oder Mario Matt, aber auch Hollywood-Stars, die am Arlberg gedreht haben, sind entlang der Rundtour von St.Anton bis Warth verewigt. Erstmal unbekannte Namen für jüngere Skifahrer. Das erste Wiedererkennen, lässt erst mal auf sich warten. Es ist Renee Zellweger alias Bridget Jones, die uns fünf Abfahrten und vier Lifte später begegnet. In der Hall of Fame am Gipfel der neuen, postmodernen Flexenbahn.

Bis dahin haben wir schon, nach der Rendl-Talabfahrt, zu Fuß, die Ski geschultert, den Ortskern von St.Anton überquert, uns in die Galzigbahn gedrängt, den Schindlergrat, unterhalb des Valluga, dem höchsten Arlberger Gipfel, haben wir ausgelassen, um in Stuben, am Fuße der schönen, langen Valfagehrabfahrt in die Flexenbahn zu steigen und in ihr auf den Trittkopf zu schweben. Von dort oben ist der Ausblick umwerfend, sei es zurück, Richtung Albona oder hinunter ins Tal, wo Zürs liegt.

Von der Hall of Fame, im Bauche der Flexenbahnstation, können wir uns einfach nicht losreißen. Das kostet Zeit! Zu sehr hat es uns Rennee Zellweger in Lebensgröße angetan, oder Ausschnitte aus dem Film „Bridget Jones II“ wie sie tollpatschig in Lech im Schnee liegt und aus dem Lift fällt. „Den Sessel-Lift gibt es immer noch, das ist der Schlegelkopflift in Lech“, sagt Ski-Guide Thomas. Klar, da wollen wir nun auch unbedingt hin, sehen, wo im Jahre 2004, dieser Hollywood-Streifen gedreht wurde. So setzen wir unseren „Run of Fame“ auf den Spuren von Bridget Jones und dem Anwalt Marc Dracy fort, in Richtung Lech.

Hinab nach Zürs geht es vom Trittkopf auf einer schmalen Piste in den Nobel-Skiort Zürs, dort wo die Arlberger Skitradition ihren Anfang nahm. Doch wir haben nicht mit diesem wundervollen Zwischenstopp gerechnet: Auf der Hotelterrasse des 5- Sterne Hotels Zürserhof, der genauso hingebungsvoll von der Mittagssonne verwöhnt wird, wie seine Gäste von ihm, tummelt sich so ziemlich alles was Rang und Namen hat- aber incognito dem Sonnenskilauf frönt.

Das üppige Mittagsbuffet mit Blick auf den Ort Zürs unter der weiß-gelben Pergola mit Parmaschinken, Büffelmozarella und Gambas auf 1700 Metern Höhe über dem Meeresspiegel, ist nur das Entrée für ein leichtes Mittagsmenü mit Köstlichkeiten wie einem Rotweinburgunderbraten. Und wann haben wir uns zum letzten Mal im Winter ein Bananensplit gegönnt?

Bereits in den Zwanzigerjahren beherbergte Graf Tattenbach nach englischem Vorbild „paying guests“. Der adelige Hotelier zeigte Weitblick und Stil – er stattete den Zürserhof schon damals als einziges Haus am Arlberg mit exklusiven Privatbädern mit goldenen Armaturen aus. Inzwischen ist daraus das vergoldete, 1700 Quadratmeter große „Aureus Private Spa“ entstanden. Im Jahr 1955 kauften der internationale Zürser Skipionier Ernst Skardarasy und seine Frau Hilde den Zürserhof. Seit Anfang der Achtzigerjahre führen Monika und Willy Skardarasy als Eigentümer das Fünf-Sterne-Superiorhotel.

Auch heute sind sie und vor allem Sohn Hannes und seine Frau Laura in dem Traditionshaus tagtäglich präsent. „Wenn Sie den Run of Fame schaffen wollen, dann müssen Sie sich jetzt losreißen,“ gibt er uns noch auf den Weg.

Direkt hinter dem Zürserhof geht mit der Zürserseebahn hinauf zum Zürsersee, wo wir nach der noblen Mittagspause, den Madlochlift ansteuern. Wer schon am Arlberg Ski gefahren ist, weiß: dieser historische Zweiersessellift kann leicht zum Nadelöhr werden. Hier oben sehen wir auch erstmals das runde, silberne Zeichen, das den Streckenverlauf des „Weißen Rings“ markiert, daneben das goldene Siegel für den „Run of Fame“. „Der weiße Ring“ ist eine andere, kürzere Skirunde von Zürs bis Lech, die sich teilweise mit dem Run of Fame deckt. Der Streckenrekord für 22 Kilometer lange Skitour liegt, während des legendären gleichnamigen Rennens, das so etwas ähnliches wie ein Massen-Rennmarathon auf Skiern ist, zur Zeit bei rund 45 Minuten.

„Normale“ Skifahrer benötigen angeblich etwa zwei Stunden für die gesamte Strecke. Die optimale Länge für einen Nachmittag ! Wir lassen wir uns gemütlich von der Madlochbahn durchs gleichnamige „Loch“ auf über 2.400 Meter Höhe schaukeln, wo die anschließende fünf Kilometer lange, unpräparierte Skiroute 170 nach Zug führt.

Weiter geht es über das Kriegerhorn nach Oberlech, wo sich die Piste direkt an den Terrassen der schicken Hotels vorbei bis hinunter nach Lech schlängelt. Und hier, auf der Piste finden wir auch das Foto von Renee Zellweger als Bridget Jones wieder. Als krönenden Abschluss nehmen wir deshalb noch den alten Zweiersessellift in Lech, aus dem sie im Film herausgefallen ist, bevor wir ins Zentrum von Lech abfahren.

Dort unten im Tal ist es warm und sonnig. Ein guter Grund es mal wieder den VIPs gleichzutun und an einer der Skibars einen Champagner zu trinken. Vielleicht sehen wir ja die holländische Königin in Skischuhen vorbei spazieren? Sehen und gesehen werden ist hier das Motto, auch in der Rüfikopfbahn, die uns von der gegenüberliegenden Flussseite auf 2350 Meter Höhe bringt. Sehen, weil der Panoramablick aus der Gondel einfach umwerfend ist: Unter uns liegt Lech, um uns herum – ein weißer Traum.

Von hier oben führt die herrliche Abfahrt 185 wieder hinunter bis nach Zürs. Vom Hexenboden geht es dann direkt über die Skibrücke bis vor die Sonnen-Terrasse des Zürserhofs. „Famer geht’s nicht!“ Das ist es was uns durch den Kopf schiesst, als wir uns von der ersten Etappe des „Run of Fame“ bei einem Aperitiv mit Blick auf den Nobelort Zürs erholen. Die zweite Etappe, bis nach Warth, kann warten…

Berühmte Skirunden am Arlberg

Der Run of Fame
Auf 85 Kilometern und 18 000 Höhenmetern folgt man den Spuren der Skipioniere und Legenden aus Sport und Film, die am Arlberg ein-und ausgingen. In der Hall of Fame bei der Flexen-Bahn Bergstation zeichnet eine Ausstellung die Skigeschichte des Arlbergs nach: angefangen vom Pfarrer Müller, der 1894 die Skier erstmals hierher brachte, bis zu den aktuellen Skiassen wie Mario Matt mit zwei WM-Titeln und olympischem Gold. Auch Hannes Schneider stammt von hier. Er gründete die erste Skischule in Österreich und gilt als Erfinder des Stemmbogens, den man immer noch ganz selbstverständlich beim Skifahren lernt.

DER WEISSE RING
Der Weiße Ring zwischen Lech und Zürs am Arlberg verbindet seit 60 Jahren vier Berge und vier Orte zu einer einmaligen Skiroute, bestehend aus rasanten Abfahrtspassagen, gemütlichen Fahrten in der Seilbahn, aber auch Gegenhänge in Skating-Technik müssen überwunden werden. 22 Kilometer Skiabfahrten und ca. 5500 Höhenmeter. Einmal im Jahr steigt hier das berühmte Rennen. Der Weiße Ring – Das Rennen wird alljährlich im Januar ausgetragen. Startpunkt ist auf dem 2.362 Meter hohen Rüfikopf bei Lech. Über den Schüttboden und Hexenboden geht es weiter nach Zürs.

Angebot Zürserhof:

Aureus-Aktiv Powder & Snow-Package (07.01.–03.02.18)
Leistungen:
7 Ü mit Vollpension und allen Vorzügen des Zürserhofs, 6-Tages-Skipass, feuchtigkeitsspendende
Gesichtsbehandlung, Spa-Pediküre, lockernde Kopf-Nackenmassage, vitalisierende Fußreflexzonenmassage,
muskelentspannende Ganzkörperpackung, Après-Ski-Sportmassage, Zürserhof Überraschungsgeschenk –
Preis p.P.: ab 3.299 Euro

Hotel Zürserhof *****
A-6763 Zürs am Arlberg
Tel.: +43/(0)5583/2513-0
Fax: +43/(0)5583/3165
E-Mail: hotel@zuerserhof.at
www.zuerserhof.at

Fotos Zürserhof

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Über den Autor

Sonja Vodicka

Die Stärken der Journalistin Sonja Vodicka sind ihre Internationalität, ihre kosmopolite Berufserfahrung und ihre Sprachkenntnisse (französisch, tschechisch, englisch, italienisch). Nach dem Studium an den Universitäten Bordeaux und LMU München absolvierte sie ein Volontariat bei der Deutschen Journalistenschule. Seit fast 30 Jahren arbeitet sie als Redakteurin und Autorin von Magazinen und Tageszeitungen zu den Themen Reise, Mode, Lifestyle, Familie und Gesellschaft. Seit 20 Jahren ist sie als Autorin und Regisseurin beim Fernsehen tätig, vor allen zu internationalen Forschungs- und Bildungsthemen. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrer Familie oder man trifft sie in den Bergen beim Skifahren, Wandern oder Reiten.

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