Fasten und Wandern an der Adriaküste Kroatiens

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Die Makarska-Riviera ist einer der schönsten Küstenabschnitte an der Adria in Kroatien. Es ist zum einen ein fantastisches Wandergebiet und der perfekte Badeort, wie eine Perlenkette reihen sich Bucht an Bucht mit weißem Feinkiesstränden und kristallklarem, türkis- bis smaragdfarbenen Wasser.

Fastenwandern

Aus diesem Grund hat Waltraud Wirth auch diesen Ort für die Fastenwanderwoche gewählt. Begleiten Sie mich auf dieses ungewöhnliche Wandererlebnis, Fasten und Wandern ist die perfekte Kombination. Ich hab schon viel über Fasten gehört und gelesen, hab es aber noch nie selbst ausprobiert. Durch Recherchen zu meinen Themengebiet Wellness bin ich auf die Fastenlehrerin Waltraud Wirth gestoßen und hab Kontakt mit Ihr aufgenommen. Hab einen Bericht von ihr veröffentlicht. Dabei bin neugierig geworden, es doch auch einmal selbst auszuprobieren und darüber zu berichten.

Und genau dies hab ich getan. Ich habe Waltraud Wirth mit einer Fastenwandergruppe nach Kroatien begleitet und natürlich auch selbst mit gemacht. Waltraud hat uns zur Vorbereitung Unterlagen und Packlisten für das Mitbringen der wichtigsten Sachen, wie Schuhwerk, Regenkleidung, Säfte usw. zugeschickt, eine wirklich sehr gute Vorbereitung, ich hätte an Vieles nicht gedacht. Und da fingen meine ersten Zweifel an, auf was hast du dich da nur eingelassen?! Angefangen von Fastenvorbereitung, Darmreinigung und Einlauf haben mich schon etwas verunsichert. Als Vorbereitung hatte ich die Woche leicht gegessen und den Tag vor der Abreise nur einen Obsttag eingelegt und dann am Abend Glaubersalz zu mir genommen. Dadurch hatte ich eine sehr unruhige Nacht, denn es hat bis 3 Uhr morgens gedauert bis es wirkte.

Die Makarska-Riviera ist einer der schönsten Küstenabschnitte an der Adria in Kroatien. Es ist zum einen ein fantastisches Wandergebiet und der perfekte Badeort, wie eine Perlenkette reihen sich Bucht an Bucht mit weißem Feinkiesstränden und kristallklarem, türkis- bis smaragdfarbenen Wasser. In Kroatien, Split angekommen brachte uns der Hotelbus zu unserer Unterkunft, eine wirklich schöne 3*Hotel-Pension, Villa Petra in Brela, nur wenige Meter vom Meer entfernt. Schöne geräumige neu renovierte Zimmer mit einem großen Dusch-Bad. Der Besitzer Zwonko Ursic verteilte uns auf die Zimmer.

Zum ersten gemeinsamen Abendessen gab es die erste Gemüsesuppe, die uns gut mundete. Dabei gab es zu jeder Mahlzeit einen schönen Spruch von Waltraud. Es folgte die Vorstellungsrunde in Form „ich packe meinen Koffer und nehme mit..“, also „ich heiße Gabi, du bist Hertha, Ulli… und wer bist du?…“, dabei hatten es die Letzten der Runde am schwersten. Jeder sollte nun erzählen, warum er zum Fastenwandern gekommen ist. Erstaunlich fand ich, dass zu unserer Gruppe (14 plus Waltraud) sogar 4 Männer gehörten und das die Gruppe so bunt gemischt war, von jungen Frauen und einem Mann um die 30, Rentnern und ein paar dazwischen im „Mittelalter“. Die einzelnen Beweggründe für das Fasten waren ebenso unterschiedlich, wie die Gruppe. Mit mir war Christian noch ein Erst-Fastender, alle anderen hatten bereits Fastenerfahrung. Die Einen wollten Entschlacken, sich innerlich reinigen, zu sich selbst finden, zur Ruhe kommen und dann war da zum Beispiel Hertha „die von dem ganzen Schick Schnack nichts hält, sie möchte nur abnehmen“, was nebenbei auch meine Hoffnung war.

Fasten ist ein freiwilliger Verzicht auf Nahrung und damit eine geistige und körperliche Reinigung. Lange war das Fasten in Vergessenheit geraten, erst durch Dr. Otto Buchinger wurde es wieder entdeckt und praktiziert. Beim Fasten reinigen, entschlacken, entgiften und entsäuern wir, wir lassen los, schaffen Platz für Neues. Man schaut in sich rein, findet zu sich selbst, bekommt einen klaren Kopf, klare Gedanken, verbessert sein Wohlbefinden. Man gewinnt an Kraft und neuer Motivation. Der größte Teil der Teilnehmer hatte die Darmreinigung noch nicht vorgenommen und so wurde gemeinschaftlich Glaubersalz eingenommen, wobei uns Friedel doch in Erstaunen versetzte, er hat gleich die ganze Packung auf einmal zu sich genommen und dabei keine Miene verzogen, wie das bei ihm ausgegangen ist, hab ich leider nicht mitbekommen.

Morgens begann unser Tag 8.00 Uhr am Strand mit Gymnastik, die den Kreislauf in Schwung brachte. In dieser Umgebung mit Blick aufs Meer war dies einfach traumhaft. Dann gab es unser Frühstück, das aus Tee, Wasser und einem Saft aus frisch gepressten Grapefruchtsaft, Olivenöl, Knoblauch und Ingwer bestand. Nun brachen wir zu den täglichen Wanderungen auf. Den ersten Tag ging es gemütlich am Strand entlang und wieder zurück. Als „Mittag“ gab es zwischendurch einen Becher Gemüsesaft – eine Mischung aus Sauerkraut und Rote Beete und ein Stück Zitrone, als Vitamine C. Natürlich war es für uns wichtig immer viel zu trinken, dazu haben wir uns morgens Teeflaschen gefüllt und Wasser mitgenommen.

Am zweiten Tag wollten wir in den Bergen auf halber Höhe wandern und dazu sollten wir zum Ausgangspunkt gefahren werden. Doch es kam anders, wir stiegen steil nach oben und ich war nah an der Grenze aufzugeben und umzukehren. Nichts im Bauch, so fehlte mir die Kraft und die Kondition. Aber ich biss mich durch und schaffte den Aufstieg, zwar fix und alle, aber stolz nicht umgekehrt zu sein. Dann ging die Wanderung aber erst richtig los und diese war einfach traumhaft. Solch eine vielfältige Vegetation, wilde Kräuter und Blumen, einfach nur schön. Marika, Norbert und Waltraud erklärten uns immer wieder die verschiedenen Pflanzen. Dabei hatten wir die ganze Zeit einen wunderschönen Blick zur Rechten aufs Meer und
die Insel Brac. Links blickten wir auf das gigantische Bergmassiv, des Biokovo-Gebirge mit dem 1700 m hohen Sveti Jure und den 700 m hohen Rilic-Bergzug. Diese Wanderung hat mich doch ganz enorm angestrengt und ich bin danach nur noch ins Bett gefallen und hab bis zum Abendessen geschlafen.

Von Tag zu Tag verbesserte sich meine Kondition und die Wanderungen wurden immer leichterer. An Anstiegen hab ich zwar noch etwas geschnauft, hab mich aber sehr schnell regeneriert und so ging es viel besser, was ich nie glauben wollte, da man ja nicht ordentlich isst, es ist aber wirklich so. Am Mittwoch wollten wir uns nach Markaskar fahren lassen und dann zurück wandern, jedoch spielte das Wetter nicht mit, es wütete auch ein gewaltiger Sturm mit Regen. So wurde kurzer Hand umgeplant, wir fuhren in das Hotel Horizont. Hier im Gymnastikraum zeigte uns Waltraud die fünf Tibeter, das sind spirituellen Übungen bei denen wahrhaftig Körper, Geist und Seele mit einbezogen werden, eine leichte Form von Yoga-Übungen. Dann machte Anche mit uns Pilatesübungen, das ist ein Ganzkörpertraining zur Kräftigung der Muskulatur. Sie lehrt Pilates seit vielen Jahren. Dann ging es in den Wellnessbereich des Hotels und wir entspannten bei Sauna und beim Schwimmen. Nachmittags war das Wetter wieder so schön, was wir nie gedacht hätten, dass wir zurück zur Villa Petra wandern konnten.

Am Donnerstag haben wir ein Schiff gechartert, das uns zur Insel Brac gebracht hat. Wir stiegen aus und überquerten die Insel, wo uns das Schiff wieder aufnahm und zurück fuhr. Die Insel war von ihrer Flora und Fauna noch viel schöner, wie das Festland, überall am Wegesrand Trockenmauern, wir waren begeistert. Wir lernten auch die besondere Gastfreundschaft eines Ehepaares kennen, sie Deutsche und er Kroate. Wir hatten nur nach Wasser gefragt und gleich wurden wir alle zu Zitronenwasser eingeladen. Zum Schluss hat er uns den Weg gezeigt und uns noch auf des Weges begleitet, was ihm sichtlich Spaß bereitete. Er schnappte sich gleich einen Rucksack und lief schnellen Schrittes voran. Das Unglaubliche war, das ich zu keiner Zeit Hunger verspürt hatte und ich wirklich mal abgeschaltet konnte, nur für mich da war, was mir richtig gut tat.

Mein Fazit: Eine wirklich erstaunliche Erfahrung, mir ging es von Tag zu Tag besser und auch meine Kondition wurde verbessert. Ich hab auch daheim noch ein paar Tage weiter gefastet und auch die Gymnastik versuche ich täglich im Garten weiter zu machen, was mir fast immer gelingt. Es war bestimmt nicht mein letztes Mal, ich möchte wieder fasten, es tat mir richtig gut!!! Laut Waltraud ist Fasten der einfache, natürliche, selbst gewählte und selbstverantwortliche Weg zur Erneuerung und genau dies kann ich nur bestätigen. Fastenwanderwochen organisiert Waltraud Wirth an den schönsten Orten Europas, wie Madeira, Algarve und in Deutschland.

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Fastenwandern mit Waltraud Wirth
Ahornweg 5
95326 Kulmbach

Tel.: 09221 / 76 42 4
Fax: 09221 / 66 10 2

www.fastenwandern-wirth.de

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Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

2 Kommentare

  1. Liebe Gabriele,
    gerade eben, habe ich Deinen Bericht über unsere Fastengruppe in Kroatien wieder gefunden. Das freut mich sehr, daß er noch drin ist.
    Ich würde mich freuen, wieder einmal von dir zu hören.
    Ich bin immer noch dabei, meine Gruppen zu schönen Zielen zu führen.
    Liebe Grüße
    Waltraud

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