Besonderes Erlebnis ist Wandern in Schweden

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Abisko, Bergslagen, die Insel Gotland, Höga Kusten (hohe Küste), das UNESCO Welterbe Laponia sowie Sarek haben bei Wanderern und Trekkern auf der ganzen Welt einen legendären Ruf.

Wandern in Schweden

Der Sarek Nationalpark beispielsweise ist eine unberührte Wildnis, wie es sie nur in einer Natur geben kann, in der es keine Wege und nur wenige Einrichtungen gibt. Die meisten Wander- und Trekkingwege in Schweden sind jedoch deutlich gekennzeichnet und die ca. 350 gut ausgestatteten Hotels, Fjällstationen und Berghütten sind beliebte Anlaufpunkte für wandermüde Besucher. Besonders erwähnenswert ist das UNESCO Welterbe Laponia. Diese Region ist die Heimat der Sami, der Urbevölkerung Schwedens. Der Status eines Welterbes bedeutet, dass die Region wirklich etwas ganz besonderes ist, und wenn Sie die Berge, Wälder, Gletscher, Ebenen und Flüsse mit eigenen Augen gesehen haben, verstehen Sie warum.

Wandern bzw. Trekking ist in Schweden das ganze Jahr über möglich. Im Winter können Sie Ihre Wanderung mit Skiwandern und Schlittschuh fahren kombinieren, in den anderen Jahreszeiten mit Kanu und Kajak fahren. Es gibt an die 400 gekennzeichnete Wanderwege, die sich häufig durch eine ganze Provinz ziehen, wie z.B. der Blekinge-, Skåne- oder der Hallandleden. Ausserdem gibt es Wege, die durch die Nationalparks führen wie z.B. der einzigartige Kungsleden (Königsweg), der von Abisko an Schwedens höchstem Berg Kebnekaise vorbei bis nach Hemavan im Süden führt. So genannte Themenpfade gibt es in Dalsland – Pilgrimsleden (Pilgerweg), Småland – der John Bauer Weg, Dalarna – der Vasaloppsleden (Vasalaufweg), Västmanland – Bruksleden (Mühlenweg), Småland – der Utvandrarleden (Auswandererweg).

Das Schöne am Wandern und Trekken in Schweden ist die Vielseitigkeit der Landschaft: Gebirge, Gletscher, Tundra, Seen, Täler, Ebenen, Wälder und die weitläufigen Schärengärten. Wie leicht oder schwierig Ihre Wanderung sein soll, bestimmen Sie selbst: der Roslagsleden außerhalb Stockholms ist von Städtchen und Dörfern gesäumt, während die Zivilisation noch nicht in den wilden und wundervollen Sarek Nationalpark oder das UNESCO Welterbe Laponia vorgedrungen ist. Zu Schwedens Flora und Fauna gehören zum Beispiel Steinadler, Elch, Biber, Vielfraß, Luchs, seltene Orchideen, und im hohen Norden ziert das schillernde Nordlicht den arktischen Himmel.

Der Königsweg „Kungsleden“

Der Kungsleden ist der legendäre 425 km-lange Skiwanderweg, der sich von Abisko im Norden über hochalpines Terrain und am Kebnekaise, Schwedens höchstem Berg, vorbei bis nach Hemavan im Süden zieht und auf dessen Weg Sie das Nordlicht – die beste Lightshow der Welt – erleben können. Einer der besten Orte, um das Nordlicht zu sehen ist Abisko, der Platz, an dem der Kungsleden beginnt. Vom Gipfel des Kebnekaise, Schwedens höchstem Berg und Teil des Kungsleden, haben Sie einen fantastischen Ausblick über das Gebirgsmassiv, das einen beträchtlichen Teil von Schwedens gesamter Landmasse bildet. Südlich vom Kebnekaise beginnen die Kaitum-Berge sowie der Sarek und der Padjelanta Nationalpark.

Im Süden liegt die Gebirgsregion Arjeplog mit den beiden pittoresken Bergdörfern Ammarnäs und Hemavan, die durch den Kungsleden verbunden sind. Auf der 5 Tage dauernden Wanderung zwischen den beiden Dörfern kommen Sie am Gebirge Vindelfjäll vorbei, einer weitläufige Landschaft mit schneebedeckten Gipfeln, Gletschern, Nadelwäldern und Gebirgswiesen. Hier leben Vielfraß, Braunbär, Luchs und der vom Aussterben bedrohte Polarfuchs. Am Kungsleden liegen in strategisch günstigem Abstand Hütten zum Übernachten, zum Essen kochen und zum Auffüllen des Proviants sowie zwei Jugendherbergen. Der 500 Kilometer lange Kungsleden führt fast nur durch unberührte Wildnis. Doch man muss nicht die gesamte Strecke absolvieren. Immer mehr Wanderer bleiben für ein paar Tage in einer Berghütte oder Fjällstation und unternehmen von dort aus Tagesausflüge in die nähere Umgebung.

1. Die Aussicht: Skierfeklippan

Auf dem Wanderweg zwischen den Fjällstationen Saltoluokta und Kvikkjokk führt der Kungsleden an der Ostseite des Sarek-Nationalparks entlang. Normalerweise dauert diese Tour vier Tage. Doch viele bleiben länger hier und übernachten in den Hütten in Sitojaure oder Aktse, um dann Tagestouren im Sarek zu machen. Oder einfach nur über das berühmteste Tal des Nationalparkes zu blicken – das Rapadalen mit seinen ausgedehnten Wasserläufen und farbenfrohen Fjällwiesen. Der beeindruckendste Aussichtsplatz des Kungsledens ist aber die 1179 Meter hohe Klippe Skierfe, deren fast 700 Meter steil abfallende Felswand Richtung Rapadalen und Pårtemassiv zeigt. Skierfe ist das lieblingsmotiv vieler Profi- und Amateurfotografen, die in der norrländischen Gebirgslandschaft unterwegs sind. Vom Kunsgleden aus kann man es von der Etappe von Sitojaure nach Aktse aus in ein paar Stunden hierher schaffen.

2. Die Gletscher: Kebnekaise

Der Kebnekaise ist mit seinen 2106 Metern nicht nur Schwedens höchster Berg, er ist auch ein beeindruckendes Massiv mit einigen größeren Gletschern. Dort sollte man als unerfahrener Wanderer allerdings nicht alleine unterwegs sein. Und auf keinen Fall ohne richtige Ausrüstung und/oder einen Bergführer. Doch auch aus der Distanz lassen sich die teilweise dramatischen Eis-, Schnee- und Felsenformationen betrachten. Auf der Westseite des Massivs liegt der Rabotgletscher und auf der Ostseite münden drei Gletscherzungen in verschiedene Täler: der Björlinggletscher, der Großgletscher und der Eisfallgletscher.

Noch bis vor einigen Jahren wurden die Gletscher des Kebnekaise von Klimaforschern, die die Ergebnisse der Klimareporte der Vereinten Nationen infragestellten, als Beispiele hervorgehoben, weil die Gletscher hier tatsächlich an Größe zunahmen anstatt zu schrumpfen.Doch in den letzten Jahren hat sich die Entwicklung umgekehrt. Auch der Gipfel des Kebnekaise wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Stück für Stück niedriger werden, da die obere Schicht nur aus Eis und Schnee besteht.

3. Die Flora: Lappländische Alpenrose

Im Abisko-Nationalpark, in unmittelbarer Nähe des Kunsgleden, wächst Schwedens einzige echte Rose: die lappländische Alpenrose (Rhododendron Lapponicum), auch »Eisenbahner-Rose« genannt. Der Name stammt aus der Zeit als die Eisenerzbahn zwischen Kiruna und Narvik gebaut wurde – vor etwa 100 Jahren. Man braucht jedoch ein wenig Glück, um eine Rose zu finden. Die lappländische Alpenrose ist meistens nur vier bis fünf Zentimeter groß und blüht nur für einige Wochen um Mittsommer herum. Der Rest des Sommers gleicht sie eher einem kleinen Gebüsch. Der vermutlich beste Weg, die Naturwunder Schwedens zu erleben, ist eine Wanderung oder Trekking-Tour mit einem professionellen Guide. Das in Gällivare ansässige Unternehmen Pathfinders Lapland beispielsweise organisiert außergewöhnliche Wanderungen durch Laponia. Hier können Sie lernen, Rentiere zu hüten und den ansässigen Sami-Hirten helfen, die Tiere im Frühling sicher von ihren Winterweiden in den Wäldern in die Gebirge im Westen zu treiben. Bei dieser Wanderung müssen Sie mit anpacken, Sie schlagen das Lager auf, kochen Essen und kümmern sich um die Rentiere.

Sie legen pro Tag zwischen 5 km und 15 km zurück und schlafen im Zelt, zum Essen und für andere gemeinsame Aktivitäten versammeln Sie sich in einem samischen „lavuu“ (einem Tipi-ähnlichen Zelt). Pathfinder organisiert auch Wanderungen, bei denen Rentiere die Ausrüstung und den Proviant tragen. Es gibt überall in Schweden Unternehmen, die sich auf Angebote mit professionellen Guides spezialisiert haben. Achten Sie besonders auf Firmen, die mit dem schwedischen Qualitätssiegel „Naturens bästa“ (das Beste der Natur) ausgezeichnet sind. In der schwedischen Natur gibt es unendlich viel zu sehen, vor allem in Begleitung eines erfahrenen Guides. Die Touristeninformationen vor Ort sind Ihnen gerne bei der Suche nach Veranstaltern von Wandertouren oder nach Guides behilflich.

Zum wandern eignen sich einige Regionen in Schweden, wie beispielsweise Abisko, Bergslagen, die Insel Gotland, Höga Kusten oder das UNESCO Welterbe Laponia.

Fotos visitsweden

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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