Soonwaldsteig – Wildnis erleben und Stille geniessen

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Auf zu unserer Wandertour haben wir den Soonwaldsteig in Etappen erwandert und dabei unheimlich viel entdeckt. Der Soonwaldsteig erstreckt sich von Kirn nach Bingen am Rhein auf einer Gesamtlänge von 83 km. Der Wanderweg ist 2009 als Fernwanderweg eröffnet und nach den Qualitätskriterien des deutschen Wandersiegels 2011 als Premiumwanderweg zertifiziert wurden. Er erstreckt sich über 6 Etappen von je 12-15 km Länge.

Soonwaldsteig 58

Angekommen in Kirn, dem Start unserer Reise, haben wir uns im Hotelrestaurant „Galerie am Markt“ mit einem köstlichen Mittagessen gestärkt. Bei dem Herrn Aydin Özdemir ist die Leidenschaft und Liebe für seinen Beruf und die Gastfreundschaft mit jeder Phase zu spüren. Nach einem Spaziergang durch das kleine idyllische Städtchen Kirn, checken wir kurz in unserem Hotel „Alte Kellerei“ ein.

Und auf geht’s zu unserer ersten Etappe, wir wandern zum Schloss Warenstein. Auf dem schmalen Pfad, den Tafeln zu Waldthemen säumen, geht es durch den Niederwald nach oben. Der Aufstieg lohnt sich. Von der Terrasse genießt man einen fantastischen Blick ins Hahnenbachtal, eines der Durchbruchtäler des Soonwaldes. Bei strahlendem Sonnenschein bleibt Zeit und Kuchen auf der von gewaltigen Rosskastanien beschatteten Aussichtsterrasse. Im Schloss kann man mehrere Ausstellungen vom Lohmachen, dem Schälen der Gerbstoff reichen Eichenrinde zur Lederherstellung. Das Schloss Wartenstein kann nicht besichtigt werden, es ist zu Ferienwohnungen umgebaut, die heute an bedürftige Familien vermietet werden. Nachts spuckt das Schlossgespenst in Gestalt des einstigen Amtmannes Renauld von Wartenstein mit dem Kopf untern Arm durch das Schloss.

Gemütlich wandern wir auf dem Soonwaldsteig wieder zurück nach Kirn. Auf der Kyrburg, im gleichnamigen Restaurant lassen wir uns ein Mehr-Gänge-Menü von ausgezeichneter Qualität schmecken. Die Kyrburg ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Kirn ist um das Jahr 960 von Graugrafen Emicho erbauet wurden. Das Wachhaus beherbergt das Restaurant. Zum Abschluss des Tages entführt uns der Besitzer Herr Horst Kroll in sein Heiligtum, seinen berühmten Whiskykeller. Die ist auch eines der größten Whiskymeseum Deutschlands. Der älteste Whisky ist aus dem Jahr 1886. Leidenschaftlich erzählt uns Hr. Kroll einiges über die Geschichte des Whiskys. Jedes Wochenende, am Freitag und Samstag finden in seinem Whiskykeller Verkostungen –Tastings zu verschiedenen Themen statt, wobei eine Anmeldung empfohlen wird.

Der Soonwaldsteig führt uns nun nach Lützelsoon hinauf, einen Teil der zweiten Etappe des Soonwaldsteiges. Am Teufelsfels (567 m), der ersten markanten Erhebung des „kleinen Soons“ hat man vom Aussichtsturm einen tollen Rundumblick auf die Umgebung. Der weitere Verlauf unserer Wanderung geht auf dem schmalen Kamm des Quarzitrückens. Bei viel Glück kann man an sonnigen Tagen Wildkatzen beobachten, leider hatten wir keine zu Gesicht bekommen. Am Ende dieser anspruchsvollen Strecke erreichen wir den Blickenstein auf einer Höhe von 597 m. Der ist sehr steinig und holprig. Am Wegesrand begeistern mich immer wieder die unzähligen Steinmännchen, in den verschiedensten Formen und Größen. Diese wurden von Wanderern aufgetürmt und künstlerisch gestaltet. Teilweise sind richtige Kunstwerke entstanden, zum Beispiel mit Haaren aus Moos, Gras oder Fahnen in der Hand Auch ich muss immer wieder einen weiteren Stein oben drauf legen, ohne sie umzuschmeißen. Somit bevölkert eine riesen große Steinfamilie oder besser gesagt ein Steinmännchenvolk die Landschaft. Ich konnte es einfach nicht lassen, immer wieder zu fotografieren.

Zum Tagesabschluss ging es vom Wanderparkplatz Koppenstein bei Gemünden nach kurzen Aufstieg zur Bergruine Koppenstein. Wir besteigen den Bergfried und den Aussichtsturm. Vor dem Turm ruht der berühmte „Wackelstein“, ein riesiger Quarzitbrocken, der auf einer schiefen Ebene zu schweben scheint. Die Burgruine Koppenstein wird von den Soonwäldern als das Symbol ihrer Landschaft verehrt: „Des Hunsrücks Wahrzeichen sollst du sein, du grauer trutziger Koppenstein“ (Röhring,Liederbuch). Die im 12. Jahrhundert erbaute sponheimische Burg Koppenstein (565 m) liegt auf der Gemarkung des Dorfes Henau nahe Gemünden und bietet eine weite Aussicht über die Soonwälder Höhen.

Den Abschluss unserer Wanderung auf dem Soonwaldsteig bildet die ca. 6 km lange Wanderung von der Alteburg bis zum Ellerspring. Der schmale Pfad führt durch gepflegte alte Buchenbestände, auch „Buchendome“ genannt. Die Alteburg (620 m) mit ihren steinernen Turm ist der südwestliche Gipfel des mittleren Höhenzuges, dem breiten Kamm des Großen Soons. Der Ellerspring ist mit 657 m die höchste Erhebung des Soonwaldes. (3. Und 4. Etappe des Soonwaldsteiges)

Der Soonwaldsteig weckt Abenteuerlust, mit seinen schmalen Pfaden in schwer zugänglichen Wäldern, zum Teil unberührte Natur, hohes Gras, felsige Wege, steile und schweißtreibende Aufstiege mit am Ziel fantastischen Ausblicken belohnen jede Anstrengung. Wandern im Einklang mit der Natur und sich selbst. Auf mehr als 40 km Wegstrecke im Landschaftsgebiet Lützelsoon und Großer Soon berührt der Steig keine Siedlung und quert nur einige schwach befahrene Landstraßen. Die spannungsreiche Landschaft des Naturparks Soonwald – Nahe mit Inseln der Ruhe, ist Inspiration und Kraftquelle gleichermaßen. Bei der Ausstattung des Soonwaldsteiges wurde konsequent auf Wegequalität gesetzt, wobei er mit seiner naturnahen, erlebnisreichen Streckenführung, seinen landschaftlichen, kulturellen und historischen Höhepunkten, bis hin zu der vorbildlichen Ausschilderung besticht.

Das Wandererlebnis Soonwaldsteig wird von den Tourismusorganisationen in Paketen mit Übernachtung, Lunchpaket, Kartenmaterial und Personentransfer angeboten. Von Frau Dr. Heidrun Braun wurde ein sehr schöner Wanderführer „Abenteuer Soonwaldsteig“ geschrieben. Dieser kann in jeder Buchhandlung, aber auch hier bei uns direkt online erworben werden.

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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