Amsterdam mit Rad oder auf den Grachten erkunden

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Amsterdam, Hauptstadt der Niederlanden (Holland) ist für ihre Grachten berühmt. Echte Amsterdamer fahren Rad, man sieht tausende Fahrräder und das ist auch das Hauptfortbewegungsmittel der Holländer und deshalb haben Fahrräder auch immer Vorfahrt.

Radtour durch Amsterdam 8

Amsterdam lässt sich natürlich am besten mit dem Fahrrad erkunden, dafür gibt es fast an jeder Ecke Verleih-Stationen, es gibt insgesamt 29 Fahrradvermietungen und 140 Fahrradgeschäfte. In Amsterdam soll es ca. 881.000 Fahrräder gaben. Und am besten nehmen Sie sich einen Fahrradguide, der Ihnen das Wichtigste von Amsterdam zeigt und über das Wichtigste informiert. Also haben auch wir uns ein Fahrrad bei der Verleihstation MacBike ausgeliehen. Die Fahrradvermietung MacBike feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum und ist mit 2.000 Fahrrädern undmehreren Standorten im Zentrum die größte Fahrradvermietung. Anlässlich dieses Jubiläums hat MacBike eine spezielle Fahrradtour entlang der 400-jährigen Grachten entwickelt. Nach kurzer Einweisung haben wir uns in das Abenteuer Amsterdam gestürzt. Ungeheure Fahrradmassen mit den unterschiedlichsten Arten von Fahrradführern sind zu sehen, vom Bürgermeister, Kinder, Bankdirektoren, Polizei, Briefträger oder Fahrradkuriere, fast jeder radelt. Sogar der König Willem-Alexander fährt mit seiner Familie Fahrrad. Insgesamt beträgt die Länge an Fahrradwegen und –spuren in Amsterdam 767 km.

Eine Radtour durch Amsterdam ist schon ein Abenteuer, noch dazu wenn man als Gruppe unterwegs ist. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Innenstadt ist nicht gerade für Autos konzipiert, sondern für Fußgänger, Pferd und Wagen. Das Fahrrad ist gesund, preiswert, schnell und sauber.  Weitestgehend sind Radwege vorhanden, meist geht es entlang der Grachten. Die Stadt ist flach und kompakt, die längste Strecke und damit ideal fürs Fahrrad sind 5 km. Immer wieder machen wir Fotostopps, denn die Stadt mit ihren außergewöhnlichen Bauwerken ist einfach sehenswert. Die Grachtenhäuser haben einen ganz besonderen Baustil. Jeder wollte natürlich an den Grachten wohnen, daher waren die Bauplätze sehr beliebt. Je breiter das Haus, umso reicher waren seine Besitzer. Das schmalste Haus ist gerade mal 1,50 m breit, die Besitzer wollten unbedingt am Wasser wohnen, es gab keinen geeigneten Bauplatz, also kauften sie eine schmale Gasse und setzten ihr Haus da hinein, so waren die 1,50 Meter die Breite der Gasse und dann die Breite des Hauses.

Die Häuser neigen sich fast alle nach vorn und genau das war gewollt. Fast alle Besitzer waren Händler, die ihre Waren auf dem Dachboden lagerten. Diese über die schmalen Treppen nach oben zu schaffen, war einfach kaum machbar. Also wurden sie über eine Art Kran am Haus außen nach oben gezogen und damit nicht die Fenster eingeschlagen wurden, neigte sich das Haus nach vorn. Neigt sich ein Haus zur Seite, bedeutet das nichts Gutes, dann ist mit dem Untergrund etwas nicht in Ordnung. Mit dem Fahrrad kann man in kurzer Zeit in Amsterdam sehr viel anschauen, sei es eines der unzähligen Museen oder eines der vielen Sehenswürdigkeiten. Im Rotlichtviertel ist es etwas schwer hindurch zu kommen, viele Männergruppen versperren immer wieder den Weg. Das moderne Fahrrad mit Kettenantrieb wurde erst 1885 erfunden. Amsterdam war schon um 1900 eine echte Fahrradstadt. Heute gibt es sogar Fahrradtaxis. 2006 wurde über den Amsterdam-Rhein-Kanal die längste Fahrradbrücke Nesciobrug der Welt gebaut. Die Brücke bei „Inselreich“ IJburg hat eine Gesamtlänge von 780 Meter und darf ausschließlich von Fußgängern und Fahrradfahrern benutz werden. Imposant ist das „Fietsflat“, das Fahrradparkhaus an der Westseite des Hauptbahnhofes „Amsterdam Centraal“. Aus drei Etagen finden 2.500 Fahrräder Platz. Aber auch auf den Grachten, sind ausrangierte Containerschiffe angelegt, die Parkplätze für Fahrräder bieten. Der durchschnittliche Fahrradmietpreis pro Tag beträgt 8 Euro.

Besuch der Rijksmuseums

Amsterdam  Rijksmuseum

Amsterdam Rijksmuseum

Was man in Amsterdam unbedingt anschauen muss, ist das nach zehnjährigem Umbau am 13.04.2013 neu eröffnete Rijksmuseum. Heute erstrahlt das Nationalmuseum in neuem Glanz, noch nie wurde ein Nationalmuseum so umfangreich hinsichtlich seines Gebäudes, wie auch der Präsentation seiner Sammlungen modernisiert. Das Gebäude des Rijksmuseum aus dem 19. Jahrhundert wurde vom spanischen Architektenbüro Cruz y Ortiz arquitectos auf spektakuläre Weise in ein Museum des 21. Jahrhunderts hell und geräumig umgewandelt. Sie können eine chronologische Reise durch die Sammlung unternehmen. In einer Reihe von 80 Sälen erzählen 8000 Exponate von 800 Jahren niederländischer Kunst und Geschichte. Einzig Rembrandts berühmtes Meisterwerk „Die Nachtwache“ kehrt an ihren ursprünglichen Ort zurück. Weitere Museen sind zum Beispiel das NEMO, ein von Renzo Piano entworfenes Technologie-Museum der Wissenschaften, das 1997 errichtete Gebäude steht auf den Fundamenten des IJtunnels und bildet den Eingang des Tunnels und wird oft mit einem Schiff verglichen. Das Dach des NEMO ist ein beliebter Treff- und Aussichtspunkt, wobei Picknicke ausdrücklich erlaubt sind und dies auch für Nicht-Museumsbesuch. Ebenso berühmt ist das Stedelijk Museum, das Städtische Museum wurde 1895 als stadtgeschichtliches Museum gegründet. Heute sieht der Neubau wie eine Badewanne aus und wir im Volksmund auch so bezeichnet. Seit dem 01.Mai  2013 hat das Van Gogh Museum seine Türen wieder an seinem üblichen Standort am Museumsplein geöffnet. In 2013 feiert das Van Gogh Museum sein 40-jähriges Bestehen. Die Ausstellung “van Gogh at work” ist vom 01. Mai 2012 bis 12. Januar 2014 zu sehen.

Bootstour durch die Grachten von Amsterdam

Bootstour in den Grachten Amsterdams

Bootstour in den Grachten Amsterdams

Auf den Grachten sieht man immer wieder ein Partyboot, es ist Sonntag und so wird auf solch einem Boot mit Musik und Getränken gefeiert und getanzt. Lustig winken uns die Feiernden zu, die ausgelassene Stimmung reist einen mit, Amsterdam lebt. Auch wir eine Fahrt auf den Grachten gemacht, nicht mit den üblichen „Bussen“, so nennt man die langen Fahrgastschiffe, sondern mit einem Kleinen. Bei einem Gläschen Wein und viel Infos durch unseren Kapitän haben wir die Fahrt genossen. Es bietet sich eine ganz andere Perspektive von solch einem Boot aus. Wussten Sie zum Beispiel, wenn ein Plesshuhn sein Nest an ein Boot baut, darf dieses so lange nicht wegfahren, bis die Jungen flücke sind, das Boot wird verplombt. Rechts und links in den Grachten liegen Hausboote, die bewohnt sind und die man für viel Geld kaufen kann. Wobei man nur das Boot kauft nicht den Liegeplatz.

 

Die Mentalität der Amsterdamer spricht mich sehr an, sie sind sehr offen und freundlich. Man muss aber etwas englisch können, denn deutsch sprechen die Wenigsten, sie verstehen aber fast alles, antworten aber in Englisch. Der perfekte Ausgangspunkt, um Amsterdam kennen zu lernen ist das Mövenpick Hotel Amsterdam City Centre, es befindet sich unweit der Straßenbahn-Station, man kann aber auch ohne weiteres zu Fuß die Stadt erreichen.

Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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