Felsenstadt Petra in Jordanien bringt mich einfach zu Staunen

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Im Rahmen der Aqaba Dive Challenge 2015 bin ich in das spannende Land Jordanien gereist und vor dem Start der Challenge hatte unsere Gruppe bei einem Tagesausflug die legendäre, nabatäische Felsenstadt Petra im Süden Jordaniens besucht. Bereits 2007 durfte ich mir einen ersten Eindruck bei einer Rundreise durch Jordanien machen. Heute gehört Petra zum UNESCO Weltkulturerbe und zu den Neuen Sieben Weltwundern.

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Bei einer Jordanienreise gehört ein Besuch von Petra einfach dazu, zwar ist der Eintritt mit 50 Jordanischen Dinar nicht gerade günstig, aber diese Ausgabe wird tausendfach belohnt. Nehmen Sie sich unbedingt einen ganzen Tag Zeit die gigantische Felsenstadt zu entdecken und dann schafft man es auch nicht alles intensiv anzuschauen. Oben am Eingang ist ein großes Besucherzentrum mit Ticketverkauf, Souvenir-Shops, Restaurants und Toiletten gebaut wurden.

Zur Geschichte der Felsenstadt der Nabatäer

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Im 3. Jahrhundert v. Chr. gab das Karawanenhändlervolk der Nabatäer seine nomadische Lebensweise auf und gründete im Süden Jordaniens die Stadt Petra. Zu Beginn diente Petra vor allem als Karawanenstation und Handelsumschlagplatz und ähnelte wohl eher einem großen Zeltlager als einer richtigen Stadt. Doch spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. entstanden dort neben einfachen Wohnhäusern prächtige Tempelanlagen und die weltberühmten in den Sandsteinfels gehauenen Grabfassaden. Am Rande der arabischen Wüste, war Petra die prächtige Hauptstadt des Nabatäerreiches von König Aretas IV (9 v. Chr. bis 40 n. Chr.). Sie wurde einst geprägt durch unterschiedliche architektonische Stile, von römischen Säulen bis hin zu griechischen Urnen. Die Nabatäer ließen sich hier nieder und so war Petra vor rund 1.000 Jahren die Hauptstadt des Nabatäischen Reichs und eine der wichtigsten Handelsmetropolen im Handel mit Weihrauch, Myrrhe, Seide und Gewürzen.

Petra liegt zwischen dem Toten Meer und Roten Meer und galt schon seit vorgeschichtlichen Zeiten als wichtigste Kreuzung zwischen Arabien, Ägypten und Syrien-Phönizen. Sie wurde zum Teil gebaut und zum Teil in Felsen gemeißelt. Der Reichtum der Nabatäer beruhte auf der Kontrolle der Karawanenstraßen, dabei erhoben Sie Wegezölle, versorgten die vorbeiziehenden Karawanen mit Wasser, Nahrung und gaben ihnen Unterkunft. Wenn man so will, schon eine Form von Tourismus. Weihrauch war zur damaligen Zeit sehr kostbar, es wurde von den alten Ägyptern, Griechen und Römern bei Kulthandlungen verwendet, um einen angenehmen Duft zu verbreiten. Der Weihrauch kam zum größten Teil aus dem Oman. Seidenstoffe kamen aus Indien, Elfenbein aus Afrika und Perlen vom Roten Meer.

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Heute sind die Grabtempel von Petra, wie die mit der 42-Meter-hohen hellenistischen Tempelfassade des Ed-Deir Felsengrabes, ein eindrucksvolles Beispiel des Kulturerbes des Nahen Ostens. Die „rote Stadt“ der Nabatäer ist eine faszinierende, aus dem Buntsandstein gemeißelte Stadt des Totenkults. Sie liegt in einem Bergkessel geschützt und ist von außen vollkommen uneinsehbar und so war die verborgene Stadt erst im Jahre 1812 von dem englisch-schweizerischen Forscher John Lewis Burkhardt wiederentdeckt worden.

Rund 1000 zum Teil mit herrlichen Fassaden geschmückte Felsengräber und Tempel, ein Theater und mehrere Opferplätze sind bis heute erhalten geblieben. Dabei umfasst das gesamte Areal Petra mehr als 20 Kilometer im Durchmesser und ist auch noch lange nicht vollständig ausgegraben. Der heutige Name „Petra“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Felsen. Von den Nabatäern wurde ihre Stadt Requem oder Reqmu genannt – der Name bezog sich auf die Schattierungen des für Petra so charakteristischen Sandsteins, der von gelblich über rötlich bis hin zu grau-bläulich schimmert. Ein Erdbeben zerstörte im 6. Jahrhundert die meisten der nicht in den Fels gehauenen Gebäude und Petra wurde zur Toten Stadt, deren steinerne Überreste heute ein bedeutendes Zeugnis einer bemerkenswerten antiken Kultur darstellen.

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Die Mosesquelle Ain Musa liegt vor den Toren Petras, diese soll Moses laut Bibel aus dem Stein geschlagen haben. Die Quelle versorgte schon die Nabatäer mit Wasser. Später errichteten die Moslems eine Moschee über der Quelle, die noch heute genutzt wird. Die Nabatäer waren Meister der Wassertechnik und statteten ihre Stadt mit großen Kanaltunneln und Wasserkammern aus. Zeuge der beachtlichen Fähigkeiten auf dem Gebiet der Wasserbautechnik sind die, vor fast 2000 Jahren errichteten, 88 Meter langen und 6 Meter hohen Felstunnel. Diese leiteten das lebenswichtige, während der Regenzeit (Winter/Frühjahr) für die Stadt bedrohliche Wasser des Wadi um und es konnte somit kontrolliert genutzt werden. Ohne diesen Tunnel wäre das Wasser mit solcher Macht durch die Schlucht direkt in die Stadt hineingeflossen und hätte sie zerstört. Sogar das Regen- und Kondenswasser wurde gesammelt und nach Petra geleitet. Noch heute ist der Wasserkanal sichtbar, der sich in einer Höhe von etwa 2 Metern entlang der Wände des Siqs zieht.

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Rundgang durch Petra

Wir gehen einen sandigen Weg hinab und erreichen die ersten gigantischen Felsen. Dann geht es weiter im ca. 1,2 km langen sogenannten Siq – einer engen Felsenkluft, die durch die Einwirkung von tektonischen Kräften entstand und dem Verlauf eines ausgetrockneten Flusstals folgt. Die roten Felsen türmen sich rechts und links bis in Schwindelerregender Höhen, zum Teil sind die Steilwände über 100 Metern hoch, die uns oft nur noch über einen schmalen Spalt den Blick in den Himmel frei geben. An manchen Stellen ist die Schlucht nur gerade mal zwei Meter breit und war damit bestens zur Verteidigung der Stadt geeignet. Der nur wenige Meter breite Siq war ursprünglich auf ganzer Länge gepflastert und die offizielle Straße nach Petra. Als religiöse Bedeutung sollte er die Besucher auf die Stadt vorbereiten. Der Weg durch diesen Siq führt in das Herz der Stadt.

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Immer wieder kommen Reiter mit ihren Pferden, die uns anbieten auf dem Pferd nach unten und später wieder nach oben zu reiten. Der Ritt mit den Pferden ist im Eintrittspreis mit enthalten, die Reiter freuen sich aber über ein kleines Trinkgeld. Es empfiehlt sich feste Schuhe oder Schuhe in denen man guten Halt hat, so wie meine Wandersandalen, zu tragen.

Mitten im Siq stehen zwei Wachen in historischen Kostümen, wie bestellt zum Fototermin und lassen sich von und mit uns fotografieren. Sie haben richtig Spaß und posen perfekt für die Kamera. Und dann wir wandern weiter.

Es ist so weit, zum ersten Mal sieht man es durch einen Spalt – das in Felsen gemeißelte, sogenannte Schatzkästchen – Al-Khazneh, das Wahrzeichen Petras. Es befindet sich direkt gegenüber dem Ausgang des Siqs. Das Schatzaus ist die schönste und wohl berühmteste Felsfassade in Petra, fast jeder kennt sie aus dem berühmten Film „Indiana Jones“. Ich bin beim heraustreten aus dem Siq und dem kompletten Anblick wieder total überwältigt. So einmalig schön ist die 40 Meter hohe und 28 Meter breite Fassade, die völlig und tief aus dem Fels der Steilwand herausgehauen wurde und sehr gut erhalten ist.

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Der untere Teil besteht aus einer Vorhalle mit sechs Säulen und der obere Teil weist ein dreieckiges Giebelfeld auf, das von einer Urne gekrönt ist. Es wird davon ausgegangen, dass des prächtigen Monuments ein Grab, Tempel oder Mausoleum war. Die gebräuchliche Bezeichnung „Schatzhaus“ bezieht sich auf die Urne, von der es heißt, sie solle den Pharaonenschatz aus der Zeit des Exodus enthalten.

Es fällt mir schwer, mich wieder von dem gigantischen Anblick zu lösen und versuche es aus verschiedenen Perspektiven mit der Kamera im Bild festzuhalten. Das Wetter meint es dieses Mal auch gut mit uns, nicht zu heiß, ab und zu scheint sogar die Sonne. Dreimal wöchentlich, (Montags, Mittwochs und Freitags) wird die berühmte nabatäische Felsenstadt zu abendlicher Stunde, um 20.30 Uhr, in märchenhaftes Fackellicht getaucht. Flötenklänge einer alten Beduinenweise begleiten den Weg durch die schmale Schlucht des Siq und führen zum so genannten Schatzhaus des Pharaos, das von einem Kerzenmeer beleuchtet wird. Dies muss ein unvergessliches Erlebnis sein, leider konnten wir das nicht miterleben.

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Ab hier ist die Schlucht breiter und man könnte mit der Kutsche weiter fahren oder mit dem Kamel reiten. Wir laufen aber weiter durch die Felsenstadt und ich bin einfach wieder hin und weg.

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Durch die „Straße der Fassaden“, in den Fels gehauene Gräber geht es vorbei am Theater, ein dem griechisch-romanischen Prototyp nachempfundenes Theater mit 33 Stufenreihen für rund 4000 Zuschauer, das zu Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus vollständig in den Fels gebaut und erst 1961 von amerikanischen Archäologen wieder ausgegraben wurde.

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Direkt gegenüber dem Theater sehen wir die sogenannte Königswand, die eine Reihe imposanter, herrlicher Königsgräber aus dem 1. und 2. Jahrhundert nach Christus, wie Urnengrab, Seidengrab, Korinthisches Grab, Palastgrab beherbergt.

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Es lohnt sich auch ein Besuchen der hoch gelegenen Opferstätten, Aarons Grab oder das „Kloster“, Ed-Deir, das gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus vermutlich als Königstempel errichtet wurde. Das Ed-Deir erinnert in der Gestaltung an das Schatzhaus und hat die mit 2.300 qm, bei einer Fläche von 50 Meter Breite und 40 Meter Höhe, die größte Fassade der Stadt. Dieses Monument ist nur mit Mühe zu erreichen, über 760 Stufen führt der Aufstieg nach oben. Ein Blick von der acht Meter hohen Urne auf dem Dach des Ed Deir ist ein unvergessliches Erlebnis. Leider reichte unsere Zeit nicht aus und ich musste mich mit Fotos aus der Ferne begnügen.

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Auf der säulengesäumten römischen Pflasterstraße geht es weiter zum Restaurant, hier haben wir uns für Jordanien typische Speisen schmecke lassen. Es ist auch der Rastplatz der Kamele und so konnte ich diese aus der Nähe beobachten, sind schon recht interessante Tiere.

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Die zahlreichen Beduinen, die Sie in Petra antreffen werden, wohnen seit einigen Jahren nicht mehr in den antiken Felsgräbern, wie es jahrhundertelang Tradition war – aber sie kennen sich hier bestens aus. Jordanische Soldaten sorgen für Ordnung. Falls Sie sich einmal verlaufen sollten, wird man Ihnen freundlich den Weg weisen. Heute bieten sie Souvenirs und führen die Kamele, Kutschen, Esel und Pferde.

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Auch auf dem Rückweg gab es immer wieder Neues zu entdecken, die farbenfrohen Felsen mit ihrem Farbspiel von gelblich bis blau-lila sind absolut sehenswert.

Ganz besonders beeindruckt hat mich ein Mädchen, dass Ketten verkaufte. Es hat ihr unheimlich Spaß gemacht sich ablichten zu lassen und dann hat sie die Fotos auf dem Handy des Kollegen begutachtet und gleich mal die gelöscht, die ihr nicht gefallen haben. Ganz schön kess und geschickt die Kleine.

Pranayama Seminar mit Nik Linder

Wir machten am Schatzkästchen „Al Kazneh“ halt und vor der Kulisse des berühmten Felsengrabes hat Nik Linder mit den Teilnehmern der Aqabq Dive Challenge 2015 sein erstes Pranayama Seminar durchgeführt.

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Nik Linder, ist mehrfacher Weltrekordler im Apnoe-Tauchen und führte dieses Seminare zu Atemtechnik immer wieder, wie zum Beispiel jeden Morgen, durch. Gerade beim Tauchen und ganz besonders beim Apnoe-Tauchen oder Free Diving, tauchen ohne Flasche, muss die Luft unter Wasser anhalten werden. Dabei kommt es auf die richtige Technik an und genau dieses hat Nik mit uns mehrfach während der Challenge und eben hier als Erstes in Petra geübt.

Es war ein echt berührendes Gefühl, an solch einem denkwürdigen Platz Atemübungen zu machen und diese besondere Atmosphäre zu spüren, einfach toll. Danach wanderten wir mit frischem Elan wieder zurück zum Bus und fuhren in das Marina Plaza Hotel im Urlaubszentrum Tala Bay, in dem wir untergebracht waren. Am nächsten Tag begann der Wettbewerb – die Aqaba Dive Challenge 2015, lesen Sie mehr dazu in einem anderen Artikel.

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Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Veranstaltern dem Jordan Tourism Bord, Royal Jordanian, der Region Tala Bay, dem Marina Plaza Hotel und den beiden Tauchbasen Extra Divers, Donald van Dahlen und Sinai Divers Aqaba, Rolf Schmidt bedanken, die diese Challenge möglich gemacht haben und mich bei meiner Recherche unterstützten. Ich kann leider nicht alle nennen, aber bei Mirela Becker von Serina Marketing möchte ich mich ganz besonders für die tolle Organisation bedanken, die es mir ermöglicht hatte, dabei sein zu dürfen und nun darüber berichten zu können.

Gruppenbild, Foto Andreas Schuhmacher

Gruppenbild, Foto Andreas Schuhmacher

Fotos Gabriele Wilms, Gruppenbild Andreas Schumacher

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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