Las Vegas – Stadt der Megaresorts und Casinos

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Mitten im Herzen des Bundesstaates Nevada, eingeschlossen von der amerikanischen Wüste, liegt die wohl bekannteste Spielerstadt der Welt „Las Vegas“ (wird oft auch als Sin City bezeichnet). In Las Vegas City leben heute rund 600.000 Menschen und der gesamte Großraum umfasst sogar knappe 2 Millionen Einwohner. Damit hat die Spielerstadt längst schon die offizielle Hauptstadt von Nevada Carson (ca. 55.000 Ew.) überholt. Denke ich persönlich an Las Vegas, dann schießt mir gleich der gleichnahmige Song „Viva Las Vegas“ von Elvis Presley in den Kopf. Er hat der Stadt zu einer persönlichen, unverkennbaren Hymne verholfen und die Stadt u.a. bis heute maßgeblich geprägt. So war die Stadt der tausend Lichter bisher für viele Menschen Segen und Fluch zugleich, wenn sie die wohl schönsten Hotelcasinos oder Hotelbühnen der Welt betraten.

Bellagio Hotel in Las Vegas

Bellagio Hotel in Las Vegas

Am Anfang stand das Vorurteil – Las Vegas

Ich selbst muss zugeben, dass ich mit gewissen Vorurteilen nach Las Vegas angereist bin. Nur zu gut kennen wir alle DAS, womit Las Vegas sich seinen Namen in der Welt machte: mit Glückspiel, Frauen und der Mafia. Und was sollte ich außerdem schon von einer künstlichen Stadt, die weltberühmte Wahrzeichen nachahmt, halten?

Der Eifelturm auf dem Las Vegas Strip

Täuschend echt, der Eifelturm auf dem Las Vegas Strip

Wer wie Ich selbst schon einmal auf dem Pariser Eifelturm stand und auf die wunderschöne Seine blicken durfte, der könnte sich niemals dieses Denkmal woanders vorstellen als in der Hauptstadt Frankreichs! Doch Las Vegas kann es und schreckt dabei auch vor seinen eigenen amerikanischen Wahrzeichen nicht zurück! Aber ok, ich wusste ja nun schon längst was auf mich zukam, also ließ ich mich einfach mitreißen und beschloss: mich von meinen Vorurteilen zu lösen und Las Vegas einfach auf mich wirken zu lassen! Als wir in unserem Mietwagen aus Richtung Zion Nationalpark kommend schon am Horizont das höchste Gebäude bzw. Hotel der Stadt sahen, den Stratosphere Tower, wussten wir, gleich werden wir sehen was tausende Menschen jährlich in diese Stadt zieht. Um uns auf das bevorstehende etwas einzustimmen, legte ich den bekanntesten Song der Stadt ein und so fuhr Elvis bis zur Stadtgrenze mit uns…..“Viva Las Vegas“ – tolles Klischee, aber unbedingt zu empfehlen.

Stratosphere Tower in Las Vegas, Nevada

Stratosphere Tower in Las Vegas, Nevada

 Das Hotel

Idealerweise war das höchste Hotel der Stadt mit 350m auch zugleich unser Hotel und so mussten wir nicht lange danach suchen. Das Hotel buchte ich zuvor im Internet. Bei umgerechnet 35 € die Nacht mit Blick auf den Strip (was ein wahres Schnäppchen für diese Stadt ist) habe ich zugeschlagen. Im Preis inklusive ist zudem die Fahrt hoch auf die Plattform, die man sich unbedingt nicht entgehen lassen sollte. Oben selbst gibt es verschiedene Fahrattraktionen, wie z. B. die Triple Thrills (Get up (Big Shot), Get down (X Scream), Get off (Insanity)). Der normale Preis für Touristen die nicht in diesem Hotel übernachten beträgt übrigens stolze 18 Dollar pro Person. Bei wem der Stratosphere Tower sowieso auf dem Besichtigungsplan steht, der sollte sich ernsthaft überlegen, ob er nicht auch im Hotel übernachten möchte. Auf diese Weise wird viel Geld gespart. Die Hotelzimmer sind ordentlich, gepflegt, neu renoviert und u.a. mit Flat-Screen, Klimaanlage, Badewanne, Fön usw. ausgestattet. Ein kleines Bonbon ist auch die persönliche Begrüßung beim Anschalten des Fernsehers. Zudem hatten wir eben das Glück ein Zimmer mit Blick auf den Strip zu bekommen, was natürlich unser persönliches Highlight war. Zusätzlich können Hotelgäste den hauseigenen Swimmingpool auf dem Dachvorsprung in einen der unteren Stockwerke nutzen. Und dieser ist bei sommerlichen Außentemperaturen um 40°Grad Celsius auch dringend zu empfehlen. Das Klima in Las Vegas ist ähnlich wie in Palm Springs, trocken und heiß.

Casino im Stratosphere Tower

Casino im Stratosphere Tower

Die Hotelcasinos

Es ist schon verrückt, aber Las Vegas ist eine ganz eigene Welt für sich. Nachdem wir unseren Mietwagen selber im Parkhaus abstellten (kann auch vom Personal übernommen werden), machten wir uns mit unserem Gepäck auf dem Weg Richtung Hotel Rezeption. Normalerweise befindet sich diese ja immer in der Nähe des Eingangs, aber in Vegas ist alles anders. Beim Öffnen der Hoteltüren hörten und sahen wir es schon, was uns jeder Reisebericht zuvor erzählte: „Bunt, Schrill, Spielerautomaten und ein permanentes Klingelgeräusch – Blink, Blink, Blink!“ Einfach nur unfassbar – an diesem Punkt stand jeder erstmal kurz inne und holte tief Luft! Jetzt sind wir also mittendrin, statts nur dabei *lach*. Die Strategie jedes einzelnen Hotels in Vegas ist es, die Touristen immer auf jeden erdenklichen Weg durch die Casinos zu schleusen, mit der Hoffnung, dass diese wenigstens ein Spiel mitnehmen….bei dem es, ginge es nach dem Hotel, aber nicht bleiben soll! Es werden einen permanent Getränke und Münzen zum Platz gebracht, so dass der Spieler nicht seinen Automaten verlassen muss. Service vom Feinsten – mit Hintergedanken! Die Rezeption im Stratosphere Tower befindet sich übrigens am Ende des Spielcasino-Ganges auf der linken Seite. Man muss also schon eine halbe Weltreise zurücklegen, um endlich dorthin zu gelangen wo man hin möchte. Aber der Weg dahin ist schon unglaublich und es schlägt einem die Kinnlade herunter! Im Fernsehen sieht es ja schon verrückt und irre zugleich aus, aber wer einmal dort gewesen ist, vergisst dieses erste Vegas-Erlebnis niemals.

Las Vegas Strip

Las Vegas Strip

 Der Las Vegas Boulevard (=The Strip)

Wer den Strip einmal hoch und runter laufen möchte, der sollte sich gutes Schuhwerk besorgen, denn der Strip ist heute rund 5 Meilen lang!

Tipp: Hat man nur 1 Abend zeit für die Erkundungstour, dann sollte man sich am besten 1 Strecke zu Fuß vornehmen und auf zurück mit dem Strip Trolley (Buß) fahren. Dieser exzellente Las Vegas Service fährt regelmäßig direkt von den bekanntesten Hotels ab oder bringt Sie zu einem der gewünschten Hotels. Die Tickets kauft man direkt beim Busfahrer.

Aber Aufgepasst: Beim Busfahren sollten Sie allgemein das Geld passend dabei haben, denn in den USA ist es üblich, das die Fahrer kein Wechselgeld herausgeben. Also, immer schön Kleingeld dabei haben.

Entlang des Las Vegas Boulevards haben verschiedene Investoren eine wahrlich künstliche Welt erschaffen. In Europa müsste man, um sowas sehen zu wollen wohl in einen Freizeitpark fahren was man hier gratis bekommt. Die wichtigsten Hotels und Attraktionen von Nord nach Süd sind:

  1. Stratosphere Tower – ist mit seinem 350m hohen Vergnügungsturm der höhste freihstehende Aussichtsturm der Vereinigten Staaten. Neben den 3 außergewöhnlichen Fahrattraktionen, gehört auch noch 1 Etage tiefer ein „Top of the World Restaurant“, welches sich 1 mal in der Stunde um die eigene Achse dreht.
  2. Circus Circus Hotel – dabei handelt es sich um den größten Zirkusbau der Welt. In dessen Kuppel versuchen sich Trapezkünstler an beeindruckenden Kunststücken.
  3. The Wynn Luxushotel – welches einen 18-Loch-Golfplatz beinhaltet.
  4. The Venetian Resort ist mit 7.128 Suiten das größte Hotel der Welt. Das Hotel ahmt das legendäre europäische Venedig nach. Mit dem altbekannten Markusplatz, Kanal-Grande, Rialto-Brücke und Dogan-Palast. Das Highlight ist hier ein künstlicher eingebauter Himmel, der die Tag-Nacht-Sequenzen in Abwechslung nachahmt. Zudem kann eine Fahrt in einer der Gondeln mit einem venezianischen Gondolier, wie im echten Venedig, vorgenommen werden.
  5. Treasure Island Hotel wird oft auch als „Schatzinsel“-Hotel bezeichnet. Jeden Abend im 1,5 stündigen Takt wird direkt vor dem Hotel die Seeschlacht in der Buccaneer Bay mit insgesamt 80 Schauspielern vorgeführt, bei der das Piratenschiff Hispaniola die britische Fregatte Royal Britannia versenkt. Zusätzlich findet viel Kanonendonner und Explosionen statt.
  6. The Mirage wurde weltberühmt durch seine Siegfried & Roy Show bei der weiße Tiger, Löwen und Delfine in dessen Zaubershow auftraten. Das Hotel beinhaltet dafür eigens einen eingerichteten Zoo. Vor dem Hotel lockt alle 30 min eine 16 meter hohe künstliche Vulkaneruption die Zuschauer an.
  7. Imperial Palace Hotel – wo sich eine beeindruckende Oldtimer-Kollektion von rund 750 Fahrzeugen befindet, die zuvor u.a. Hitler, Mussolini, Al Capone sowie Elvis Presley gehört haben.
  8. Ceaser’s Palace – was einem römischen Palast gleicht mit seinen vergoldeten Statuen, Springbrunnen und Arkadengängen. Im Ceasars Palace können u.a. Box-Weltmeisterschaftskämpfe oder die Wahl zur Miss World in der Arena mit über 15.000 Plätze live verfolgt werden.
  9. Bellagio – gilt als architektonisch unspektakulär aber zählt wegen seiner Eleganz ganz klar zur Spitze der Las Vegas Hotellerie. Im Hotel selbst befinden sich Gormet-Tempel und zusätzlich sechs große Pools mit Wasserrutschbahnen, die zum Badespaß einladen. Das Highlight des Bellagio Hotels ist ganz klar die 300m lange „Wasserorgel“-Fontäne, welche der Landschaft am Comer See nachempfunden wurde.
  10. Bally’s – ist ein ganz normales Hotel, welches ohne atemberaubende Architektur und sensationelle Attraktionen daherkommt. Doch mit knapp 3000 Zimmern und Suiten zu einem der größten Hotels in der Stadt zählt. Aber was ist auch schon normal in Vegas!
  11. Planet Hollywood (ehemals Aladdin) – beinhaltet in den einzelnen Zimmern Exponate aus verschiedenen Filmen, Serien (wie z. B. Dallas) usw. Das Planet Hollywood gilt als hippes und modernes Hotel mit exzellenter zentraler Lage.
  12. Paris Hotel – beinhaltet die wichtigsten nachbauten der Hauptstadt Frankreichs. Es entstanden hier u.a. der Eifelturm, Triumphbogen, Louvre, Rathaus und die Pariser Oper.
  13. Monte Carlo Hotel – dessen Fassade wurde dem Place du Casino in Monte Carlo nachempfunden. Das Hotel besitzt 32 Stockwerke. Hinter dem Hotel ragt ein riesiger Komplex namens City Center hervor. Dieser beinhaltet einen großen Unterhaltungsbereich, sowie 3000 luxuriöse Eigentumswohnungen, Casinos mit einem 61 Stockwerke hohen Turm sowie ein 400-Zimmer-Luxushotel.
  14. New York Hotel – ist eine richtige kleine Stadt für sich, die aus einer Nachbildung von 12 New Yorker Wolkenkratzern (z. B. einem 160m hohen Empire State Building und dem Chrysler Building) sowie der Freiheitsstatue und der Brocklyn Bridge besteht. Zum Highlight gehört eine aufregende Achterbahnfahrt direkt vor der New Yorker Skyline.
  15. MGM Grand – ist mit 5044 Zimmern das drittgrößte Hotel der Welt. Der smaragdgrüne Riesenpalast wurde nach dem gleichnahmigen Hollywood-Studio mit dem brüllenden Löwen, Metro-Goldwyn-Mayer, benannt. Das Highlight in diesem Hotel ist die weltberühmte Cirque du Soleil Show. Aber auch Stars wie David Copperfield und Tom Jones treten hier mit ihren weltberühmten Shows regelmäßig auf.
  16. Excalibur Hotel – hier wird geschlafen wie im europäischen Mittelalter. Türme, Mauern und Schlossräume zieren dieses Hotel. Zugleich ist es auch eine sehr kinderfreundliche Adresse, denn die Kleinen können sich hier an den vom Hotel angebotenen zahlreichen Ritterspielen erfreuen.
  17. Tropicana Hotel – ist ganz im Sinne des Südsee-Designs entstanden. Ein großer Innen- sowie Außenpool mit Lagunen, Grotten, Wasserfällen und einem Wildlife Walk mit tropischen Tieren sind hier die Hauptattraktion des Hotels. Das Highlight ist eine abendliche Lasershow.
  18. Luxor Hotel – ist wohl eines der auffälligsten Hotels auf dem gesamten Vegas Boulevard. Die schwarz glänzende Riesenpyramide entstandt also ganz im Zeichen des alten Ägyptens. Vor dem Hoteleingang ragt ein rießiger Obelisk und die Spinx heraus, welche beide sogar größer als die Originalen in Gizeh sind. Im 30. Stockwerk ist zudem die Gruft von Tut-ench-Amun originalgetreu nachgestellt und kann in einer halbstündigen Tour besichtigt werden.
  19. Mandalay Bay Resort – ist mit 4.766 Zimmer und Suiten das viertgrößte Hotel der Welt. Der goldfarbene verglaste 43-Etagen-Hotelturm beinhaltet eine Spa und Wasserlandschaft mit künstlichen Sandstrand und 1,5 m hohe Wellen. Das Hotel hat darüber hinaus etliche Gourmet-Tempel, ein rießiges Hai-Aquarium sowie eine Shopping Mall, welche das Mandalay Bay Hotel mit dem Luxor Hotel verbindet.

Alle Hotels auf dem Strip verfügen über Spielcasinos jeglicher Art. Nirgendswo anders auf der Welt gibt es so viele wie in Vegas. Zudem lassen sich überall zahlreiche Restaurants und Boutiquen finden. Hier sind der kulinarischen Küche sowie dem kleinen Einkaufsbummel keine Grenzen gesetzt. Allerdings kommt dabei die Kreditkarte schnell ins Schwitzen, also aufgepasst! Was mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist auf unserer Strip-Tour, sind die äußerst gut gelaunten und freundlichen Menschen an jeder Straßenecke. Alle sind gut gelaunt, locker drauf und äußerst hilfsbereit bzw. stehen gerne für ein Foto bereit, wie z. B. die netten Las Vegas Polizisten oder die einzelnen Elvis-Imitatoren die natürlich auch davon leben müssen freundlich zu sein. Ein prägnantes Erlebnis hatten wir zusätzlich im Hard Rock Café direkt am Strip. Als wir nach einer kleinen Shopping-Tour dort zur Kasse kamen, fragte uns eine äußerst gut gelaunte Kassiererin aus New Jersey wo wir denn herkommen, da Sie natürlich bemerkte das wir kein „Native Engish“ sprachen. Wir antworteten: „from Germany“. Sie freute sich anschließend sehr darüber und nutzte gleich die Gunst der Stunde um ihre dringendsten Fragen über Germany loszuwerden. Da halfen wir natürlich gerne! Eine der vielen Fragen war z. B., ob es denn wahr sei, dass man auf deutschen Autobahnen unbegrenztes Tempolimit hätte? Sie sagte im übrigen: „German-Autobahn“….wir fanden das so witzig! Ihre Frage konnten wir natürlich bejahen und fügten hinzu, dass wir sogar mehr als 200 km/h fahren dürften. Auf einmal schrie sie mit einer quietschigen Stimme laut: „Oh my God, that’s so Crazy!“ (zu dt. „Oh mein Gott ist das verrückt!“). In dem Moment sahen uns die anderen Gäste des Hauses gleich erschrocken an, aber wir waren so positiv überrascht und kicherten laut mit ihr. Wir plauderten anschließend noch etliche Minuten und freuten uns sehr darüber, dass wir deutschen doch so positiv bei den Amerikanern ankommen.

Zur Info: In den gesamten USA gibt es kein unbegrenztes Tempolimit auf den Straßen. Die Höchstgeschwindigkeit die in den USA vereinzelt zu finden ist, beträgt 75 mph (miles per hour) was etwa 120 km/h entspricht. Die überraschte Amerikanerin konnte sich somit nicht vorstellen, das wir über unsere deutschen Autobahnen mit mehr als 120 km/h fahren dürfen.

Die Menschen in den USA reden im übrigen sehr gern und viel über Europa und jeder Zweite möchte am Liebsten dort Urlaub machen oder war schon einmal dort bzw. hat Verwandtschaft irgendwo *lach*. Das ist irgendwie schon ziemlich verrückt! So wurde mir natürlich klar, dass die verschiedenen kopierten Wahrzeichen nicht als solche zu sehen sind, vielmehr empfand ich es irgendwie als eine art Ehre an und war anschließend noch stolzer darauf Europäerin zu sein.

Abseits des Strips

Nur unweit vom legendären Las Vegas Boulevard liegt der Ursprung der Stadt: die Freemont Street. Mitten im Herzen von Downtown Las Vegas war sie lange zeit das Zentrum der Vergnügungsindustrie. Es gibt sie bereits seit der Gründung der Stadt im Jahre 1905. Ihren Namen erhielt sie jedoch erst 1944 und wurde nach ihrem Entdecker John Charles Frémont benannt, der das Las Vegas Valley im gleichnahmigen Jahr auf einer Expedition durchquerte. Erst mit Beginn der Megaresorts in den 90iger Jahren verlagerte sich das Interesse der Touristen weg von der Freemont Street hin zum heutigen Las Vegas Strip. Doch ein kleiner Besuch der Freemont Street lohnt sich heute allemal, denn hier gibt es die weltbekannten Wahrzeichen der Stadt zu sehen. Zum Beispiel der allseits bekannte, beleuchtete Vegas Vic (Cowboy mit Hut und Zigarette), welcher die Touristen mittlerweile seit mehr als 60 Jahren über dem Pioneer Club freundlich anlächelt und zuwinkt. 1994 musste ein Teil seines Hutes jedoch entfernt werden, um Platz für das Dach der neuen Freemont Street Experience zu machen. Es handelt sich dabei um eine gewölbeförmige Kuppel, die 27 m hoch und 400 m lang ist. Auf der Unterseite der Kuppel gibt es eine LED-Anzeigetafel, auf der bei Dunkelheit Shows vorgeführt werden. Ein weiteres bekanntes Wahrzeichen ist das historische Hotel Golden Nugget Las Vegas. 1946 eröffnete es erstmalig und war zu seiner Zeit das erste Hotel, das von Anfang an als Casino konzipiert wurde. Das Highlight des Hotels ist das Haifischbecken im Poolbereich, wodurch man mit Hilfe einer durchsichtigen Wasserrutsche hindurch rutschen kann. Wer also auf den Spuren des alten Las Vegas wandern möchte, der sollte unbedingt einen Abstecher zur Freemont Street machen.

Heiraten in Vegas

Ein weiterer Grund warum es zahlreiche Menschen jedes Jahr nach Las Vegas verschlägt ist die Möglichkeit des Heiratens. Kein Bundesstaat hat diesbezüglich so lockere Gesetze wie Nevada. Aus diesem Grund ist Las Vegas beim Thema Heiraten ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre und kann ganz einfach mit Hilfe des Führerscheins nachgewiesen werden. Der sofortige Trauschein ist für nur wenige Dollar (ca. $40) zu erwerben. Die meisten Hochzeitskapellen (Wedding Chapels) liegen am nördlichen Strip, doch bei den größeren Hotels gehören Hochzeitskapellen schon zur Standardausstattung. Heiraten in Las Vegas ist schon eine gewisse verrückte Sache, denn hier kann der Pfarrer auch aussehen wie Elvis Presley persönlich. Haben Sie andere ausgefallene Wünsche? Nur zu! In Vegas ist ALLES möglich. Und Sie werden dabei nicht mal schief angesehen.

Las Vegas als Ausgangspunkt für viele Ausflüge

Wie wir wunderbar feststellen konnten, ist Las Vegas zudem ein fabelhafter Ausgangspunkt für weitere Ausflugsziele. Allgemein ist ja bekannt, das Las Vegas erst im Dunkeln so richtig interessant und aufregend wird, daher empfiehlt es sich am Tage die Gegend mit dem Auto etc. (z. B. Mietwagen) zu erkunden. So könnten zum Beispiel folgende touristische Ziele angefahren werden:

Hoover Dam

Der Hoover Dam, Las Vegas

Der Blick vom Hoover Dam

Wer den Hoover Dam einen Besuch abstatten möchte, der sollte Las Vegas über die Interstate 93 Richtung Süden verlassen. Die Fahrt dauert etwas 45 min. Der Hoover Dam ist zugleich auch die Bundesstaatsgrenze zwischen Nevada und Arizona. Die Teilung findet in der Mitte des Dammes statt. Bei Ankunft aus Richtung Las Vegas, Nevada kommend, ist es ratsam aufgrund des hohen Besucheraufkommens, wenige hundert Meter vor dem Damm das mehrstöckige Parkhaus (gebührenpflichtig, ca. $7) linksseitig anzufahren. Allerdings gibt es weitere kostenlose Parkmöglichkeiten auf der Arizona-Seite, dazu muss nur der Damm komplett überquert werden, was aber kein Problem darstellt. Der Hoover Dam wurde im Jahre 1935 in nur 4 Baujahren komplett fertiggestellt und diente dazu den wilden und gefährlichen Colorado River zu bändigen, der Jahre zuvor eine Katastrophe im Imperial Valley auslöste, indem er seinen Verlauf plötzlich änderte und das Valley komplett flutete. Der damalige Handelsminister Herbert Hoover schloss 1922 dazu ein Abkommen zur Regulierung der Wassernutzungsrechte der 7 Anliegerstaaten ab. Dem Bundesstaat Nevada, insbesondere Las Vegas, stehen somit bis 2017 15,1% des durch den Damm produzierten Stromes zu. Dank des Hoover Dams kann die Stadt der tausend Lichter heute sicher leuchten. Vom Visitor Center aus (gegenüber vom Parkhaus) werden 2 Führungen angeboten: Hoover Dam Tour und Hoover Dam Powerplant Tour. Wer beide Touren mitmachen möchte, sollte insgesamt mit einer 2,5 stündigen Führung (ohne Wartezeit!) rechnen. Eine Wartezeit kann sich durch den Sicherheits-Check ergeben, der extra nach den 11. September 2001 eingeführt wurde.

Helikopterrundflüge bzw. Fahrt zum Grand Canyon

Der Grand Canyon mit seinem mächtigen Colorado River kann mit dem Auto in ca. 4,5 h (Grand Canyon Village) erreicht werden. Dazu sollte Las Vegas wieder über die Interstate 93 in südlicher Richtung verlassen und die Fahrt über Kingman (I-40 East) fortgesetzt werden. Allerdings empfiehlt es sich eine Übernachtung am Grand Canyon einzulegen. Aus der Luft ist der Grand Canyon in 200 km zu erreichen. Die zahlreichen Helikopterrundflüge werden vom Las Vegas Airport durchgeführt, wo auch Preise zu erfragen sind. Diese schwanken zwischen $200-500 und sind abhängig von den Zusatzoptionen. Für weitere Details zum Thema Grand Canyon verweise ich auf meinen bereits erstellten Beitrag Grand Canyon National Park – Weltwunder der Natur

Fahrt zum Lake Mead

Der Lake Mead kann in weniger als 45 Minuten (Las Vegas Bay) mit dem Auto ebenfalls in südlicher Richtung erreicht werden. Mit 640 Quadratkilometern wird der Lake Mead durch den Colorado River zum größten künstlichen See der USA aufgestaut. Er gilt als Trinkwasserreservoir und Stromlieferant für mehrere Bundesstaaten gleichzeitig und ist 177 km lang und 152 m tief. Aufgrund seiner vielen Buchten beträgte die gesamte Küstenlänge sogar 1.300 km! Vorallem bei den Einwohnern von Las Vegas wird der Lake Mead als Rückzugsort gern gewählt, um der Großstadt ab und zu den Rücken zu kehren. Die Meisten verbringen ihre Wochenenden zum Ausspannen am See, um Wassersport oder ähnlichen Aktivitäten nachzugehen.

Fahrt nach Los Angeles bzw. zum Pazifik

Selbst die Großstadt Los Angeles scheint nur einen Katzensprung, für amerikanische Verhältnisse, von Las Vegas weg zu sein. Etwa 4 Autostunden (über die Interstate 15 West) trennen diese beiden Städte voneinander. Für weitere Informationen rund um das Thema Los Angeles verweise ich hier auf meinen bereits bestehenden Beitrag Los Angeles – Heimat der Stars und Sternchen.

Fahrt zum Death Valley

Eine Tagesfahrt zum gefürchteten Death Valley (Tal des Todes) bietet sich aufrgund der Entfernung von etwa 2 Stunden wunderbar an. Hin- und Rückfahrt sind somit problemlos an einem Tag zu schaffen. Das Death Valley bildet den nordöstlichen Teil der Mojave-Wüste und liegt bei Badwater mit 86m unter dem Meeresspiegel in einer Senke. Das Death Valley kann im Hochsommer Temperaturen von weit über 50°C erreichen. Das Tal des Todes ist damit für seine Extreme bekannt und trägt seinen Namen nur zu recht. Aufgrund dieser Temperaturextreme wird ausdrücklich empfohlen genügend Wasser mitzunehmen und die Fahrt nur in einem klimatisierten Fahrzeug anzutreten!

 

Résumé

Wie ich eingangs schon erwähnte bin ich mit gemischten Gefühlen nach Las Vegas angereist. Ich musste bei meinem 3-tägigen Aufenthalt feststellen, das fast alle bekannten Klischees erfüllt wurden, aber auf eine ganz liebenswürdige Art und Weise. Die Stadt hat ihre eigene verrückte Magie, wodurch man recht schnell von ihr angezogen wird – vielleicht weil sie einem so Surreal vorkommt. Vorallem die überaus freundlichen Menschen transportieren diese Magie durch die Straßen von Vegas hinweg und animieren einem zum regelrechten Mitmachen. Anfangs braucht man jedoch einen guten vollen Tag lang, um sich auf die Stadt komplett einzustellen, da sie einfach anders ist als die anderen typischen US-Städte. Ich hatte das Gefühl das die Uhren mitten in der Wüste anders liefen bzw. kam es mir vor, gar nicht mehr in einer trockenen, staubigen Wüste zu sein. Nur einzig allein die Temperaturen erinnern einen wieder daran! Alles in allem, werde ich Las Vegas also wieder besuchen, um weitere Eindrücke zu sammeln. Die gewonnen Erkenntnisse werde ich schließlich gerne wieder mit meinen Lesern teilen!

 

Zum Schluss bleibt nur zu sagen: „What happens in Vegas, stays in Vegas!“ 

Das Las Vegas Eingangsschild

Las Vegas Sign

 

 

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Über den Autor

Stefanie Becker

I studied business administration with focus in marketing, communication and finance at the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg. Even during my studies I started to work for the travel magazine TOUREAL in content marketing where I am responsible for the area USA until now.

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