Waldbreitbach – das Weihnachtskrippendorf im Westerwald

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Waldbreitbach im romantischen Wiedtal ist das Weihnachtsdorf schlechthin. In der Adventszeit verwandelt es sich in ein Weihnachtskrippendorf. Am 30. November wurde die Krippensaison mit einem großen Fackelzug um 18.00 Uhr eröffnet und sie dauert bis Mariä Lichtmess, am 2. Februar 2014.

Schwimmender Adventkranz

AdventskalenderhausBegonnen hat es 1995 mit einem Adventskalender an dem malerischen Fachwerkhaus, welcher mit weihnachtlichen Motiven und Zunftzeichen geschmückt ist und so wird an jedem Dezembertag auf die Leiter geklettert und ein Türchen. geöffnet. Im Laufe der Jahre kam immer ein weihnachtliches Highlight dazu. Zum schwimmenden Adventskranz auf der Wied, zu den lebensgroßen erzgebirgischen Holzfiguren und der acht Meter hohen Weihnachtspyramide im Zentrum des Ortes gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal vor der Pfarrkirche eine Freilandkrippe mit großen Figuren. Überall im Dorf, in Schaufenstern und in Gärten kann man Weihnachtsgrippen aufgebaut, was dem Dorf auch zu Recht den Namen Weihnachtskrippendorf eingebracht hat.

Die Tradition, zu Weihnachten eine Krippe aufzustellen, geht auf das Jahr 1223 zurück. Franz von Assisi stellte in Greccio (Italien) in der Nähe von Rom die Weihnachtsgeschichte mit einer mit Heu gefüllten Krippe und lebendem Ochsen und Esel dar. Heute sind in der Weihnachtskrippe neben Maria, Josef und dem Christkind auch die heiligen drei Könige und die Hirten Bethlehems vertreten. Besonderer Anziehungspunkt ist die größte Naturwurzelkrippe der Welt, die nach umfangreichen Renovierungsarbeiten in diesem Jahr wieder in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ aufgestellt ist. Sie nimmt eine Fläche von 92 Quadratmetern ein und ist 7,50 Meter hoch. Wegen ihrer Größe und Einzigartigkeit wurde die Krippe 1998 in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen. Gebaut hat die Krippe Gustl Hertling. So wird genau wie in der Weihnachtsgeschichte die Figuren entsprechend der Festtage auf- oder umgestellt und erst am Heiligen Abend, dem 24.12. kommt das Christkind in die Krippe.

Der ausgebildete Krippenbauer Gustl Hertling ist auch ein leidenschaftlicher Sammler von Weihnachtskrippen. In seinem Internationalen Krippenmuseum „Gustel’s Krippen- und Bibelwelt“ zeigt er auf einer Fläche von über 700 Quadratmetern seine Krippensammlung, die über 2200 Weihnachtskrippen aus aller Welt umfasst. Auch Kurse zum Krippenbau werden angeboten. Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet (Eintritt 5 Euro).

Holzmänner auf der Kirchtreppe 1Die aus Fichtenholz gedrechselten traditionellen Weihnachtsfiguren Engel und Bergmann, Nussknacker und Räuchermännchen kommen aus dem Erzgebirge und stehen lebensgroß im Ortskern Waldbreitbachs. Sie wurden im erzgebirgischen Seiffen hergestellt. Die beiden Orte verbindet neben dem Weihnachtsfest auch die gemeinsame Geschichte als Erzbauregion.

Die acht Meter hohe Weihnachtspyramide bauten die Waldbreitbacher Handwerker und Mitarbeiter der Behindertenwerkstätte Neuwied-Engers 1997 nach Originalplänen aus dem Erzgebirge. Engel und Bergmann stehen vor dem Adventskalenderhaus in der Neuwieder Straße gegenüber dem Rathaus.

Seit 2003 läutet das Glockenspiel im Rathaus die Adventszeit ein. 23 Glocken spielen täglich um 10.00, 12.30, 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr eine Melodie aus dem Repertoire, das 60 verschiedene Musiktitel umfasst. Am zweiten und dritten Adventswochenende fand der Waldbreitbacher Christkindchenmarkt mit Ständen, die Krippenfiguren, Handarbeiten, Christstollen und Weihnachtsgeschenkideen verkauften, statt.

Ein Winterspaziergang durch die Westerwälder Landschaft führt auf dem Kleinen Krippenweg auf zwei Kilometern durch Waldbreitbach am Wiedufer entlang. Unterwegs sind in den Schaufenstern der Geschäfte verschiedene Weihnachtskrippen zu sehen. Eine Führung über den Kleinen Krippenweg mit Besichtigung der Naturwurzelkrippe dauert 1,5 Stunden und kostet pro Gruppe (25 Personen) 35 Euro.

Der Große Krippenweg führt auf unterschiedlichen Strecken zwischen zehn und 25 Kilometern Länge durch die winterliche Klosterlandschaft Wiedtal zur Kreuzkapelle, zum Kloster St. Josefshaus, nach Niederbreitbach auf den Klosterberg der Waldbreitbacher Franziskanerinnen oder in Richtung Roßbach. Eine siebenstündige Führung über den 25 Kilometer langen Großen Krippenweg kostet pro Gruppe (25 Personen) 135 Euro.

Stern von Bethlehem-Waldbreitbach

Seit 1999 leuchtet im Berghang oberhalb des Ortes der Stern von Bethlehem, dieser ist von gegenüber fantastisch zu sehen. Er hat einen Durchmesser von 60 Metern. Beleuchtet wird er von einer drei Kilometer langen Lichterkette mit über 3500 Glühbirnen. Der beleuchtete Krippenweg führt über den Waltbreitbacher Kaltberg an der Evangelischen Kirche bis zum Kloster der Franziskanerinnen.

Fotos Gastlandschaften Rheinland-Pfalz und Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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