Leichtere Einreise in die USA, Elvis & Football – Reisemesse IPW in Las Vegas

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Viel Neues gab es auf der Tourismus Messe IPW in Las Vegas, welche am 12.Juni zu Ende ging. Neue Attraktionen für Elvis-Fans, erleichterte Einreisebedingungen für die USA aber auch viel Kritik von deutschen Reiseveranstaltern am Marketingkonzept der amerikanischen Tourismusbehörde.

Cable Car auf einem Hügel in San Francisco und im Hintergrund die Bucht mit Alcatraz

Hightlight für Touristen – Cable Car in San Francisco // © Stefanie Becler

Vom 8.-12.Juni 2013 fand in Las Vegas erneut die Reisemesse „International Pow Wow“ (IPW) statt. Viele neue Attraktionen und geplante Änderungen für den internationalen Tourismus in die USA gab es hier zu sehen und zu hören.

So wird es zum Beispiel für Fans des legendären King Elvis in seiner Heimat Memphis gleich 2 neue, groß angelegte Ausstellungen geben. Auf dem Anwesen Graceland wird es die Ausstellung „Elvis‘ Hawaii: Concerts, Movies and More!“ geben, welche sich laut Museumsbetreibern mit der Liebe des Musikers zu Hawaii beschäftigen soll. Weiterhin folgt die Ausstellung „Elvis: Live from Vegas“ welche sich allein den Kostümen der unzähligen Elvis-Auftritte in der „Sin City“ widmen wird.

Für Sportbegeisterte wird 2014 in Atlanta die „College Football Hall of Fame“ eröffnen und für Kulturinteressierte ein ca. 3000m² großes Bürgerrechtszentrum namens „National Center for Civil and Human Rights„. Hier gibt es  Wissenswertes über die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung und aktuelle Problematiken zu erfahren, teilte das Tourismusbüro mit. Die neue „Hall of Fame“ in Atlanta widmet sich hingegen allein dem in den USA sehr populären College Football. Sie entsteht derzeit im Centennial Olympic Park. Dort wird alles über die bekanntesten & weniger bekannten College-Football-Spieler der USA zu erfahren sein.

Mit rund 300 Millionen US-Dollar soll auch der Armstrong New Orleans International Airport erneuert werden und eine deutliche Erweiterung erfahren, die dem Tourismus in der berühmten Südstaaten-Metropole und der immernoch stark von Hurrican Katrina gebeutelten Region sicherlich positive, neue Impulse verpassen wird. Neue Gates und deutlich vergrößerte Mietwagenangebote sind neben kostenlosem WLAN nur ein paar der geplanten Neuerungen um den Tourismus noch stärker anzukurbeln.

Einreise soll vereinfacht & beschleunigt werden

Eine weitere positive Neuerung kommt direkt von der amerikanischen Tourismusbehörde. Mit langen Wartezeiten, dadurch verpassten Anschlüssflügen oder komplizierten Einreisebedingungen hatten laut einer kurzfristigen Umfrage der US Travel Association viele Urlauber ihre Probleme. Ein erschreckend hoher Anteil gab sogar an, aus besagten Gründen keine erneute USA-Reise zu planen oder anderen davon abzuraten.

Das ist ein echtes Problem„, gab Roger Dow, Chef der US Travel Association, in Las Vegas zu. „Wir haben teilweise extrem lange Wartezeiten. Die schnelle Einreise ist eine der größten Herausforderungen.“  Grund hierfür sind unter anderem auch die drastischen Sparmaßnahmen der Regierung. Viele Angestellte müssen Zwangsurlaub nehmen statt die nötigen Überstunden zu leisten, die man eigentlich bräuchte. Dies soll sich in den kommenden Jahren zwar ändern, aber bis dahin vergeht viel Zeit und viele Touristen werden verschreckt. Dabei hat man sich viel vorgenommen in den USA: Bis 2021 sollen jährlich 100 Millionen ausländische Besucher in die USA kommen, 2012 waren es fast 67 Millionen. Aber das war bereits ein Plus von fast 30%.

Mit dem erweiterten „Global-Entry-Programm“ will man dem nun schnellstens vorbeugen. Für eine einmalige Gebühr von 100 US-Dollar (ca. 75 EUR) können sich  Einreisende einmalig überprüfen lassen und dürfen dann 5 Jahre lang Ihre Einreiseprozedur an einem Automaten abwickeln, statt in einer Warteschlange beim Zollbeamten. Diese Prozedur stand bislang nur Reisenden aus den USA, Kanada, Niederlanden, Südkorea und Mexiko zur Verfügung. Seit dem Frühjahr ist endlich auch Deutschland in der Testphase und jeder kann freiwillig daran teilnehmen. Eine derartige Prozedur lohnt sich jedoch nur für Viel- und Geschäftsreisende, allerdings profitiert dadurch auch jeder „Normalreisende“ von den kürzeren Schlangen an den Schaltern.

Aber auch an den Flughäfen in der USA soll sich Einiges ändern. Bis zum 1. Juli will man beispielsweise am Chicago O’Hare Airport32 Selbstbedienungsterminals installieren, an denen ankommende Fluggäste ihre Passdaten einlesen und überprüfen lassen können, erklärte die Tourismusorganisation Choose Chicago. Statt gegenüber einem Zollbeamten beantwortet man hier seine Fragen per Touchscreen, nach Abschluss druckt der Automat dann (hoffentlich) ein Zertifikat aus, dass dann von einem Beamten nur nochmal schnell überprüft wird.

Reiseveranstalter kritisieren schlechtes Marketing

Aber nicht alle zeigten sich begeistert auf der Reisemesse in Las Vegas. In vielen Ländern startete bereits die internationale Marketingkampagne der US Travel Association, für Deutschland ist der Start für den Herbst geplant. Details über geplanten Umfang sind jedoch kaum zu erfahren.

Die Reiseveranstalter wie Dertour oder TUI kritisieren die mangelhafte Kommunikation, man wolle schließlich die geplanten Marketingmaßnahmen auch in die Werbung der Reisebüros integrieren, was jedoch ohne ausreichende Information kaum möglich sei.

Für die Wintersaison herrscht dennoch irgendwie Optimismus unter den 60 deutschen Einkäufern der diversen Reiseveranstalter auf der IPW, obwohl hohe Flugpreise und knappe Hotelkapazitäten dem Wachstum auch deutliche Grenzen setzen. Das zumindest behaupten die Veranstalter. Ob man im Land der unzähligen Hotels und Motels wirklich von mangelnden Kapazitäten reden kann, ist jedoch zu bezweifeln.

 

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Über den Autor

Sirko Wolfram

Bei Toureal ist meine Hauptaufgabe die Betreuung von Technik & Design sowie Umsetzung von Ideen & neuen Konzepten. Außerdem bin ich auch als Redakteur weltweit unterwegs und berichte und fotografiere exklusiv für das Reisemagazin.

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