Studie: Schulferienregelung bremst Deutschlandtourismus

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Eine Studie über Ferienzeiten in Deutschland zeigt Versäumnisse im inländischen Tourismus. Bund & Länder sind gefordert um Schulferienregelung zu vereinheitlichen.

Die idealen Sommerferien © Markus Bormann - Fotolia.com

Die idealen Sommerferien © Markus Bormann – Fotolia.com

Dr. Martin Linne (Autor) und Prof. Dr. Axel Dreyer (wissenschaftliche Begleitung) von der Gesellschaft für TourismusForschung untersuchten auf Grundlage von Anreisen der Inländer in den Ferienzeiten der Jahre 2002 bis 2012 die Ferienzeiten in Deutschland und deren Effekte auf den Deutschlandtourismus. Ihr Ergebnis präsentierten sie am 17.06.2013 in Berlin: „Analyse der Ferienzeiten in Deutschland“.

Dr. Martin Spantig, Vizepräsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV) fordert u.A. eine geschicktere Planung der Ferien in den Bundesländern. „Mit der derzeitigen Ferienregelung verschenken die Kultus- und Bildungsminister die Chance auf Umsätze in Milliardenhöhe“. Bis zu 15,6 Milliarden Euro mehr Umsatz und bis zu 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze für den deutschen Tourismus könnten laut Aussage von Spantig entstehen wenn die Bundesländer lediglich die vor- und nachgelagerten Wochenenden sowie die bundesweiten Feiertage in die Ferienzeiten einbinden würden. So wird gefordert, dass alle Ferien immer Montags beginnen und Freitags enden. Die so angebundenen Wochenenden am Anfang und Ende der Ferien würden den Schülern und Familien dadurch als zusätzliche Reisezeit zur Verfügung stehen. „Jeder Tag, der nicht als möglicher Reisetag genutzt wird, kostet u. a. deutsche Hotels, Freizeiteinrichtungen, Museen und den Einzelhandel bis zu 120 Millionen Euro Umsatz“, so Dr. Martin Spantig.

Zwar setzen die Bundesländer die Schulferien eigenständig fest, die Termine für die Sommerferien regelt aber die Kultusministerkonferenz (KMK). Und hier wird langfristig geplant. Im kommenden Jahr sollen bereits die Termine für die Jahre 2018 bis 2024 festgelegt werden. Und die Ferien werden immer kürzer. Waren es 1952 beispielsweise noch 93 Tage, so wurden es in den letzten Jahren immer weniger: 2014  schrumpft der Sommerferienkorridor auf nur noch 71 Tage zusammen.

Diese  Verkürzung hat immer mehr zur Folge, dass das Angebot in den Ferienorten künstlich verknappt wird, weil auch die Saison immer kürzer wird. Höhere Preise und mehr Staus sind die Folge und müssen von Urlaubern eingeplant werden, während die Hotelbetriebe mit stetig sinkender Auslastung zu kämpfen haben. „Wünschenswert wäre es, den Ferienkorridor mit rund 90 Tagen so oft wie möglich auszuschöpfen“, so Dr. Martin Spantig. Anfang Juni hatten sich die Wirtschaftsminister bereits für eine Ausweitung des Sommerferienkorridors eingesetzt.

Weiterhin fordert Spantig eine stärkere Abstimmung der Ferien, vor allem im ersten Halbjahr. Durch die unheinheitlichen und immer schwankenden Ferienzeiten ist die Personalplanung in den Gastbetrieben enorm erschwert. Während die einen Ferien machen, müssen die anderen noch die Schulbank drücken. Eine Optimierung und Vereinheitlichung der Ferienplanung kommt also nicht nur den Schülern zu Gute, sondern stärkt und fördert vor allem den Tourismus im Land.

Quelle: Deutscher Tourismusverband

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Über den Autor

Stefanie Becker

I studied business administration with focus in marketing, communication and finance at the Martin-Luther-University Halle-Wittenberg. Even during my studies I started to work for the travel magazine TOUREAL in content marketing where I am responsible for the area USA until now.

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