Einschränkungen am Mainzer Hauptbahnhof halten an

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Das Stellwerk am Hauptbahnhof Mainz kann auch in den nächsten Wochen personell nur eingeschränkt besetzt werden. Aufgrund weiterer Krankmeldungen in der noch andauernden Urlaubszeit muss das Betriebsprogramm weiter angepasst werden. In dieser Woche von Montag, 12. August, durchgehend bis Freitag, 16. August, 20 Uhr, sowie von Montag, 19. August bis Freitag, 23. August, jeweils von 6 bis 20 Uhr, und von Montag, 26. August bis Freitag, 30. August, ebenfalls von 6 bis 20 Uhr, kommt es zu folgenden Änderungen beim Zugverkehr über den Hauptbahnhof Mainz.

DB ©Foto Gabriele Wilms

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Der Halbstundentakt auf der Strecke Mainz – Alzey, der als RE und RB gefahren wird, wird durch einen Stundentakt als RB mit Halt an allen Stationen ersetzt. Die Regionalzüge auf der Strecke Mainz – Worms fahren nur im Stundentakt. Die RB Mainz – Bad Kreuznach fällt zwischen Gau Algesheim und Mainz aus. In Gau Algesheim besteht Anschluss auf die MittelRheinBahn (Koblenz – Bingen – Mainz). Die RE-Linie 2 Koblenz – Mainz – Frankfurt und RE 3 Saarbrücken – Frankfurt verkehren unverändert. Die MittelRheinBahn Koblenz – Bingen – Mainz fährt nur im Stundentakt, die Verstärkerzüge fallen aus. RB 75 Aschaffenburg – Wiesbaden fährt wie gewohnt im Stundentakt mit zusätzlichem Halt in Mainz-Gustavsburg für Umstieg auf die S8. Die S8 Richtung Hanau fährt zur Minute 32 wie gewohnt ab Mainz Hbf. Die Abfahrten zur Minute 02 fahren nicht über Mainz Hbf sondern mit Ersatzhalt ab Mainz-Kastel. Die S8 Richtung Wiesbaden mit Abfahrt zur Minute 27 fährt wie gewohnt ab Mainz Hbf. Die Abfahrten zur Minute 57 fahren nicht über Mainz Hbf sondern mit Ersatzhalt ab Mainz-Kastel.

Die Intercity-Linie Hamburg – Stuttgart und Gegenrichtung und die Linie Ruhrgebiet–Stuttgart und Gegenrichtung fahren ohne Einschränkungen. Die IC-Linie Hamburg – Passau und Gegenrichtung und ICE-Linie 91 Dortmund – Wien und Gegenrichtung werden ab Koblenz umgeleitet über die rechte Rheinseite und halten statt im Mainz Hbf in Mainz-Bischofsheim, bzw. bei ICE 1-Zügen in Frankfurt-Flughafen. ICE-Linie Wiesbaden – Dresden fährt ca. 15 Minuten später in Wiesbaden ab und hält statt Mainz Hbf in Mainz-Bischofsheim. Die Züge werden durch die RB 75 erreicht. In Gegenrichtung wird vom Flughafen ohne Halt in Mainz Hbf bis Wiesbaden gefahren, dort kann mit der S-Bahn der Mainzer Hbf erreicht werden. Der Fernverkehr zwischen 0 und 6 Uhr fährt ohne Einschränkungen. Der Schienengüterverkehr wird über die rechte Rheinstrecke umgeleitet.

In den Reisezentren der DB oder bei den Mitarbeitern der DB Information können zuggebundene Fahrkarten für Züge von und nach Mainz Hbf, die dort nicht halten, für eine alternative Reiseverbindung gültig geschrieben werden. Bereits gekaufte Tickets gelten auch für eventuell notwendige Umwege. Wenn Reisende von der Fahrt von und nach Mainz Hbf zurücktreten möchten, weil ihr Zug dort nicht hält, werden Tickets und Reservierungen auf Wunsch in den DB Reisezentren oder online kostenfrei erstattet. Reisende, die z.B. aufgrund verpasster Anschlüsse ihren Zielbahnhof mit mindestens 60 Minuten Verspätung erreichen, haben Anspruch auf Entschädigung im Rahmen der Fahrgastrechte.

Auch an anderen Schaltstellen des Unternehmens sei die Personaldecke zu dünn, räumte DB-Netz-Vorstandschef Frank Sennhenn in der ARD ein. „Wir haben bundesweit eine angespannte Situation.“ Man sei dabei, alle Stellwerke mit ähnlich kritischer Lage personell nach Kräften abzusichern. 2013 wolle die Bahn 600 neue Fahrdienstleiter einstellen. Das Problem sei, dass die Schulung sieben Monate dauere, so dass die Mitarbeiter nicht kurzfristig eingesetzt werden könnten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sprach erneut von einer falschen Personalpolitik, die sich nicht nur bei den Stellwerke auswirke: „Wir haben auch in anderen Bereichen eine Reduzierung des Verkehrs, weil Personal fehlt“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner Reuters TV in Mainz

EBA leitet Verfahren gegen DB ein

Inzwischen hat das Eisenbahn-Bundesamt ein Verfahren eingeleitet. Dabei werde ein möglicher Verstoß der Bahn-Tochter DB Netz AG gegen die Betriebspflicht untersucht, sagte Sprecher Moritz Huckebrink. Das Bundesamt erwarte eine Stellungnahme der Bahn, wie der sichere Betrieb in Mainz unverzüglich wieder aufgenommen werden könne. Am Freitag hat sich auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eingeschaltet und mit DB-Chef Rüdiger Grube telefoniert. Es müsse sichergestellt werden, dass die Situation in Mainz ein Einzelfall bleibe. Die Probleme werden auch den Bahn-Aufsichtsrat bei der nächsten Sitzung beschäftigen, wie Ramsauers Staatssekretär Michael Odenwald mitteilte. Die Union will die Zugausfälle in Mainz im Bundestags-Verkehrsausschuss behandeln.

Nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG war das aktuelle Bahnchaos in Mainz vorhersehbar. Die Vorgänge seien nicht die ersten ihrer Art und schon gar kein Einzelfall, sagte der Chef der Gewerkschaft, Alexander Kirchner, der Zeitung „Die Welt“. Der Personalmangel in Stellwerken sei von der Bahn lange ignoriert worden. Die Arbeitnehmervertreter hätten seit 2011 auf die Unterbesetzung in den Stellwerken hingewiesen, die jetzt in der Rhein-Main-Region zu wochenlangen Zugausfällen führen werden. Wenn die Bahn jetzt sage, der Fall in Mainz habe mit Urlaub oder Krankenständen zu tun, dann seien das Ausreden. Schon in den vergangenen Monaten hatten Züge stoppen müssen, weil Stellwerke in Bebra in Nordhessen, Beucha bei Leipzig, Friedenssegen bei Ingolstadt oder Zwickau unterbesetzt waren. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber betonte dagegen, man steuere „seit längerem“ um: „In den vergangenen Jahren haben wir bundesweit Zehntausende neue Mitarbeiter eingestellt und ausgebildet. Rund 10.000 waren es alleine 2012 und über 5.000 in den ersten sechs Monaten 2013, darunter auch Fahrdienstleiter, Zugpersonal und Mitarbeiter im Bordservice. Heute sind im Konzern 247 Fahrdienstleiter mehr als Ende 2012 tätig. Der Wind hat sich vor geraumer Zeit von der Sanierung zur Rekrutierung gedreht, auch wenn es noch Hausaufgaben gibt, die zu machen sind. Wir sind unterwegs, das weiß auch die EVG-Spitze, weil wir das bisher gut gemeinsam gestaltet haben. Zuletzt beim Demografie-Tarifvertrag, der seit einem halben Jahr wirkt.“

Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG: „Für die entstehenden Unannehmlichkeiten möchte ich mich bei unseren Kunden entschuldigen. Wir tun alles, um die Einschränkungen in Mainz so gering wie möglich zu halten. Seit drei Jahren stellen wir bei der Bahn massiv Personal ein, jedes Jahr über 10.000 Mitarbeiter, darunter auch deutlich mehr Fahrdienstleiter als früher. Dies wird uns auch für Mainz für die nahe Zukunft eine Entspannung bringen.“ Die DB Netz AG hat für das Stellwerk Mainz ein Maßnahmenpaket mit drei Punkten zur schnellstmöglichen Stabilisierung vor Ort geschnürt. So sollen die Fahrdienstleiter umliegender Stellwerke kurzfristig mit den technischen und örtlichen Besonderheiten des Stellwerks Mainz vertraut gemacht werden. Außerdem sollen Fahrdienstleiter, die zurzeit in anderen Bereichen tätig sind, für das Stellwerk Mainz rekrutiert und ausgebildet werden. Zugleich werde die mittel- und langfristig angelegte Rekrutierungs- und Ausbildungsstrategie des Unternehmens weiter konsequent vorangetrieben.

Quelle: Deutsche Bahn

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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