In Entwicklungsländern keine Arzneimittel kaufen

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Reiseapotheke „made in germany“ schützt Gesundheit im Urlaub, denn Arzneimittelfälschung ist ein lukratives Geschäft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in Schwellen- und Entwicklungsländern zehn bis 30 Prozent der Medikamente gefälscht sind. Wer auf Reisen in solche Länder Arzneimittel kauft, geht ein hohes Risiko ein, ein gefälschtes Produkt zu erhalten. Reisende sollten dort deshalb auf den Kauf von Arzneimitteln verzichten und sowohl die notwendige Dauermedikation, als auch Notfallarzneien aus Deutschland mitnehmen, rät das CRM Centrum für Reisemedizin.

Medikamente Andrea Damm, pixelio.de

Medikamente Andrea Damm, pixelio.de

Der Anteil gefälschter Medikamente , die in Afrika sowie in Teilen Asiens und Lateinamerikas auf dem Markt sind, lässt sich schwer exakt quantifizieren und variiert zudem stark je nach Region: Die WHO schätzt, dass zwischen zehn und 30 Prozent der in Schwellen- und Entwicklungsländern verkauften Medikamente Fälschungen sind. In manchen Ländern Afrikas könnte ihr Anteil sogar bei bis zu 70 Prozent liegen. Zum Vergleich: In den modernen Industrienationen Europas wird ihr Marktanteil auf nur etwa ein Prozent geschätzt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation enthalten gefälschte Medikamente meist keine aktiven Wirkstoffe (32 Prozent), nicht die angegebenen Wirkstoffe (21 Prozent), abweichende Wirkstoffkonzentrationen (20 Prozent) oder starke Verunreinigungen (9 Prozent). Ebenfalls zu den gefälschten Medikamenten zählt die WHO Medikamente, die zwar die korrekte Menge aktiver Wirkstoffe enthalten, aber in gefälschten Verpackungen verkauft werden (16 Prozent).

„Immer wieder kommt es vor, dass Reisende aus Kostengründen Medikamente erst im konkreten Bedarfsfall vor Ort kaufen, anstatt sie vorsorglich mitzunehmen – gerade bei Reisen in Schwellen- und Entwicklungsländern ist das riskant, denn fehlende oder falsche Inhaltsstoffe können zu ernsthaften Erkrankungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen“, so Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Wir raten dazu, bei Reisen in Schwellen- und Entwicklungsländern auf den Kauf von Medikamenten vollständig zu verzichten und sowohl benötigte Dauermedikamente als auch Notfallarznei – etwa Standby-Medikamente gegen Malaria oder Antibiotika – aus Deutschland mitzuführen“, sagt Jelinek.

Da aufgegebenes Gepäck verloren gehen kann, ist es ratsam, die gesamte Reiseapotheke im Handgepäck zu verstauen. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten sollten Urlauber dazu eine ärztliche Bescheinigung mitführen, die bestätigt, dass es sich um ein persönlich benötigtes Medikament handelt. Wenn der Kauf eines Medikaments vor Ort nicht zu umgehen ist, sollten Reisende die erforderlichen Präparate nur originalverpackt in lizenzierten Apotheken, niemals jedoch auf Märkten erwerben. „Reisende sollten sich aber bewusst sein, dass man gerade in Entwicklungsländern auch über scheinbar sichere Quellen an gefälschte Arzneimittel geraten kann – diese sind oft nicht nur auf Märkten, sondern auch in Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern verbreitet“, gibt Jelinek zu Bedenken. Warnzeichen für eine Fälschung können ein sehr niedriger Preise, ungewöhnliches Aussehen, Geruch oder Geschmack der Arznei, brüchige Konsistenz von Tabletten oder schlecht gedruckte Verpackungen sein. Doch mitunter werden Medikamente auch so geschickt gefälscht, dass Laien sie vom Originalprodukt kaum unterscheiden können.

Quelle: CRM Centrum für Reisemedizin

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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