Toronto – Stadt der vielen Farben

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Die größte Stadt Kanadas fasziniert durch ihren Facettenreichtum: Die Multikulti-Metropole vereint klare Strukturen, farbenfrohe Street-Art und karibische Leichtigkeit zu einem überraschend harmonischen Mix.

GraffittiToronto_Graffitiwalk_FotoAntoniaKasparek

„Das Wort Toronto – oder wie der Kanadier sagt „Toronno“ ist aus der Sprache der indianischen Ureinwohner abgeleitet und bedeutet „wo Bäume im Wasser wachsen““ erklärt Tourguide Mike Carter. Tatsächlich spielt das Wasser für die größte Stadt Kanadas eine wesentliche Rolle. Toronto liegt am Nordufer des Ontariosees, der von seinen Ausmaßen die Hälfte der Schweiz bedecken könnte. Unbedingt muss man daher die 2,8 Millionen Stadt vom Wasser her betrachten – am besten bei einer Schiffstour über den Ontariosee oder bei einem Ausflug mit der Fähre zu Toronto Island.

Skyline_Blick von TorontoIsland_FotoAntoniaKasparek

Blickt man dann vom Wasser aus auf die Skyline, mit dem beeindruckenden 553 Meter hohen CN-Tower und den vielen Wolkenkratzern des Finanzdistrikts, scheint diese tatsächlich aus dem Wasser gen Himmel zu wachsen. Das Blau des Wassers und des Himmels spiegelt sich in den metallisch glänzenden Oberflächen der Hochhäuser. Doch dieser glatte und puristische Eindruck täuscht: Taucht man in die Stadt ein, erlebt man ein ganz anderes Toronto: bunt, mitreißend und multikulturell.

Dieser Facettenreichtum liegt vor allem an der hohen Zahl der Einwanderer: 50 Prozent der Einheimischen sind nicht in Toronto geboren. Große Zuwanderungswellen kamen aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika. In Toronto werden 130 Sprachen und Dialekte gesprochen – sie könnte als globalste Stadt der Welt gelten.

Viele Zuwanderer leben in eigenen Stadtvierteln wie Chinatown, Greek Town, Little Portugal, Little India und Little Italy. Diese Vielfalt der Bevölkerung zeigt sich im Stadtbild nicht nur durch Geschäfte und Restaurants sowie Architektur, Kunst, Design und Sportaktivitäten, sondern auch durch viele Feste und Veranstaltungen. Vor allem der aus der Karibik stammende Bevölkerungsanteil weiß, wie man feiert: Jedes Jahr im Juli-August wird der „Caribbean Carnival“ zelebriert. Der Höhepunkt des dreiwöchigen Kultur-Festes ist die Grand Parade – eine riesige karibische Karnevalsparade, wie man sie sonst nur in Rio de Janeiro findet: Über 100 Gruppen ziehen tanzend und singend in schillernd-bunten Kostümen über den 3,5 Kilometer langen Lakeshore Boulevard. Es ist das größte kulturelle Festival seiner Art in Nordamerika.

Hier wird karibisches Flair von der Küche über die Musik in allen Nuancen gefeiert. Viele Teilnehmer tragen Landesfarben – die Jamaikaner zum Beispiel Gelb und Grün. Einige stecken in überdimensionalen Kostümkonstruktionen mit Rädern, Flügeln und Federn – andere sind eher sehr knapp bekleidet. Begleitet von Steel Pan- und Brass-Bands bringen sie mit pulsierenden Rhythmen von Reggae bis Calypso, die Stimmung beim begeisterten Publikum am Straßenrand auf die heiße Umgebungstemperatur. Mitmachen kann in den karibischen Karneval-Gruppen übrigens jeder – egal ob weiß, schwarz, dick, dünn oder Rollstuhlfahrer. Denn so vielfältig und entspannt wie sich Toronto im Alltag zeigt, so feiert es auch.

Dieses fröhliche, farbenfrohe und multikulturelle Gesicht präsentiert Toronto auch noch in anderer Hinsicht: Graffiti-Künstler verwirklichen sich vor allem in und um Chinatown mit fantastischen Wandbildern. Ob Chinesische Mauer, Comicszenen, abstrakte Malerei oder eine bunte Unterwasserwelt auf einem Häuserblock – Toronto ist bekannt für seine Street-Art. Ob das nun für jemanden Kunst oder illegales Sprayen ist – auf jeden Fall sollte man eine geführte Graffiti-Tour mitmachen.

Niagarafällevonoben_Helikopterflug_FotoAntoniaKasaprek

Auch die Umgebung von Toronto bietet viele Ausflugsziele wie die eineinhalb Stunden entfernten Niagarafälle – ein Besuch ist ein Muss für jeden Toronto-Urlauber. Auf einer Breite von 750 Metern donnert der Niagara-River, der den Erisee mit dem Ontariosee verbindet gut 54 Meter in die Tiefe. Besonders beeindruckend ist es die Niagara-Fälle auch aus der Luft bei einem 15-minütigen Helikopter-Rundflug zu betrachten. Die Autofahrt von Toronto in die Region Niagara führt übrigens durch die „kanadische Weinstrasse“, teilweise direkt am See entlang. Niagara ist eines der wichtigsten Weinanbaugebiete in Kanada und erzeugt ganz hervorragende Eisweine, aber auch Riesling oder Cabernet Sauvignon. Ein Abstecher mit Weinprobe zu einem der vielen Weingüter und eine Kaffeepause zum Beispiel im Shaw-Café in Niagara-on-the-Lake sollte man daher unbedingt einplanen. Die Autorin reiste mit Unterstützung von Tourism Toronto.

Infokasten

Anreise
Von Frankfurt gibt es Direktflüge nach Toronto zum Beispiel von Air Canada oder Lufthansa. Die Flugzeit beträgt etwa 8 Stunden. KLM fliegt von Düsseldorf über Amsterdam in etwa 11 Stunden nach Toronto.

Einreise
Deutsche Staatsbürger benötigen einen gültigen Reisepass und seit diesem Jahr die Electronic Travel Authorisation (eTa). Der Antrag muss online unter https://etacanadaonline.com bis 72 Stunden vor Abflug ausgefüllt werden. Er kostet 7 Kanadische Dollar. 1 Euro entspricht 1,45 CAD (Stand Juli 2016). Das „eTA“ ist für 5 Jahre gültig. Weitere Informationen unter www.auswaertiges-amt.de

Klima
Toronto liegt im südlichsten Teil Kanadas, in dem alle vier Jahreszeiten ausgeprägt sind. Die touristische Hauptsaison liegt in Toronto zwischen Juni und September.

Hoteltipp
Das InterContinental Toronto Yorkville ist zentral an der Bloor Street gelegen. Einkaufsmöglichkeiten, Museen und öffentliche Verkehrsmittel sind fußläufig zu erreichen. www.toronto.intercontinental.com

Karneval
Einmal im Jahr findet der Caribbean Carnival in Toronto statt. Die Grand Parade ist dieses Jahr am 30. Juli.
Infos dazu unter www.torontocaribbeancarnival.com

Tipps
Alle Attraktionen in und um Toronto findet man hier:
www.seetorontonow.com/

Infos zu Schiffstouren auf dem Ontariosee oder zur Toronto-Island-Fähre gibt es unter
www.harbourtourstoronto.ca

Ein Besuch des CN Tower ist ein Muss. Am besten zum Lunch, um im drehenden 360°-Restaurant den tollen Rundumblick zu genießen. Mutige können sich auch auf ein Stück gläsernen Boden stellen und 351 Meter in die Tiefe schauen.
www.cntower.ca

Einen geführten Graffiti-Walk kann man hier buchen:www.tourguys.ca/#!toronto-graffiti-tour/c17a5

Mehr als 10.000 Paar Schuhe umfasst die Ausstellung im Bata Shoe Museum. Darunter Marilyn Monroes Punmps und John Lennons Boots. Absolut sehenswert.
www.batashoemuseum.ca

Shopping
Das Hudson Bay Shopping Center ist das größte, unterirdische Einkaufszentrum. Auch die Bloor Street bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten.
http://hbcentre.com/
Kult-Shoppen kann man in Kensington Market www.kensington-market.ca/Default.asp?id=home&l=1

Niagarafälle
Eine Schifftour in den Wasserfall von kanadischer Seite aus bietet zum Beispiel Hornblower an.
www.hornblower.com

Verschiedene Tagestouren von Toronto aus zu den Niagara-Fällen mit Bootsfahrt, optionalem Helikopter-Rundflug und einem Ausflug zum Örtchen Niagara-on-the-Lake mit Weinprobe kann man hier buchen:
www.niagaratoronto.com

Fotos: Antonia Kasparek

Booking.com

Über den Autor

Antonia Kasparek

Antonia Kasparek liebt das Inselfeeling – ob in der Karibik, am Indischen Ozean, Mittelmeer oder in Norddeutschland. Eine besondere Vorliebe hat sie auch für Südeuropa, Asien und den USA. Die Reisejournalistin schreibt für Tageszeitungen und Magazine im Print- und Online-Bereich sowie für verschiedene Reise-, Lifestyle-, und Gourmetblogs mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten - von Wellness über Design und Architektur bis Kulinarik

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