Das „neue“ Maritim Hotel

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Wo übernachtet man? Königswinter hat etwa anderthalb Dutzend 2* und 3*-Hotels. Sehr empfehlenswert ist das Maritim Hotel Königswinter (4*), dessen Renovierung 2017 abgeschlossen wurde. Die Preise sind für die fast immer sehr geräumigen insgesamt 248 Zimmer, davon 32 Suiten absolut akzeptabel (vor allem, wenn man sie länger voraus bucht). Wir würden Paaren und Familien übrigens die eigentlich nur gering teueren Suiten empfehlen.

Maritim Hotel Königswinter, das neue Superior DZ © Maritim

Achtung: In der Woche ist das Maritim sehr häufig mit Tagungsgästen voll belegt; am Wochenende wird die Situation entspannter. Auch für Bonntouristen und Kölner-Messegäste ist dieses Hotel eine interessante Alternative.

Maritim Hotel Königswinter, die neue Junior Suite © Maritim

Und gleich noch ein Tipp: der sehr beliebte Sonntagsbrunch für 39 €, ein Geheimtipp auch unter den Einheimischen. Bei schönem Nachmittagswetter wird gerne ein Café oder zwei auf der das Hotel umgebenden Terrasse genommen, von der man einen wunderschönen Blick auf den Rhein hat. Das ist Entspannung pur!

Das Hotel unter der Leitung von Direktor Andreas Ewald und Stellvertretender Direktorin Gabriele Bugge und seinen immer sehr freundlichen Mitarbeitern ist für seinen guten Service bekannt; man hilft bei allen Buchungswünschen für Fahrten und Ausflüge in die Umgebung schnell weiter, so dass man sich langes Suchen im Internet sparen kann – Kompliment, die Damen und Herren an der Rezeption kennen sich wirklich gut aus.

Das Hotel legt großen Wert auf Regionalität. Alle Frischwaren werden von Betrieben aus der Umgebung geliefert, Weine von regionalen Winzern bezogen. Die Zusammenarbeit mit der Region ist wesentliches Prinzip der Geschäftsphilosophie des Maritim. Und nicht unterschlagen sollte: Seit 2009 ist das Hotel Partner von „Sustainable Bonn“ und hat Konzepte zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt, auch für die Tagungen (Kapazitäten für bis zu 1225 Personen, 10 Veranstaltungsräume), wo man im Rahmen des „Green Meeting“ u.a. Recycling-Produkte, fair gehandelten Kaffee und regionale Speisen austeilt.


Das würde sicherlich keiner vermuten, dass auf dem Dach vom Maritim auch Bienenstücke mit eifrig Honig produzierenden Bienen zu finden sind? Allerdings nur für den Eigenbedarf, der Honig. © Kagelmann

(Maritim Hotel Königswinter, Rheinallee 3, 53639 Königswinter; TEL. 49+44437070; info.kwi@maritim.de; www.maritim.de.)

Maritim, präzise die Maritim Hotelgesellschaft, ist die größte inhabergeführte deutsche Hotelkette – Inhaberin und Aufsichtsratsvorsitzender Kette ist Dr. Monika Gommolla – und mit 47 Hotels in Deutschland und in sechs Ländern im Ausland vertreten: Mauritius, Ägypten, Türkei, Malta, Spanien und China; im Bau befindlich sind u.a. Hotels in Holland (Amsterdam) und Polten (Stettin). Die starke Position des Unternehmens in der First-Class-Hotellerie soll durch kontinuierliches Wachstum weiter gefestigt werden. Aber auch die Bewertungen sind überdurchschnittlich positiv. Zum Beispiel hat Maritim im Vertrauensranking des Magazins Wirtschaftswoche bei den Premium Hotels Rang 1 belegt. Und: Für die Studie der Talentplattform Ausbildung.de haben Personalexperten gemeinsam mit dem Wirtschaftsmagazin Capital rund 12.000 Unternehmen zur Betreuung ihrer Azubis befragt. Ein exzellentes Ergebnis mit vier oder fünf Sternen haben 234 Unternehmen als „Beste Ausbilder“ erreicht, darunter die Maritim Hotelgesellschaft.


Das Maritim-Hotel von der Anlegestelle für die Rheinausflüge aus gesehen © Kagelmann

Zurück nach Königswinter. Das Maritim Königswinter hat es geschafft, eine nicht unbeträchtliche Zahl von Stammkunden heranzuziehen, nicht nur von Business Travellern, sondern auch von Individualbuchern. Sie finden, abgesehen von Drachenfels und Weinseligkeit diverse andere Vergnügungsmöglichkeiten. Keine zwei Minuten entfernt, liegt etwa ein Aqua¬rium der SeaLife-Kette (aus dem An¬gebot von Merlin, des weltweit zweitgrößten Anbieters von Erlebniswelten). Vor allem aber lockt natürlich der Rhein mit seinen Ausflugsmöglichkeiten per Schiff entlang eines Ufers, das Burgen, Schlösser, Ruinen, Hänge und Höhen, Dörfchen und Städtchen – plus die dazugehörigen Historien und Sagen! – in einer Quantität bietet, wie sie auf der Welt kaum woanders zu finden ist. Beliebt bei ist die Fahrt nach Linz und zurück mit den Schiffen der Personenschifffahrt Schmitz.


Bilder von einer Rheinfahrt von Königswinter nach Linz © Kagelmann

Historisch Interessierte werden sich überdies auf dem Petersberg umtun, der ja lange Zeit das bekannte Gästehaushaus der Bundesregierung beherbergte und wo später noch die internatioale Afghanistan-Konferenz stattfand (2001, 2002). Berühmt wurde er aber durch das Petersberger Abkommen 1949.

Oder die Reste der früheren Brücke von Remagen anschauen, die durch den gleichnamigen Film weltberühmt wurde, der sich – historisch etwas frei – an den Übergang der US Army im März 1945 anlehnt (Regie John Guillermin, 1969).

Reste des Brückenkopfs Remagen vom Schiff aus gesehen © Kagelmann

Rhein und Wein, das gehört einfach zusammen. Und wie sich das so gehört, wird das in Königswinter auf dem Winzerfest (immer Ende Sept. bis Anfang Okt.) ordentlich gefeiert.
Und wenn man schon einmal hier in der Gegend ist, dann wird man doch vielleicht eine richtige Weinkellerei besuchen wollen, denn das Mittelgebirge hat un¬ter anderem den Vorteil, dass es sich für den Weinanbau (es überwiegt der Ries¬ling) hervorragend eignet. Es gibt in Rhöndorf, ein paar Kilometer von Königswinter entfernt, das mittlerweile wohl einzige Weingut, und es datiert seine Geschichte bis auf das Jahr 1742, ist die Winzerei Broel.

Weingut Broel von außen und Restauration © Broel

Der Besitzer, Karl-Heinz Broel, liebt es, seinen Besuchern in einem Kurzseminar mit stark humoristischen Tönen das zu Weinanbau und Weinherstellung zu erzählen. Natürlich mit anschließender Weinverprobung, versteht sich. Eine „angesagte“ Sehenswürdigkeit. Die große Attraktion sind auch Erinnerungsstücke an den ersten Bundeskanzler: Konrad Adenauer galt als großer Liebhaber des lokalen Weines und kam nachgewiesenermaßen öfters hier bei Broel vorbei.

Das gibt es wohl nicht so häufig: Wein und Politik auf einen Schlag, sozusagen önologische Zeitgeschichte.

(Wein¬gut Broel, Karl-Broel-Str. 3, 53604 Bad Honnef, www.weingutbroel.de).

Unser Ratschlag zum Schluss: Auch wenn in vielen Reiseführern die Destination Königswinter nur sehr kurz behandelt wird, es lohnt sich, einmal vorbeizuschauen!


der Drachenfels, stimmungsvolles Foto © Tourismus Königswinter

Fotos Patrick Kagelmann

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Über den Autor

Dr. H. Jürgen Kagelmann Kagelmann

Dr. H. Jürgen Kagelmann, Diplom-Psychologe, Hochschuldozent für Gesundheitstourismus und Freizeitpsychologie, Reisejournalist, Buchautor, Verleger. Letzte Bücher: "Gesundheitsreisen und Gesundheitstourismus. Grundlagen und Lexikon" (2016) "Das Beste, was man vom Reisen nach bringt, ist eine heile Haut. Kluge, ironische und böse Bemerkungen zu Reisen, Urlaub und Tourismus." (2015, beide zusammen mit Dr. Walter Kiefl). Länderinteressen: Lateinamerika, vor allem Mexiko, Peru, Uruguay; ferner Florida, Spanien, Nordseeküste. Spezielle Interessen: Themenparks, Wasserparks und andere Erlebniswelten, sowie Psychologie des Reisens und des Tourismus.

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