Seidenspinnerei in Suzhou – China

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Wer kennt sie nicht die tollen Seidenstoffe und Seidenstickereien aus China? Bei meinem Besuch in China haben wir uns eine Seidenspinnerei und ein Institut für Seidenstickerei in Suzhou besucht. Ich möchte euch hier zeigen wie natürliche Seide entsteht.

Wie entsteht natürliche Seide?

Um das herauszufinden, hatten wir eine Seidenfabrik in Suzhou besucht. Hier erfuhren wir hautnah, wie Seide hergestellt wird.

Die Seidenfabrik hat bereits 1926 begonnen Seide herzustellen.

Doch zuerst braucht man die Seidenraupen, die Raupe des Seidenspinners auf dem Mandelbeerbaum. Die Raupen ernähren sich von den Blättern und verpuppen sich in einem Kokon, dabei produzieren sie die Seide in speziellen Drüsen im Maul. Sie wachsen ca. 2 Monate und brauchen diese Zeit, um den Seidenfaden zu produzieren.

Die Raupe spinnt den Kokon aus einen Faden, der rund 600 – 700 Meter lang ist, dabei legt sie den Faden in bis zu 300.000 Schlaufen um sich herum.

Wir durften mal solch eine Raupe in die Hand nehmen und sie genau aus der Nähe betrachten, schon ein komisches Gefühl. Die Kokons werden eingesammelt, bevor die Raupen schlüpfen.

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Diese Kokons kommen in ein sogenanntes Dampfbad, wo die Raupen vor dem Schlüpfen abgetötet werden. Sie werden gekocht, damit wird der Kokon auch vom Seidenschleim befreit und der Seidenfaden wird geschmeidiger.


Maschine zum Aufwickeln der Kokons

Als Nächstes wird der Faden in speziellen Maschinen aufgewickelt und zu Rollen verarbeitet. Die kleinen Kokons tanzen richtig in den Behältern, wenn sie ausgesponnen werden. Ich weiß nicht, ob das der richtige Ausdruck ist, sie werden aufgewickelt. Um 250 g Seidenfaden zu erhalten, benötigt man rund 3000 Kokons.

In einem Webstuhl wird der gewonnene Seidenfaden zu einem schönen Seidenstoff verwebt.

Herstellen von Seidenbetten


ziehen der Kokons

Wenn Kokons aus mehreren Fäden bestehen, werden diese fecht gezogen, über einen Ständer gestülpt und dann getrocknet.

Diese trockenen aufgezogenen Kokons ziehen nun vier Frauen gleichzeitig über einem Tisch auseinander zu hauchdünnen Quadraten. Mehrere dieser Quadrate ergeben die Füllung von Seidendecken und Kissen. Durch diese Füllung sind diese Federleicht und halten sehr warm. Diese mit Seide gefüllten Bettlaken sind eine Kostbarkeit.

Wir haben dieses Auseinanderziehen auch einmal probiert, ich muss sagen, es ist nicht gerade einfach und muss vorsichtig gemacht werden, damit es nicht reißt. Diese Fabrik ist ein Museum und kann besichtigt werden. Es ist echt interessant.

Im Hauseigenen Laden kann man sehr viele Dinge aus Seide, wie die Betten zum Beispiel, Bademäntel, Blusen und vieles mehr kaufen. Auch ich habe eine kleine Geldbörse aus Seide als Erinnerung mitgebracht.

Seidenstickerei

Seidenstickerei in Suzhou

Die chinesische Seidenstickerei ist eine traditionelle Handwerkskunst, die heute fast vollständig von Maschinen ersetzt wurde. Besonders hochwertige Stickereien werden aber immer noch von Hand gefertigt. In einem anderen Artikel werde ich euch mit in ein Institut für Seidenstickerei in Suzhou nehmen, wo wir den Stickerinnen über die Schulter schauen durften. Die sind in meinen Augen echte Künstlerinnen.

Ich danke dem Fremdenverkehrsamt China und besonders Christine von der Agentur one billion voices für die Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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