Georgien – unentdeckt, spannend und super gastfreundlich

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Ich wurde von dem Tourismuszentrums Kutaisi in Zusammenarbeit mit der Brandenburgisch-Georgischen Gesellschaft e.V. eingeladen einen Teil Georgiens kennen zu lernen, um hier, in unserem Reisemagazin, von meinen Erlebnissen zu berichten und vielleicht den einen oder anderen Leser für dieses schöne Land zu begeistern.

Georgien erstreckt sich vom Schwarzen Meer bis zu Kaukasus. Meine Reise führte mich nach Kutaissi.

Wir sind mit der Fluggesellschaft Wizz -Air in Berlin-Schönefeld gestartet und auf Flughafen von Kutaissi gelandet. 2008 wurde der Flughafen Kopitnari, 14 Km westlich von Kutaissi, in Betrieb genommen.


Boutique Hotel Argo in Kutaissi

Als erstes ging es erst einmal in unser Hotel, wir haben in das 4* Boutique Hotel Argo in Kutaissi eingecheckt. Das Hotel befindet sich nicht weit vom Zentrum, so das man dieses gut zu Fuß erreicht.

Kutaissi ist die drittgrößte Stadt, nach Tiflis und Batumi, Georgiens und die Hauptstadt der Regien Imeretien. Sie liegt am Ufer des Rioni Flusses in der Kolchischen Tiefebene. Der Name der Stadt stammt von dem Wort Kuata – „steinig“ ab.

Weiße Brücke

Den Rioni überspannen wunderschöne Brücken, so wie die im 18. Jahrhundert erbaute „Weiße Brücke“, die aber im Juni 2014 für Fahrzeuge wegen Einsturzgefahr gesperrt wurde. Von ihr springen im Sommer, bei ausreichend Wasser, Mutige in den Fluss.

Abends werden die Brücken wunderschön angeleuchtet. Kutaissi ist das kulturelle Zentrum West-Georgiens und verfügt über fünf Theater, darunter ein dramatisches, ein komödiantisches und ein Maskentheater, ein Opernhaus.

Bagrati-Kathedrale – Wahrzeichen Kutaissis

Kutaissi hat ein wunderschönes mittelalterliches Stadtbild mit historischen Gebäuden. Dazu gehört zum Beispiel die Bagrati-Kathedrale, die im 11. Jahrhundert unter der Herrschaft des Königs Bagrat III. errichtet wurde. Die Kathedrale befindet sich auf dem Ukimerioni Hügel über dem Fluss Rioni, so dass man sie von der Stadt aus gut sehen kann.

Besonders nachts wird sie wunderschön angeleuchtet und verleiht ein geradezu mystisches Flair. Es ist eine Dreikronenanlage mit großer zentraler Kuppel. Die Kirche wurde 1692 von den Osmanen in die Luft gesprengt. 1952 begannen die Restaurierungsarbeiten und 2012 war sie in der ursprünglichen Form fertig rekonstruiert. 2001 wurde sie der Georgischen Orthodoxen Apostolischen Kirche übergeben. Es ist ein eindrucksvolles Bauwerk, das leider 2017, wegen der Rekonstruktion, von der Liste UNESCO-Weltkulturerbe (1994 eingetragen) gestrichen wurde. Im Inneren schmücken prunkvolle Ikonen den Altar und die Gebetsnischen. Die Inschriften auf den Fußböden erinnern an eine mehr als 1.000-jährige Geschichte. Von oben hat man einen fantastischen Blick über die Stadt Kutaissi.

Naturpark Sataplia – Dinosauriern auf der Spur


Naturpark Sataplia

Nur wenige Kilometer von Kutaissi entfernt kann man sich auf Spurensuche zu den Dinosauriern begeben. Im Naturpark Sataplia sind die riesen Fußspuren der Dinosaurier eindrucksvoll in einer Halle dargestellt. Zum Schutz vor Wind und Wetter wurde 2011 ein Haus darüber errichtet und barrierefreie Laufstege angelegt.

Geht man weiter durch den Park begegnet man immer wieder Nachbildungen der Urzeitbewohner. Ein georgischer Jurassic Park, bei dem man am Wegesrand immer wieder Dinosaurier-Modellen begegnet. Auf Info-Tafeln findet man Erklärungen der Dinos in Georgisch und englisch.

Der Naturpark Sataplia entstand 1935, um die Karsthöhle und die Spuren der Dinosaurier auf dem Sandsteinfelsen zu schützen. Die Spuren wurden 1925 von dem Heimatforscher Petre Tschabukiani durch Zufall entdeckt. Dabei fand er ein System von Karsthöhlen und seltsamen Fußabdrücke. Die Fußabdrücke gehören zu zwei verschiedenen Saurierarten, einem Pflanzenfresser, der vor 65 Millionen Jahren lebte und dem Fleischfresser, der etwa vor 145 Mill. Jahren in dieser Region lebte.

Das kleine Dinosauriermuseum zeigt einige nachgebaute Dinosaurierskelette, sowie einige Schaukästen mit archäologischen Funden aus der Gegend. Die Erklärungstafeln sind in georgischer und englischer Sprache.

Die Karsthöhlen sind seit 1978 für Touristen zugänglich. Am Ende des Rundganges erreichen wir die schöne Tropfsteinhöhle. Die rund 600 m lange Höhle zeigt zahlreiche wunderschöne Stalagmiten und Stalagtiten, die mit Lichteffekten beleuchtet werden. Ein Stalagmit ist ein Tropfstein, der vom Boden einer Höhle emporwächst, das Gegenstück ist der von der Decke hängende Stalaktit.

Besonders imposant ist der Herzsaal der Grotte, in dem sich ein riesiger Stalagmit von 2 Meter Größe in Herzform befindet. Wenn man in die Öffnung fasst, soll es Glück bringen, musste ich natürlich tun. In der Höhle herrscht ganzjährig eine Temperatur von 12 – 13 °C.

2010/2011 wurde der Naturpark Sataplia für Touristen ausgebaut, so kam ein Besucherzentrum und ein kleines Museum dazu. Eindrucksvoll ist das Futuristisches Restaurant mit der gläsernen Aussichtsplattform oberhalb der Klippen. Von hier hat man einen tollen Weitblick auf Kutaissi und die Kolchische Tiefebene. Ängstlich darf man nicht sein, denn durch den Glasboden sieht man direkt in den tiefen Abhang.

Der Naturpark befindet sich am gleichnamigen Berg Sataplia, einem erloschenen Vulkan. Der Name bedeutet „Honigort“, was daher stammt, dass früher Bienen in den kleinen Löchern und Höhlen lebten und die einheimische Bevölkerung deren Honig erntete.

Der Eintritt kostet 6 Lari für Erwachsene und 3 Lari für Schüler und Studenten. Kinder unter 6 haben freien Eintritt. Im Preis enthalten ist eine Führung, die man in Deutsch oder Englisch beim Direktor des Naturparks Sataplia Zaal Kvantaliani, Tel.: +99 5577101806 oder per mail: zkvantliani@apa.gov.ge buchen.

Besuch des Gelati-Klosters

Das Gelati-Kloster ist eine Klosteranlage im Westen Georgien, etwas 10 km von Kutaissi entfernt. Sie zählt zu den bedeutendsten Kirchen-Bauwerken Georgiens und seit 2006 zum UNESCO Weltkulturerbe. Gelati – der Name wurde vom griechischen Wort „Genati –Geburt“ abgeleitet. Das Kloster wurde im 11. Jahrhundert gegründet. In der Klosteranlage sind bedeutende Könige und Königinnen Georgiens begraben. So wie zum Beispiel König Davit Agmaschenebeli „Der Erbauer“ (König von 1089 bis 1125), Königin Rusudan und König Bagrat III., der auch das Kloster nach der Zerstörung wieder aufbaute.

Bis zum 16. Jahrhundert war es ein reines Kloster und von 1529 – 1822 ein Bischofssitz der georgischen orthodoxen Kirche. Ein besonderer Anziehungspunkt sind die vor Jahrhunderten geschaffenen Heiligenfresken und eines der weltweit letzten schmuckvollen Eisentore aus dem damals persischen Ganja.

Wir hatten das Glück einer orthodoxen Zeremonie beizuwohnen. Zum Kloster gehört die Akademie von Gelati, die von Dawit dem Erbauer 1106 nach dem Vorbild der Akademie von Konstantinopel gegründet wurde. Die Gottesmutterkirche ist die Hauptkirche des Komplexes.
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Highlight – Prometheus Höhle


Prometheus Höhle

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Prometheus Höhle, die 1984 von Geologen aus Tbilisi entdeckt wurde. Sie ist rund 1,4 km lang und zählt zu den Top Attraktionen der Region um Kutaissi. Sie ist gerade mal 22 km entfernt. Ein großes Schild mit Prometheus Cave weist den Weg zum Eingang. Seit 2012 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich.

Über eine Metalltreppe erreicht man den eigentlichen Eingang der Höhle. In der Höhle hat man permanent 14 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit, eine Jacke, gerade im Sommer, ist empfehlenswert.


Prometheus Höhle

Die Grotte ist echt sehenswert, man kann sie nur Rahmen einer Führung betreten. Sie ist, wie die Sataplia Höhle, eine große Tropfsteinhöhle mit großen Sälen, die von wunderschönen Stalagmiten und Stalagtiten übersäht sind. Echt schön sind die von Wasser geformten Steinformationen. Die verschiedenen Tropfsteine und Steingebilde werden spektakulär farbig angestrahlt. Man muss gut zu Fuß sein, um die Höhle zu besuchen, denn der Abstieg, rund 900 Treppenstufen, ist nicht ganz ohne. Man muss diese runter und auch wieder rauf steigen.

Durch die rund 15 Säle, die zum Teil recht groß sind, die höchste Decke ist 21 Meter hoch, schlängelt sich ein gut ausgebauter Weg. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich hatte versucht es mit der Kamera fest zu halten, um mit den Bildern die Schönheit der Höhle zu vermitteln.


Prometheus Höhle

Am Ende der Tour fährt man mit Elektobooten mit 8 Plätzen auf dem unterirdischen Fluss. Wir gleiten durch die Dunkelheit, ab und zu ist die Höhle leicht beleuchtet. Zum Teil mussten wir uns ducken, weshalb man auch einen Helm tragen muss. Man kann aber auch zu Fuß aus der Höhle gehen.

Die Prometheus Höhle ist von Dienstag – Sonntag von 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet.

Kulinarik und Gastfreundschaft

Besonders zu erwähnen sind die herzliche Gastfreundschaft und die georgische Tischkultur. Wir durften ein „Supra“, ein georgisches Festmahl an einer großen Tafel auf dem Weingut von Gogi Khurtsidze aus Vani. Dabei werden die Speisen im Überfluss serviert und in die Mitte des Tisches gestellt. Die Frau des Hauses kümmert sich um das Essen, bei dem ständig neue Speisen auf den Tisch kommen.

Vor lauter Tellern und Platten mit den unterschiedlichsten Speisen konnten wir kaum noch den Tisch sehen, von kalten und warmen Vorspeisen, Fleisch- und Fischgerichten, Salaten und Brot. Alle zu probieren ist schlicht weg unmöglich.

Die Besonderheit bei solch einem georgischen Festessen ist, dass der Gastgeber der Zeremonienmeister, der sogenannte Tamada, der für die Trinksprüche zuständig war. Es gab Wein vom eigenen Weingut in kleinen Gläschen und es durfte nur nach einem Trinkspruch getrunken werden. Die Trinksprüche werden mit viel Emotionen vorgetragen und von allen Gästen ernst genommen.

Ein Trinkspruch beginnt immer mit dem Wunsch nach Frieden, gefolgt von der Bitte um den Segen Gottes für Georgien und die Tafelrunde. Dann folgt ein Wohl auf die Freundschaft, auf die Frauen und alle Freunde der Anwesenden, auf Verwandte und auf Verstorbene. Es gilt als große Unsitte den Tamada bei seinem Trinkspruch zu stören oder gar zu unterbrechen. Man muss seine Gespräche unterbrechen und zuhören.

Die Männer müssen während der kleinen Rede stehen, Frauen dürfen sitzen bleiben. Es war schon komisch, als dann auf mich, als einzige Frau unserer Gruppe, ein Trinkspruch gesagt wurde und alle auf mein Wohl angestoßen hatten. In Georgien nimmt man sich sehr viel Zeit zum Essen.


Tschurtschelas

Es war etwas Tolles die Tschurtschelas, das sind auf einer Schnur aufgereihten Walnüssen oder Haselnüsse, die in mit Mehl eingedicktem Traubensirup überzogenen werden, auf dem Weingut selbst herzustellen. Dabei hatte ich die Schnüre in die heiße Masse getaucht und aufgehängt. Sie sind eine Art historische Fruchtschnitte, sehr reich an Energie und lange haltbar, sehen aus wie luftgetrocknete Würste. Je nach der verwendeten Traube für die Herstellung, kann die Farbe von hellgelb bis dunkelrot reichen.

Restaurant Argo in Kutaissi

Eines der bekanntesten Gerichte ist Chatschapuri, das beliebte Käsebrot, welches ich auch gleich am ersten Abend im Restaurant Argo in Kutaissi probiert hatte. Chatschapuri bedeutet übersetzt „Quarkbrot“, welches aus Hefeteig besteht, der reichlich mit Sulguni, einem mozarella-artigen Käse, belegt wird. Jede Region hat ihre eigene Variante. Ich hatte die Adscharuli Chatschapuri in Schiffchenform, gefüllt mit Käse und einem Spiegelei probiert. Es war so lecker.

Es war ein sehr interessante Reise, mit fantastischen Eindrücken, ich durfte die herzliche Gastfreundschaft genießen, es war bestimmt nicht mein letzter Besuch, ich komme gern wieder. Ich danke der Brandenburgisch-Georgischen Gesellschaft e.V., Wizz -Air und dem Tourism Center of Kutaisi (ქუთაისის ტურიზმის ცენტრი), sowie allen Gastgebern für die Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms

Booking.com

Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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