Wanderung auf dem Rhein-Burgen-Weg

Meine Reise hat mich nach Rheinland-Pfalz an den Rhein geführt, um das Angebot des Wanderns auf dem schönen Rhein-Burgen-Wanderweg zu testen.

Zum Übernachten waren wir im wunderschönen Park Hotel Bad Salzig untergebracht.

Das Park Hotel ist eine privat geführte, charmante Villa, die von Hans-Joachim Joswig und Ulla Graf-Joswig mit viel Leidenschaft geführt wird. Darüber werde ich ausführlich in einem anderen Artikel berichten. Nur eins, sie ist sehr für Wander- und Wellness-Gäste zu empfehlen.

Stefan Ries, Leiter der Tourist Information Boppard, holte uns im Park Hotel Bad Salzig zu unserer Wanderung ab, denn der Rhein-Burgen-Wanderweg führt in unmittelbarer Nähe des Hotels vorbei. Wir wählen den Abschnitt nach Boppard.

Am Anfang heißt es erst einmal ständig bergauf, zum Teil richtig steil. Da es in der Nacht geregnet hatte, war der Weg doch recht matschig und rutschig, daher ist ordentliches Schuhwerk zu empfehlen. Neugierige Kühe auf der Weide bestaunten uns und Vogelgezwitscher begleitete unseren Weg.

Etwas außer Atem kam ich oben an. Die Belohnung war ein toller Blick auf den alten Vater Rhein und „zwei Brüder“, zwei Burgen auf der anderen Rheinseite.

Nun ging es im Gänsemarsch immer oberhalb des Rheins weiter. Auf den schmalen Pfaden musste man schon genau hin schauen, um nicht daneben zu treten, denn es ging recht steil abwärts.


Wanderung Rhein-Burgen-Weg

Immer wieder machten wir Halt an Aussichtspunkten, wie dem Burgenblick, dem steinernen Mann und der Thonets Höhe. Auf der Thonets Höhe wurde der Thonet-Tempel der nach dem aus Boppard stammenden Möbelbauer Michael Thonet benannt wurde. Er war der Erfinder und Hersteller der „Wiener Kaffeehausstühle“.

Weiter ging es in Serpentinen nach unten in die Stadt Boppard, wo aufder Strandpromenade zu unserem Restaurant, dem historischen Karmeliterhof flanierten. Boppard hat den Vorteil nicht durch die Bundesstraße und die Bahn vom Rhein getrennt zu sein. Diese laufen hinter dem Ort entlang, was am Rhein sehr selten ist.


Boppard am Rhein

Da das Wetter so schön war speisten wir direkt am Rheinufer und konnten den regen Schiffsverkehr beim Essen beobachten. Unser Menü bestand aus Salat, Spagetti mit Bärlauchpesto und Weinschaumcreme zum Dessert. Dazu tranken wir echtguten Weißwein aus der Region.

Stadtführung durch Boppard

Gut gestärkt ging es zur Stadtführung durch das Städtchen Boppard. Wir begannen an der Schutzheiligen der Winzer, der immer die ersten geernteten Reben gespendet wurden, um für eine gute Ernte zu bitten.

Boppard ist als römisches Castel entstanden und immer wieder findet man Teile der früheren Castelmauern. im historischen Stadtkern befinden sich sehr schöne Fachwerkhäuser. In einem ganz besonderen, in der unteren Marktstraße, ist heute das Cafè „Zeitgeist“ untergebracht. Es ist das älteste Fachwerkhaus von Boppard und wurde 1519 erbaut.

Hier kehrten wir zu Kaffee und Kuchen ein. Die Inhaberin Yvonne Schiller backt jeden Tag, außer dienstags und Mittwoch, verschiedene Sorten leckeren Kuchen. Man sagt sie backt den besten Kuchen von Boppard, er war echt lecker.

Die Karmeliterklosterkirche am Rhein ist ein interessantes, gotisches, turmloses Bauwerk und immer einen Besuch wert.

Weinprobe im Heilig Grab

Am Abend gab es für uns eine Führung durch den Weinkeller des Weingutes „Weinhaus Heilg Grab“, das schon seit mehr als 200 Jahren im Familienbesitz der Familie Schoeneberger befindet. Sie ist die älteste Weinstube von Boppard.

Nach der Führung ging es in die gemütliche Gaststube und dann hatte der Juniorchef mit uns eine Weinprobe der hauseigenen Weine durchgeführt. Wir begannen mit dem einzigen Rotwein, Spätburgunder, des Weingutes.

Dazu wurde uns ofenfrischer Flammkuchen und Käse zur Stärkung gereicht.

Wo kommt der ungewöhnliche Name „Heilig Grab“ her? Vor über 100 Jahren entstand dieser Name, denn am Karfreitag fand in der katholischen Kirche keine heilige Messe statt. Der Priester enthüllt und verehrte den Corpus Christi in besonderer Form. Zum Schluss trug er das Kreuz zu einem Nebenaltar oder Seitenkapelle, wo er es auf den Boden legte. Im Laufe des Tages kamen Gläubige und verehrten es. Das nennt man zum heiligen Grab gehen. In Boppard geschah das in der Karmeliterklosterkirche am Rhein. Unweit des Gotteshauses war die Weinstube, die einen guten preiswerten Tropfen anbot. Die Männer kamen am Karfreitag recht spät heim. Auf die Frage, wo sie denn waren, antworteten diese verabredungsgemäß „Ei, an Heilig Grab, man kann doch einmal etwas längen beten“. Bald fanden die Frauen heraus, dass das eigentliche Gebet recht kurz und das „Gebet“ in der nahen Weinstube gewesen war. Wenn die Männer nun etwas später heim kamen, sagten die Herzallerliebsten „Du bist sicher wieder im „Heiligen Grab“ gewesen. Die Bezeichnung blieb, auch als die Besitzer in die Nähe des Bahnhofs umzogen, da der alte Standort zu klein wurde.

Sie bewirtschaften 4 Hektar Rebfläche, die sich ausschließlich in der bekannten Steillagen des „Bopparder Hamm“ befinden. 85 % werden Riesling und 15% Spätburgunder angebaut und geerntet. Mit großer Sorgfalt wird auf die Traubenverarbeitung und die Temperaturgesteuerte Gärung geachtet. Wir testeten weiter, verschieden Sorten Riesling, von Kabinett bis zur Spätlese und ich war erstaunt, wie unterschiedlich die Qualität und der Geschmack war. Mehr dazu unter www.heiliggrab.de.

Ich danke Gabriele Frijio von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH und Stefan Ries, Leiter der Tourist Information Boppard für die Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms

Gabriele Wilms
Über Gabriele Wilms 1005 Artikel
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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