Thermal baden – aber richtig!

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Meine Reise hat mich in den Spreewald ins Spreewald Thermenhotel Burg geführt. Ja, richtig, im Spreewald gibt es eine Therme mit angeschlossenen Hotel, was sehr viele nicht wissen und verwundert reagierten, als ich von dieser Reise erzählte. Das Familienunternehmen Kannewischer ist Inhaber und Betreiber der Spreewald Therme und des angeschlossenen Hotels. Dr. Stefan Kannewischer zeigte uns, wie man richtig Thermal badet.

Dr. Stefan Kannewischer an der Wellness-Rezeption

Dr. Stefan Kannewischer an der Wellness-Rezeption

Ursprünglich kommt die Schweizer Firma Kannewischer Collection aus dem Bereich Bäder und Bädertechnik. Der Vater Bernd Kannewischer gründete in Zug, Schweiz ein Ingenieurbüro und plante für Gebäude aller Art die technische Ausrüstung. Aus dem ersten Auftrag für ein Schwimmbad folgten unzählige und so entwickelten sie sich zu Bäder-Spezialisten. In 44 Jahren hat das Ingenieurbüro für rund 250 öffentliche Hallen-, Frei-, Kur- und Thermalbäder sowie Hotelwellness- und Fitnessanlagen die Technik geplant. 1994 übernahm die Firma mit der Caracalla-Therme und dem Friedrichsbad in Baden-Baden die ersten eigenen Bäder. Mittlerweile betreibt die Kannewischer Collection sechs Thermen und ein Hotel.

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Die Architektur ist ihnen sehr wichtig, aber diese muss auch eine gute Funktionalität sowohl für den Gast, als auch für sie, als Betreiber haben. Sie möchten mit ihren Thermalbädern erreichen, dass ein Gast gestresst durch das Drehkreuz ins Bad geht und nach zwei bis drei Stunden gut gelaunt als „neuer Mensch“ heraus kommt. Sie haben sich auf hochwertige Thermen spezialisiert und deshalb ist es Dr. Stefan Kannewischer auch wichtig und macht ihn auch Spaß bei den vier Thermen, die er betreut; regelmäßig vor Ort zu sein. Sein Bruder Jürgen Kannewischer betreut die beiden Thermen in Baden-Baden. Sie sind mit ihren Thermen an den bekanntesten Kurorten Deutschlands, wie Bad Kissingen, Baden-Baden und Bad Ems vertreten. Mit hoher Qualität konzentrieren sie sich auf die Bedürfnisse von Erholung, Gesundheit und Wohlbefinden.

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Am 30. September 2005 eröffnete das „Solebad in der Natur“, die Spreewald Therme in Burg und seit Dezember 2012 kam das Spreewald Thermenhotel mit bequemen Bademantelgang dazu. Hotelgästen ist der Thermenbesuch inkludiert und nicht nur das, sie dürfen so oft sie wollen und sogar schon ab 8.00 Uhr vor der eigentlichen Öffnungszeit in die Therme und zum Beispiel an der 3x wöchentlichen Morgengymnastik teilnehmen. Diese macht richtig Spaß, denn wir haben uns das natürlich nicht entgehen lassen und zweimal mitgemacht. Es tut richtig gut vor dem Frühstück erst einmal ins wohltuende Nass zu springen.

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In Burg wurde in 1.350 Metern Tiefe Sole gefunden, ans Tageslicht befördert und ist heute Grundlage des Thermalwassers der Spreewald Therme Burg. Ab 1,5 % Salzgehalt im Liter Wasser spricht man von Sole, die Konzentration der Spreewälder Sole beträgt 24 %. Die 31 °C warme Sole wird gleich neben der Therme aus den Tiefen direkt zur Aufbereitung und Verwendung in die Spreewald Therme gepumpt. Aufgrund seines hohen Mineralgehaltes besitzt die Sole besondere Heilkraft bei gesundheitlichen Beschwerden von Atemwegserkrankungen bis hin zu Rückenschmerzen.

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Der Gast erlebt in der Spreewald Therme den Spreewald mit ihrer gesundheits- und wellness-orientierten Ausrichtung. In den acht verschiedenen Innen- und Außenbecken der Therme kann man bei unterschiedlicher Konzentration der Sohle von 18° – 38°C Sole-Thermalwasser gesund baden. Die Thermalsole lindert Beschwerden des gesamten Bewegungsapparates und hilft bei Haut-, Atemwegs-, Herz- und Kreislaufproblemen.

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Der ästhetische Rahmen der Therme Burg sind eine geradlinige, moderne Architektur, die dennoch anheimelnd wirkt. Grüne Farbakzente, schräg stehende, schlanke Säulen und schlichte Naturfotografien sind das Verbindungsglied zum Schilf, das vor den vielen Fenstern die schmalen Wasserstraßen des Spreewalds säumt. Die Vorderfront der Therme ist mit Reet verkleidet. Mit Reet waren und sind traditionell die Dächer der Häuser im Spreewald gedeckt. Für die ständige Einhaltung der Wasserqualität in der Spreewald Therme garantiert die neueste, nach internationalen Stand, Bäder-technik, die mich bei dem Besuch der Unterwelt der Therme besonders fasziniert hat. Eine stündliche Umwälzung des Sole-Thermal-Wassers garantieren jeden Besucher Wasserqualität auf höchsten Niveau. So werden im Warmsprudelbecken alle 14 Minuten das Wasser umgewälzt.

Aber wie macht man das Thermal baden richtig?

Dr. Stefan Kannewischer im Bademantelgang

Dr. Stefan Kannewischer im Bademantelgang

Nachdem uns Dr. Kannewischer theoretisch erklärt hatte, ging es zum praktischen richtigen baden im Thermalwasser. In der Therme sind, wie in allen Thermen der Kannewischer Collection die Grundregeln des Thermalbadens als Basis auf anschaulichen Tafeln dargestellt, dabei ist der Wechsel zwischen Wärme und Kälte, Aktivität und Ruhe besonders wichtig.

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Man beginnt immer im kältesten Becken, auch wenn es einen ins Wärmste zieht. Also beginnt man im Bewegungsbecken mit einigen Runden schwimmen oder Wasser-Gymnastik. Das Becken ist mit Süßwasser gefüllt und auch temperaturmäßig bei 29 °C kälter als die Thermalbecken, damit man bei der körperlichen Bewegung im Wasser nicht unangenehm schwitzt. Im Wasser reduziert sich das Körpergewicht auf ein Zehntel und dadurch wird der gesamte Bewegungsapparat entlastet, aber es wird für jede Bewegung, auf Grund des Wasserwiderstandes, mehr Kraft aufgewendet.

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Nun geht es ins 34 °C warme Thermal-Innenbecken zum Verweilen und Entspannen auf die Sprudelliegen, Sprudelsitze und zur Fußreflexmassagen unter Wasser, Nackenduschen und Wasserpilz lösen Verspannungen. Im Gegensatz zum normalen Bad, bei dem der Haut Feuchtigkeit entzogen wird, lagert sich beim Solebaden Salz in der äußeren Hornschicht der Haut ein und bindet Wasser. Die natürliche Schutzschicht der Haut bleibt erhalten und trocknet nicht aus, daher sind Solebäder besonders gut bei trockner Haut geeignet, jetzt weiß ich auch, warum es mir so gut tut. Sie glättet die Haut und verleiht ein frisches Aussehen.

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Als nächstes ab ins Warmaußenbecken bei 35°C zum Sprudeln in der Sprudelgrotte und den Geysir. Weiter geht es in den Strömungskanal, was für ein Gaudi, besonders wenn man wieder raus will, es ist kaum zu schaffen. Mit Hilfe der Anderen entkomme ich dem Strömungskanal. Sprudelliegen und Nackenduschen verwöhnen die Erholung suchenden. Die entschlackende Wirkung eines 30-minütigen Solebades entspricht einer dreitätigen Fastenkur. Durch Osmose werden die Giftstoffe des Körpers in das Badewasser abgegeben, während andererseits Mineralstoffe aus der Sole über die Haut aufgenommen werden. Die Entsäuerung des Körpers wird unterstützt und führt zu einem ausgeglichenen ph-Wert der Haut.

Von hier geht´s in das 36°C warme Schwebebecken. Bei einem Salzgehalt von 8 % kann man sich, ähnlich wie im Toten Meer, einfach auf dem Wasser treiben lassen. Mit geschlossenen Augen kann man die Welt um sich herum vergessen und richtig abschalten. Das tolle dabei ist, das Salzwasser ist sehr gesund, gut für Haut und Gelenke. Sich im Solebecken treiben zu lassen beruhigen die Nerven, hilft Stress abzubauen und löst Verspannungen. Das Solebad ist ein wahres Energiemeer für unseren Körper, dabei werden biogenetische Schwachstellen ausgeglichen und der körpereigene Stromfluss wieder aktiviert. Je höher die Konzentration der Sole, je höher der Entgiftungseffekt, es ist aber auch anstrengender für den Körper und man braucht unbedingt Ruhe danach.

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Nach den Schweben begeben wir uns zum Wechselbaden, erst heiß bei 38 °C, dann ins Kaltbecken bei 18 °C und wieder warm. In den Becken können Sie sich auch unter die Wasserfälle stellen und dabei noch den Nacken massieren. Im Kaltwasserbecken gehört dazu etwas Überwindung, doch dann ist es ausgesprochen angenehm.

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Ein Besuch des Dampfbades und des Sole-Inhalationsbades machen das Thermalbaden komplett. Diese Beiden sind in einer Art überdimensionalen Gurkenfässern aus Holz untergebracht. Im Sole-Inhalationsbad wird feine Sole versprüht und macht damit die Atemwege frei, weiter läuft die Sole über eine Art Saline aus Reisig.

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Der Saunagarten der Therme bietet weitere Möglichkeiten die Abwehrkräfte zu stärken. Dabei hat man die Wahl zwischen kristallbeleuchtetem Sanarium bei 75 °C, im Aroma-Dampfbad zwischen 45-48°C, mildem Caldarium bei 40 °C, in der Spreewald-, Feuer- und Kräutersauna zu saunieren. Die Temperaturen in Spreewald- und Feuersauna sowie in der finnischen Ruhesauna liegen zwischen 85 °C und 95 °C. Dabei enthält die Feuersauna einen Kamin mit sichtbar flammenden Holzscheiten, während die Spreewaldsauna einen rustikalen Steinofen und Panoramafenster bietet. Stündlich gibt es hier den eigens entwickelten Spreewaldaufguss mit typischen Kräutern aus der Region. Mit Temperaturen von bis zu 90°C heizt die Kräuter-Sauna den Thermenbesuchern zusätzlich ein. Im idyllischen Saunagarten kann man perfekt nachruhen und einen leckeren Fruchtcocktail von der Bar zu genießen.

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Ganz besonders im Wellnessbereich können Sie Spreewaldkräuter, Gurke und Leinöl auf Wellness-Art genießen. Ein Bad in der Spreewälder Holzbadewanne in Form eines Kahnes ist ein ganz besonderes Erlebnis.

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Vielen Dank der Kannewischer Collection und besonders Dr. Kannewischer für die Unterstützung und die interessante Zeit im Spreewald Thermenhotel, der Therme und im Spreewald.

Badelatschen zum zusammen bauen

Badelatschen zum zusammen bauen

Fotos Gabriele Wilms

Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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