Algarve – auch im Herbst ein Paradies

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Die Algarve ist die südlichste Küste Portugals am Atlantik und wird als Reiseziel immer beliebter. Selbst im Hochsommer weht ein kühlender Wind vom Atlantik und lässt die Temperaturen angenehm erscheinen, wobei das Thermometer schon mal über 30 Grad klettert. Doch gerade im Herbst ist es ein lohnendes Reiseziel, ein richtiger Geheimtipp.

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Reise an die Algarve in Portugal

Wir starten unseren Besuch der Algarve mit einem tollen Flug der portugiesischen Fluggesellschaft TAP, der Anflug auf Lissabon war einfach traumhaft.

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Egal ob Sie einen Strandurlaub planen oder zur Tierbeobachtung, einen Wellnessurlaub in einem der unzähligen Wellnesshotels, jeder findet garantiert das Richtige. Herrliche Sandstrände und über 3.000 Stunden Sonne im Jahr versprechen einen unbeschwerten Strand- und Badeurlaub. Gerade im Herbst ist das Wetter perfekt, das Wasser ist warm und die Strände leer, ein Traum. Durch den Einfluss des Atlantischen Ozeans wird die extreme Sommerhitze gemildert und im Hochwinter sind die Lufttemperaturen auch meist zweistellige Plusgraden.

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Viele kleine Orte, wunderschöne Fischerdörfer laden zum Bummeln und mit kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Meer ein. Es macht einfach Spaß durch die kleinen Gassen mit den landestypischen weißen Häusern und ihren pittoresken Schornsteinen, die das typische Zeichen der Algarve sind, zu schlendern. Der unbeschreibliche azurblaue Himmel, als Kontrast, ist für jeden Fotograf ein Paradies.

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Faro ist die Hauptstadt der Algarve und hier befindet sich auch der Flughafen. Die Algarve ist rund 150 Kilometer lang und etwa 40 Kilometer breit, wobei Faro die Algarve in zwei geografisch unterschiedliche Küstenabschnitte teilt. Im Westen zieht sich der Barlavento bis Cabo São Vicente mit den vielen, berühmten, unvergleichlich steilen Felsformationen, die von idyllischen Badebuchten unterbrochen werden. Östlich erstreckt sich die sogenannte Sotavento, die dem Wind abgekehrte Küste mit endlos langen Sandstränden und vorgelagerten Lagunen. Von Vale de Lobo bis zum Rio Guadiana, der natürlichen Grenze zwischen der Algarve und Andalusien, Spanien, lädt dieser wunderschöne Küstenabschnitt zum Sonnenbaden, spazieren gehen, wandern, Rad fahren und Entspannen ein.

Genau diese idyllische Ostalgarve haben wir besucht. Hier ist der extreme Tourismus noch nicht angekommen. Tavira wird zum Beispiel als Klein-Venedig der Atlantikküste bezeichnet und zählt zu den reizvollsten und architektonisch interessantesten Städten der Algarve. Sie hat sich das Flair eines traditionellen Fischerortes bewahrt.

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Der Fluss Gilão fließt durch das Städtchen, er ist von eleganten Häusern mit den charakteristischen Pyramidendächern. Wunderschöne Plätze laden zum Verweilen und in einem der Straßencafés sollten Sie einen Bica, einem vollmundigen, portugiesischen Espresso, genießen.

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alter Wasserturm mit Camera Obscura

Tavira kann man am besten aus der Vogelperspektive, über die Camera Obscura beobachten. Auf dem Dach des alten Wasserturms wurden ein Spiegel und 2 Linsen angebracht, die Life-Bilder von Tavira in den Turm auf einen überdimensionalen Bildschirm projizieren. Während der 360° Reise erklärt ein Mitarbeiter in unzähligen Sprachen, ja nach Gästen die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Einfach eindrucksvoll.

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In dieser Region sind die Sandstrände besonders schön, wie der Praia de Tavira auf der Insel Ilha de Tavira, die man bequem mit einen preisgünstigen Fährdienst erreicht.

Wir sind mit einer kleinen Bahn auf die Insel gefahren und waren am Praia do Barril.

Im Restaurant Museu do Atum haben wir ganz lecker gegessen.

Natürlich sind wir auch in den Atlantik gesprungen. Bei unserem Besuch war gerade ein warmer Wind, dieser bringt warmes Wasser und hohe Wellen. Welche Kraft die Wellen haben, konnte ich am eigenen Leib spüren. Eine Welle hat mich zu Fall gebracht und gleich kamen zwei große Wellen nach, wodurch ich richtig Probleme hatte wieder aufzustehen. Man muss echt vorsichtig sein.

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Besonders beeindruckend ist hier der „Friedhof der Anker“.

Olhão mit dem größten Markt

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Olhão hat den größten und buntesten Markt der Algarve, den muss man einfach mal gesehen haben. In zwei markanten Hallen aus roten Ziegeln, deren Türmchen sind von weiten schon sichtbar, werden so ziemlich alle Lebensmittel der Region angeboten.

In einer Halle gibt es nur Fisch und Meeresfrüchte, einfach beeindruckend, wie viele Arten an Fisch hier angeboten werden. Fischer zerlegen die Fische den Kundenwünschen entsprechend. Von Tunfisch, über Stockfisch,Tintenfisch, Schwertfisch, Rotbarbe und Wrackbarsch, viele kenne ich gar nicht. Es ist die größte und beste Auswahl an Fisch an der Algarve.

In der anderen Markthalle gibt es vor allen Obst und Gemüse, Wurst, Geflügel, Käse und Fleisch, aber auch Honig und Gebäck.

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Hinter den Hallen bieten Händler die verschiedensten Waren, neben Lebensmittel, wie verschiedene Bohnensorten, auch Textilien, Schuhe und Taschen, so zum Beispiel aus Kork, an. Da findet bestimmt jeder ein Mitbringsel für die daheim gebliebenen.

Insel Cultatra – „die vergessene Insel“

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Bootstour zur Insel Cultatra

Im Hafen von Olhão starten wir zu einer Bootstour auf die Insel Cultatra und in das gleichnamige Fischerdorf. Diese Insel ist eine der fünf Inseln im Nationalpark Ria Formosa, die ganzjährig bewohnt ist. Außer Autos und einer Polizeistation gibt es in dem Dorf alles, wie in einem Dorf auf dem Festland. Gegen die Polizeistation haben sich die Insulaner gewehrt, sie lösen alles selbst.

Mit uns ist Carla Peralta, Präsidentin der Portuguese Water Dog Association, mit ihren portugiesischen Wasserhunden auf die Insel gekommen. Sie stellt uns diese besondere Rasse vor. Früher gehörten die Wasserhunde zur Besatzung der Fischerboote und unterstützten die Fischer bei ihrer Arbeit, apportierten ins Wasser gefallene Gegenstände, brachten Nachrichten von Boot zu Boot. Da er als Arbeitshund überflüssig wurde starb die Rasse fast aus. Dank des Engagements einiger Liebhaber konnte die Rasse, die ungefähr der Größe eines großen Pudels haben, erhalten bleiben. Am bekanntesten ist der Wasserhund des amerikanischen Noch-Präsidenten Barack Obama.

Auf der Insel Cultatra – „die vergessene Insel“ machen wir einen Spaziergang bei Ebbe über die Insel zum Stand, Wege aus Holzbrücken bringen uns an unser Ziel und wir erreichen einen tollen Sandstrand, wo es erst einmal heißt, ab ins Wasser. Die Wellen waren hier nicht ganz so stark, es macht einfach Spaß auf den Wellen zu reiten, wie man so schön sagt.

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Nach einer kurzen Bootsfahrt zum Dorf Farol mit dem südlichsten Leuchtturm Portugals, starten wir den Leuchtturm Santa Maria zu ersteigen.

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Aussicht vom Leuchtturm Santa Maria genießen

Nach unzähligen Stufen erreichen wir die Aussichtsplattform und erleben einen traumhaften Blick auf Farol, die Insel Cultatra und die tollen Sandstrände. Man kann sich kaum losreisen.

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Unten im Eingangsbereich erzählt und der Leuchtturmwärter von seiner Arbeit, denn der Leuchtturm ist noch voll in Betrieb.

Hier sind auch einige Exponate aus vergangener Leuchtturmzeit aufgebaut und können bestaunt werden.

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Nach dem Leuchtturmbesuch haben wir am Strand vor Farol einen unvergesslichen Sonnenuntergang erlebt. Die Farben waren einfach ein Traum.

Für Naturliebhaber ist das geschützte Lagunensystem „Ria Formosa“ ein wahres Paradies. Regelmäßig verkehren Fähren und kleine Boote zu den umliegenden Inseln, den „ilhas“ mit ihrem klaren, türkisblauen Wasser und unberührter Dünenlandschaften. Es wird gesagt, das Klima der Algarve ist ein Jungbrunnen für Körper und Seele. Besonders die Freundlichkeit und Gelassenheit der Algarvios ist beeindruckend. Über den Nationalpark „Ria Formosa“ werde ich in einem anderen Artikel erzählen.

Übernachten und mehr in der Casa Modesta

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Sehr zu empfehlen ist die Casa Modesta als Unterkunft für den Aufenthalt an der Ostalgarve. Aus dem Haus des Großvaters Joaquim Modesto de Brito, einem „alten Seehund“ haben die Enkel eine neue Form des Ländlichen Tourismus geschaffen. Überall gibt es Erinnerungen an die Vergangenheit.

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Die neun wohnlichen Zimmer bieten allen Komfort, den man im Urlaub benötigt. Es wurde sehr viel mit dem natürlichen Material Kork gearbeitet, so wie die Lampen, die Ablagen im Bad oder die Tischchen auf der Terrasse.

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Zum Frühstück sitzen alle Gäste an einem großen Tisch, damit man besser ins Gespräch kommt. Es werden viele Produkte aus dem eigenen Garten angeboten, besonders gut ist der Tee.

Schön ist es den Tag mit einem Bad im Pool zu beginnen. Wir hatten an einem Abend eine richtig feine Poolparty veranstaltet.

Die Case Modesta bietet Ihren Gästen auch Kochkurse oder Show Cooking zum Abendessen.

Interessant war auch der Palmblätter-Workshop in der Casa Modesta, den man hier buchen kann. Dabei haben wir einen kleinen Einblick in die traditionelle Kunst, wie man aus Palmblättern hübsches und nützliches Flechtwerk, zum Beispiel Taschen, Untersetzer oder Obstkörbe herstellen kann, erhalten.

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Wir haben erfahren, wie viele verschiedene Flechtarten es gibt und das man ganz schön geschickte Finger dafür benötigt. Leider war unsere Zeit viel zu kurz bemessen, um es wirklich zu lernen. Man kann aber dafür in der Casa Modesta komplette Kurse buchen.

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Ich danke Algearve Tourism Bureau, besonders Martina Kerk und Pura Communications für die Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

2 Kommentare

  1. Was für ein schöner Bericht mit ebensolchen Fotos! Da kommt mir die Sehnsucht nach dem Algarve wieder hoch. Leider bin ich bereits fünf Jahre nicht mehr dort gewesen, nachdem wir davor eine recht intensive Zeit öfterer Besuche über mehr als 20 Jahre hatten. Es kommt eben manchmal anders als man denkt, aber Sie haben dafür gesorgt, dass wir uns doch bald mal wieder umsehen werden, wie sich dort alles weiter verändert hat. Übrigens ist das Algarve-Wetter auch über Weihnachten und Silvester oft noch um einiges besser als der sogenannte Sommer in Deutschland :-). Danke jedenfalls, dass Sie die Welt an Ihren Erlebnissen teilhaben lassen!

    • Gabriele Wilms

      Lieber Herr Heinenberg, das freut uns sehr und es ist schön, wenn wir wieder Ihre Reiselust auf die Algarve geweckt haben. Danke für den Wintertipp. Wir wünschen Ihnen schon jetzt eine wunderschöne Reise und bleiben Sie neugierig, wir werden weiter von unseren Reisen erzählen.

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