Heilwasser – „Bad Brückenauer Champagner“

Das Bayerische Staatsbad Bad Brückenau verfügt über 5 Heilquellen, die Sinnberger-Quelle, wird zu Recht liebevoll als „Bad Brückenauer Champagner“ bezeichnet. In der Heilquellen-Lounge kann man die unterschiedlichen Geschmäcker der einzelnen Heilquellen selbst zapfen und probieren.

Das Staatsbad Bad Brückenau ist ein Ortsteil der unterfränkischen Stadt Bad Brückenau und liegt im Tal der Sinn, umgeben von den westlichen Ausläufern der Kuppen-Rhön. Das Staatsbad ist ein Eigenbetrieb des Freistaats Bayern.

Im Jahre 1674 war die älteste Erwähnung einer Mineralquelle in dieser Gegend. Die „Wieder“-Entdeckung und Erfassung war dann im Sommer 1747. Der Fürstabt hielt sich im in seiner Sommerresidenz Römershag auf, als sein Leibarzt Johann Burkard Schlereth bei einem Spaziergang westlich der Stadt Brückenau von einem Schäfer auf eine Quelle aufmerksam gemacht wurde, deren Wasser einen wundersamen Geschmack hatte. Er meldete die Entdeckung seinem Herrn, der die Quelle, die heutige König-Ludwig-I.-Quelle, sofort erschließen und den Ort als Bad ausbauen ließ.


Bayerisches Staatsbad Bad Brückenau

Bereits vor über 250 Jahren war das romantische Staatsbad Bad Brückenau bei Königen und Adeligen beliebt. Der Bayernkönig Ludwig I. war Gast des Kurbades aus Leidenschaft, 26-mal besuchte er Bad Brückenau. Er ließ die prunkvolle Gebäude und idyllischen Pavillons erbauen.

Unter der berühmten Eiche kam es 1847 zur Begegnung von Ludwig I. und der Irin Eliza Gilbert alias Lola Montez, hier hatte er ihr seine Liebe gestanden. Tänzerin und Hochstaplerin Lola wohnte in einer Villa Löwen, unterhalb des Fürstenhofes. Neben dem Heilwasser war seine Geliebte seine zweite große Leidenschaft, die hier einige Wochen mit ihm verbrachte, was zu allerlei Klatsch führte. Heute versucht man diese Eiche mit vielen Mitteln zu erhalten. Die Lola-Montez-Quelle, wurde nach der Geliebten König Ludwig I. benannt und wird auch als Schönheitsquelle bezeichnet.


Elisabethenhof – Kurverwaltung

Auch Kaiserin Sisi kam zur Kur ins Staatsbad. Sie wohnte im heutigen Gebäude der Kurverwaltung, welches auch nach ihr benannt wurde, dem Elisabethenhof. Ihr Zimmer in dem Gebäude erinnert mit einigen Ausstellungsstücken an sie. Während ihrer Kur benötigte sie einmal monatlich 100 Eidotter für ihre Haarkur. Sie hatte sehr viel Sport getrieben, turnte am Barren und ist geritten.

1949, vor 70 Jahren tagte hier der „Ellwanger Kreis“ unter der Federführung von Konrad Adenauer im Kurhotel – dem heutigen Dorint Resort & SPA. Dabei wurde der Name „Bundesrepublik Deutschland“ festgelegt.

Das idyllische Kurbad ist heute ein Ort für Erholung, Wellness und Gesundheit auf hohem Niveau. Es werden traditionelle Therapien, Medical Wellness, regionale Anwendungen und Physiotherapie angeboten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Heilwasser. Das breite Spektrum an unterschiedlichen Heilwässern mit insgesamt sieben Quellen – davon sprudeln fünf direkt im Schlosspark – ist einzigartig in Deutschland. Heilfasten sind weitere Schwerpunkte des berühmten Nierenheilbades.

Ein wunderschöner Kuppelbau auf acht Säulen, an der Südostseite der Allee, überdacht die Quelle im Kurpark.

In der modernen Heilquellen-Lounge können Sie die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Quellen in ihrer ursprünglichsten Form direkt zapfen und kosten. Mit einer ausgewogenen Mineralien-Mischung und extrem niedrigem Kochsalzgehalt regt das Heilwasser den Organismus und die Organe an und hilft zum Beispiel bei Nierenleiden, Dauer-Müdigkeit, Migräne, Bluthochdruck und Stoffwechselproblemen.

Die Quellen sind richtig schön mit beleuchteten Stehlen dargestellt. Jede in unterschiedlicher Höhe, was die Fördertiefe der Quellen darstellen soll. Man kann das Heilwasser als Trinkkur, als medizinisches Bad oder im 30°C warmen Quellwasser-Pools des „Vital Spa & Garden“ genießen. Die einfachste Kur der Welt – die Trinkkur – ist hier ein Geheimtipp.

Die Sinnberger Quelle

Das Wasser der Sinnberger-Quelle wird zu Recht auch als „Bad Brückenauer Champagner“ bezeichnet. Das weiche und wohlschmeckende Heilwasser hat eine erhöhte Mineralisation, viel natürliche Kohlensäure und geringem Natriumgehalt. Die Heilquelle ist seit 1749 bekannt und entspringt in etwa 50 Metern Tiefe.

Anwendungen: Ableitende Harnwege, Nierenfunktionsstörungen, positive Wirkungen auf die Mund- und Bronchialschleimhaut

König Ludwig I.-Quelle

Das Heilwasser der König Ludwig I. – Quelle zeichnet sich durch seine mineralische Ausgewogenheit, durch nicht messbare Mengen an Nitrat und Nitrit und durch den im Vergleich zu Natrium höheren Kaliumgehalt aus. Die Stahlquelle wurde erstmals 1747 erfasst und 1965 auf 300 Meter Tiefe gebohrt. Das feinperlige, kohlensäurehaltige Wasser hat einen hohen und sehr gut resorbierbaren Gehalt an Eisen, Calcium und Magnesium. Bei Bädern mit dem Heilwasser entfaltet es eine mechanische, thermische und chemische Wirkung.

Anwendungen: Blutarmut, Herz- und Kreislaufleiden, Durchblutungsstörungen, vegetative Störungen

Die Wernarzer Quelle

Der äußerst geringe Gehalt an Kochsalz und Natrium und die geringe Menge fester mineralischer Bestandteile machen die Wernarzer Quelle bei Nieren- und Blasenerkrankungen zu einem besonderen Heilwasser. Die seit 1747 anerkannte Heilquelle kommt aus 60 Metern Tiefe und hat eine Temperatur von 10 °C. Das säuerliche Heilwasser ist mit Kohlensäure versetzt und sehr arm an freien mineralischen Bestandteilen.

Anwendungen: Entzündungen der Nieren und ableitenden Harnwege, Nierensteinleiden, Blasen- und Harnsteinleiden

Die Lola-Montez-Quelle

Das Heilwasser aus dieser Quelle enthält viele Mineralien und Spurenelemente. Sie soll das Hautbild sowie positive Zahn-, Haar- und Nageleigenschaften unterstützen.

Anwendungen: Störungen des Harnsäure-Stoffwechsels, unterstützende Behandlung bei Diabetes, Magen-, Darm-, Leber- und Gallenerkrankungen, vorbeugend arterieller Verschlusskrankheiten und eingeschränkter Funktionsfähigkeit, ableitende Harnwege und Erkrankungen der Nieren und Blase.

Die Bad Brückenauer Vitalquelle

Das Quellwasser hat einen hohen Kohlensäuregehalt und enthält eine Vielzahl von Spurenelementen, der Geschmack ist säuerlich und mineralisch.

Anwendungen: Erhöhter Harnsäurespiegel im Blut, unterstützende Behandlung bei Magen-, Darm-, Leber- und Gallenerkrankungen, Diabetes, bei Durchblutungsstörung auch vorbeugend arterieller Verschlusskrankheiten und eingeschränkter Funktionsfähigkeit, ableitende Harnwege und Erkrankungen der Nieren und Blase.

Das Staatsbad Bad Brückenau gehört zum Bäderland Bayerische Rhön. Auch die landschaftliche Schönheit des Sinntal´s im Norden der Bayerischen Rhön trägt zur Entspannung bei. Die prächtigen Laubwälder – für deren Schutz sich König Ludwig I. bereits 1818 einsetzte – der Landschaft verzaubern und somit schnürt man am besten die Wanderstiefel und wandert los. Direkt vom Staatsbad aus starten fünf Wanderwege in die zauberhafte Wanderregion des Sinntal´s. Der Fluss Sinn entspringt auf dem Kreuzberg und fließt in den Main. Je nach Lust und Laune, Kondition und Zeit kann man zwischen Touren von vier Kilometern bis 18 Kilometern wählen.

Eine nicht allzu weite, aber richtig schöne Wanderung zur Biberplattform. Diese wurde vor 3 Jahren eingeweiht. Es gibt heute vier Biberrevier im Sinntal. Den ersten Biber hatte man 1992 im Staatsbad entdeckt. 1993 -1997 wurde ein Naturschutzprojekt ins Leben gerufen, um der Sinn die Möglichkeit zu geben, wieder ihren natürlichen Verlauf zu nehmen. Jeden Dienstag führt Roland Hildmann Naturführungen durch, die mit Gästekarte kostenlos sind.

Während meines Besuches haben wir in der romantischen Villa Schwan übernachtet. Die Kurverwaltung hat die Villa Schwan als Gästehaus ausgebaut. Wunderschön sind die Zimmer renoviert und modern eingerichtet, hier kann man sich nur wohl fühlen.


Fest der 1000 Lichter

Ein absolutes Highlight im Staatsbad ist in den Monaten Mai bis Oktober, jeden ersten Samstag im Monat das „Fest der 1000 Lichter“. Die Mitarbeiter der Kurverwaltung schmücken den Schlosspark liebevoll mit unendlich vielen Lichtern, wie zum Beispiel Lampions romantisch erhellt. Dazu spielt dann eine Band Livemusik. Dieses haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Band hat einfach fantastisch gespielt und trotz kleiner Regengüsse haben wir ausgehalten und hatten richtig viel Spaß. Dabei kann man kleine Snacks oder Spezialitäten vom Grill zu Rhöner Bier, Frankenwein und Bad Brückenauer Mineralwasser genießen. Der Eintritt kostet 3 € und ist mit Gast-, Tages- oder Jahreskarte frei.

Weitere Infos: www.staatsbad.de oder Gäste-Information der Staatl. Kurverwaltung, Heinrich-von-Bibra-Str. 25, 97769 Bad Brückenau, Tel.: + 49 (0) 9741 / 802-0.

Ich den Bettina Lange von der Kurverwaltung, der Kurdirektorin Andrea Schallenkammer und Doris Schober von Schober PR für die Einladung und Unterstützung.

Fotos Gabriele Wilms

Gabriele Wilms
Über Gabriele Wilms 999 Artikel
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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