Mit leichter Brise um die Nase – Yoga auf der MS Brombachsee

0

Der Brombachsee ist einer der größten Seen im Fränkischen Seenland und seit 10 Jahren befährt die MS Brombachsee, ein außergewöhnlicher Trimaran den See. Seit Mai bietet Yogalehrerin Angelika Liefke erstmals zweimal im Monat Yoga-Stunden auf dem Sonnendeck des Trimarans.

Yoga auf MS Brombachsee

Zu diesem ungewöhnlichen Arrangement ist es auf Initiative von Dagmar Wilken, Mitarbeiterin der Erlebnisschiffahrt Brombachsee gekommen. Wie mir Angelika Liefke verraten hat, ist sie in Pleinfeld ihre Yogaschülerin und sie wollte einfach damit, dass das Schiff mal anders erlebt werden kann. Die Yoga-Stunden kommen super an, sie erreichen damit ein sehr breites Spektrum und Umfeld, es kommen nicht nur Leute aus dem Ort, sonders rings um aus dem Fränkischen Seenland, wie Gunzenhausen, Roth oder Weißenburg und vielen mehr, aber auch Urlauber spricht das Angebot an. Man braucht absolut keine Vorkenntnisse, es gibt kein Anfängerkurs, es wird einfach drauf los geübt und jeder macht soweit mit wie er kann.

Angelika Liefke von der Bildungsstätte unterrichtet seit 20 Jahren Yoga und dies am liebsten in der Natur, im Freien, um die Weite spüren und den Luftraum wahrnehmen zu können, genau aus diesem Grund war die Idee Yoga auf dem Schiff genau das Richtige für sie. Einstieg auf das Schiff ist Ramsberg, der Hauptanleger um 9.30 Uhr und es geht nach oben auf das Sonnendeck, bei strahlend blauen Himmel in der Sonne beginnt Angelika gleich die Yogis auf dieses Yogaerlebnis einzustimmen. Als Erstes wird sich erst einmal an die Reling gestellt und in die Weite über das Wasser geschaut. Ich wollte diese Yogastunde eigentlich nur redaktionell verfolgen und fotografieren, hab mich von Angelika Liefke aber überzeugen lassen doch selbst mit zumachen, um es richtig zu erleben und das war gut so. Da mein Kollege Jürgen Krohn mit dabei war, hat er das Fotografieren übernommen.

Dann beginnen die ersten Körperübungen, in denen wir den Luftraum bewusst wahrnehmen. Mit Übungen. bei denen mit den Armen große Kreise durch die Luft gezogen werden. So spüren wir die sanfte Berührung des Windes auf der Haut, die wärmende Sonne und dabei das leichte dahin gleiten des Schiffes. Angelika möchte mit ihren Übungen erreichen, das man sich dem Luftraum öffnet, der Luftraum verbindet die Erde mit dem Himmel und dadurch in Beziehung nach aussen, zu den Menschen tritt. Immer wieder werden wir angehalten auf spielerische und sympathische Weise mit dem Luftraum in Beziehung zu treten, wir machen die Schwalbe als würde sie fliegen. Immer wieder schweift während der Übung der Blick über die Reling über den See. Zwischendurch immer wieder Entspannungsübungen, die Angelika ganz bewusst führt, man nimmt bewusst seinen ganzen Körper wahr, spürt am ganzen Körper die Verbindung mit dem Schiff und das sanfte Gleiten. Es ist schon spannend und erstaunlich, das man auf einem Schiff, wo man ja eigentlich schauen will, die Augen schliesst und völlig entspannt, eine ganz neue Erfahrung.

Es folgen Übungen bei denen ganz deutlich wird, wie man aus seinem Zentrum heraus in die Weite des Luftraumes tritt. Eine Übung um sich frei für die Anderen zu machen. Übung für Übung geht es weiter und immer wieder weist Angelika auf die Verbindung zur uns umgebenden Natur hin. Sie unterscheidet sich mit ihrem Yoga-Stiel von der Allgemeinheit, ein mutiges Schritt in der Yoga-Szene. Sie arbeitet sehr viel auf der seelischen Ebene, möchte sie seelische Regsamkeit zum Gegenüber anregen und damit eine Gegenbewegung zum Konsumieren schaffen und genau darin liegt die Freude an ihrem Yoga-Stiel. Angelika ist über Heinz Grill, ein spiritueller Lehrer zu dieser Art des Yoga gekommen. Er ist Auto des Buches „Die Seelendimension des Yoga“, indem er die Gedanken und Bilder zu den Übungen und sieben Energiezentren (cakra) so aufgearbeitet hat, dass sie einer Berührung mit dem seelischen Dasein des Menschen führen können und die Kräfte des Denkens, des Fühlens und des Willens, welche von Heinz Grill als Seelenkräfte bezeichnet werden, damit eine aufbauende Bereicherung erfahren.

Laut Heinz Grill kann der Aufbau der Seelenkräfte durch praktische Yoga-Übungen viel Lernerfahrung für das tägliche Leben bringen und genau diesen Aspekt hat Angelika immer wieder versucht rüber zu bringen. Sie hat dabei immer einen Bezug zum täglichen Leben gegeben. So wie bei der nächsten Übung zu Beispiel. Wieder an der Reling stehend hat sie uns aufmerksam gemacht, dass nur Wasser eine Fläche bildet und das dies so ist, kann man ja beim Blick über den See am besten sehen. Und dann kommt die passende Übung dazu, im gegrätschten Sitz bilden wir vor uns mit den Händen die Fläche und damit den Bezug zum Wasser. Besonders schwierig ist der Bogen, gerade für Anfänge, es war ja meine erste Yoga-Stunde, wie mich kaum zu schaffen, aber wir haben es trotzdem probiert. Bewundernswert war dann der Bogen von Angelika, wauuu.

Gegen Ende der Stunde machten wir noch einmal eine Übung, um die Weite um uns herum aufzunehmen. Im sitzen wurde von uns der Oberkörper gedreht und dabei haben wir den Blick über den See schweifen lassen, um durch gezielte Wahrnehmung nach außen in Verbindung mit der Natur zu treten. Die Übungen auf dem Sonnendeck waren einfach fantastisch, ein ganz besonderes Erlebnis und zur nächsten Yoga-Stunde auf dem Trimaran bin ich bestimmt wieder dabei. Es war ein Erlebnis sich bei den Körperübungen die Seeluft um die Nase wehen zu lassen, rings um die Umgebung zu vergessen und sich einfach treiben zu lassen. Das Erleben der Weite unter freien Himmel fördert ein freies Durchatmen und ein leichtes Gelingen der Körperübungen. Mitzubringen ist nur ein großes Handtuch oder eine Isomatte. Erwähnt sei noch, dass die Yogastunde bei schlechtem Wetter im Salon mit Panoramablick stattfindet. Beim Betreten des Trimarans kommt man sich vor, als sei man im Urlaub und am Ende der Stunde hat man das Gefühl, als kommt man aus einer anderen Welt zurück in den Alltag. Dieses Erlebnis sollten Sie sich nicht entgehen lassen, viel Spaß.

Booking.com

Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

Hinterlassen Sie einen Kommentar