Wellness-Schiffsreise, Aufbruch in eine neue Dimension mit Norwegian Epic

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Den Tag ganz ohne Zwänge verbringen, jeden Abend in einem anderen Restaurant essen, sich so kleiden wie man will – das ist „Freestyle Cruising“ auf der neuen „Norwegian Epic“, nämlich Freiheit, Flexibilität, Wellness und Spass.

„Licht aus! Spot an!“ Trommelwirbel ertönt. Langsam hebt Jeronimo Garcia-Medina seinen Kopf. Mit nacktem Oberkörper und einer gestreiften Hose bekleidet sitzt er in einer roten Badewanne, die mit Wasser gefüllt ist. Im Zeitlupentempo steht der durchtrainierte Mann auf. Jeder Muskel geballte Kraft. Die Spannung unterm Publikum steigt. Er greift nach einem weissen Strick, der von der Decke heruntergelassen wird. Elegant und leicht zieht er sich daran nach oben. Die Tropfen an seinem Leib funkeln wie Sterne. In der Luft legt er sich die Schlinge um seinen Hals und wirbelt um die eigene Achse. Fasziniert halten die 217 Zuschauer im Zirkuszelt den Atem an, dann klatschen sie begeistert Beifall. Bewundernde Blicken ruhen nach der Vorstellung auf dem jungen Mexikaner, der sich bescheiden verneigt. „An dieser Nummer haben wir über ein Jahr gefeilt“, erzählt Neil Goldberg, Produzent und Regisseur von „Cirque Dreams & Dinner“ in Ft. Lauderdale. „Aufgrund der Rutschgefahr ist sie für den Künstler eine grosse Herausforderung.“ Über 50 Millionen Menschen hat Goldberg mit seinem Varieté aus Theater und Dinner in den letzten zwanzig Jahren in Casinos, Themenparks und am Broadway unterhalten. Diese Show ist jedoch die erste, die er für ein Kreuzfahrtschiff konzipiert hat. „Die Künstler sind so trainiert, dass sie auch bei stärkerem Wellengang eine perfekte Performance hinlegen“, so Goldberg. „Alles muss spielerisch und leicht aussehen.“ Jede Nummer läuft an Bord ein halbes Jahr, dann werden die Artisten ausgetauscht.

Cirque Dreams & Dinner ist jedoch nicht die einzige Show auf der „Norwegian Epic“, dem neuesten Flottenmitglied der amerikanischen Reederei Norwegian Cruise Line (NCL). Daneben gibt es zum Beispiel noch die Blue Man Group, die Imitatorenshow Legends in Concert, die Pianoduelle von Howl at the Moon. Gibson Guitars, Nickelodeon und die Slam Allen Blues Band. „ Unterhaltung hat hier einen hohen Stellenwert“, sagt Jürgen Stille, Verkaufsdirektor von Norwegian Cruise Line für Europa in Wiesbaden. „Das Programm muss Weltklasse haben und so international sein wie das Publikum an Bord.“ Schliesslich ist die „Norwegian Epic“ nicht irgendein Dampfer, sondern mit 329 Metern Länge und 40 Metern Breite das drittgrösste Kreuzfahrtschiff der Welt. Nicht umsonst bezeichnet NCL seinen elften Neuzugang sogar als „schwimmendes Resort“.

Jeden Abend wollen sich rund 4100 Passagiere an Bord amüsieren. Deshalb werden in Zukunft auch noch weitere Künstler an Bord sein: Mit „Lost Locos Ole!“ präsentieren drei Latinos einen Mix aus lateinamerikanischer Musik. Sounds von Flamenco über Rock und Dance bis hin zu Salsa und Swing enden in einer grossartigen Fiesta. Direkt aus Las Vegas wird der Stimmenimitator Stephen Sorrentino eingeflogen, „Beatles Tribute“ spielt sich mit Evergreens wie „Yesterday“ oder „Let it be“ in die Herzen von gross und klein. Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff boomt. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage vor allem im Mittelmeer steigt. Schliesslich haben bisher nur ein Prozent aller Europäer Urlaub auf hoher See gemacht, während es in den USA bereits über drei Prozent sind. „Die Gründe dafür sind nicht nur ein inkludiertes Konzept mit Transport und Verpflegung, sondern vor allem die Tatsache, dass man in kurzer Zeit mehrere Länder sehen kann“, verrät Stille.

Drei der elf NCL-Schiffe sind zurzeit in Europa unterwegs, 2012 sollen es sogar vier sein. Angelaufen werden die italienischen Häfen Livorno, Civitavecchia, Neapel sowie Palma. 2012 stehen mit Villefranche und Marseille zwei neue Häfen an der französischen Riviera auf dem Programm. Vor allem Marseille, zweitgrößte Stadt Frankreichs nach Paris, ist für Kreuzfahrer interessant. Empfehlenswert ist ein Ausflug zur Kirche „Notre-Dame de la Garde“, dem Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde im 19. Jahrhundert auf einem 147 m hohen Felsen erbaut. „La Bonne Mère“, wie sie im Volksmund heißt, birgt eine monumentale Sammlung an Votivbildern. Von der Aussichtsplattform hat man einen spektakulären Blick über Marseille. Wer zu Fuß die Treppen Richtung „Vieux Port“ hinabsteigt, erreicht die Abtei Saint-Victor, die wie eine mittelalterliche Burg aussieht. Innen steht die Statue einer schwarzen Madonna aus dem 13. Jahrhundert. Wahrscheinlich wurde sie von dem Templer im Rahmen der Kreuzzüge aus dem Nahen Osten nach Frankreich gebracht. Schwarze Madonnen sind eine Seltenheit und gehen auf antike Fruchtbarkeitskulte zurück. Sie gibt es auch im mallorquinischen Kloster „Santa Maria de Lluc“ bei Escorca und im Kloster Montserrat bei Barcelona. Zurück an Bord hat man die Qual der Wahl – Bewegung im weitläufigen Fitness Center oder Faulenzen im luxuriösen Mandara Spa. Schliesslich bietet es mehr als 50 Anwendungen, darunter Gesichtsbehandlungen mit Produkten der Marke Elemis, Körperpackungen, Akupunktur sowie kosmetisch-medizinische Behandlungen wie zum Beispiel Faltenreduzierung und Zahnaufhellung.

Kids und Teens können sogar aus einem kinderfreundlichen Spa-Programm wählen. Paare kommen bei Partnermassagen in eigenen „Couples Villen“ auf ihre Kosten. Dort baden sie in warmer Kokosmilch oder werden mit Limettenöl massiert. Höhepunkt ist dann die Zeit zu zweit im privaten Outdoor-Whirlpool. Getrennt zwischen Frauen und Männern wird nur in den Saunen und Dampfbädern im Hydrotherapie-Bereich und in der Thermal Suite. Besonders beliebt sind die zwei Rasul-Räume, in denen die Haut mit Schlammpackungen, Peelings und Ölen beruhigt, entschlackt und gepflegt wird. Am Ende befreit ein warmer tropischer Regen, der von der Decke rieselt, den Körper von Verspannungen. Wer jedoch Sport treiben möchte, kann die Laufbänder und Cross-Trainer nutzen oder Stretching und Aerobic machen. Wer lieber in der Gruppe aktiv ist, findet eine breite Palette von Indoor Cycling, Spinning, Yoga und Pilates, Personal Trainier sowie Ernährungsberater inklusive. Besonders Mutige probieren die Abseilwand aus. Oder Sie sausen die knallbunte, 61 Meter lange Röhrenrutsche „Epic Plunge“ im Aqua-Park auf dem Oberdeck hinunter.

Wer abends schlemmen möchte, darf zwischen mehr als 20 verschiedenen Optionen wählen. Elf der kulinarischen Hot Spots sind bereits im Reisepreis enthalten, für die weiteren neun wird ein Aufpreis von bis zu 30 US-Dollar berechnet. Über zwei Decks erstreckt sich zum Beispiel das Hauptrestaurant „The Manhattan Room“ mit eigener Tanzfläche und Live-Musik. Durch die bis zum Boden reichenden Panoramafenster hat man einen tollen Blick aufs Meer. Saftiges Fleisch und bunte Cocktails gibt es vor allem in „Cagney´s Steakhouse“, Wokgerichte und Dim Sum stehen im „Shanghai´s“ auf der Karte. Besonders lustig geht es im „Teppanyaki“ zu. Gekleidet wie Piraten mit Kopftuch und Messer schneiden und bruzzeln die Köche direkt vor den Augen der Gäste und unterhalten sie mit Witz und Fingerfertigkeit. Wer nach dem Abendessen noch einen Wodka trinken möchte, für den ist „SVEDKA Ice Bar“ ein Muss. Eingemummelt in einen Kunstpelz und mit Handschuhen und Mütze versehen, betritt man das minus acht Grad kalte Reich. Theke, Wände, Tische, Hocker, Gläser und Skulpturen sind aus Eis, grün und rot schimmernde Leuchten simulieren Polarlichter. Innovativ ist auch die Kabine. Sie ist nicht mehr rechteckig, sondern stellt eine geschwungene Linie dar. Ausserdem fehlt die klassische „Nasszelle“. Stattdessen wurden die einzelnen Badelemente in einen eigenen Bereich mit Wanne oder Dusche, separates WC und einen in den Wohnraum integrierten Waschtisch aufgeteilt. Hinzu verfügt jede Aussenkabine über einen Balkon. Wer auf Wellness besonderen Wert legt, kann sich auch eine der 39 Spa Suiten, Spa Mini Suiten oder Spa Balkonkabinen auf Deck 14 buchen. Dort hat man per Schlüsselkarte einen exklusiven Zugang zur Thermal Suite des Mandara Spa und dem Fitnesscenter. Egal, wofür man sich entscheidet, eine Reise auf der „Norwegian Epic“ ist ein Aufbruch in eine neue Dimension der Kreuzfahrt.

Fotos Norwegian Epic

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Über den Autor

Sonja Schön

Astrologie-Expertin Sonja Schön arbeitet als Autorin für verschiedene Portale, Magazine und Zeitungen. Ihre Schwerpunkte sind Wirtschaft, Lifestyle, Spiritualität & Astrologie. Für Toureal schreibt Sie regelmäßig das Wellness-Horoskop.

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