Auf den Spuren des gesunden Thermalwassers Bayerns

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Im bayrischen Bäderdreieck in Bayern kommt man am gesunden Thermalwasser nicht vorbei und genau diesem bin ich auf der Spur. Von Bad Gögging, über Bad Birnbach, Bad Griesheim nach Bad Füssing. Jedes Bad hat seine eigene Thermalquelle mit ganz besonderen Eigenschaften, die für die Gesundheit ihrer Gäste genutzt werden.

Römische Geschichte in Bad Gögging hautnah

Limes-Therme Bad Gögging 2

Die römische Geschichte in Bad Gögging reicht 2000 Jahre zurück, es war der sitz der größten römischen Staatsbäder nördlich der Alpen. Die Schwefelquellen mit ihren hohen Anteil an Schwefel waren schon damals als Heilmittel für Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden begehrt. 1919 wurde Gögging der Titel „Bad“ zuerkannt. Bad Gögging verfügt als einziger Kurort in Bayern über drei effiziente Naturheilmittel – hochkonzentriertes Schwefelwasser, wertvolles Naturmoor und reichhaltiges Mineral-Thermalquellen. Das Naturmoor mit seiner hohen Wärmespeicherkapazität regt die Durchblutung an und verbessert das Wärme-Regulierungssystem des Körpers. Es wird frisch gestochen und mit Schwefel- oder Thermalwasser zu einem Brei verarbeitet und als Packung in einer Wanne entfaltet es seine volle Wirkung. Der Schwefelwasserbrunnen „Andeas-Quelle“ fördert das schwefelwasserstoffhaltige Wasser aus 120 m Tiefe.

Die Römerzeit ist überall in Bad Gögging allgegenwärtig. Sei es das kleine Römermuseum gleich neben der Kirche, das eindrucksvoll die Ausgrabungen eines römischen Bades zeigt. Das Römerkastell Abusina in Eining, ein ehemaliges römisches Kohortenkastell, nur wenige Minuten von Bad Gögging entfernt, ist ein Freilichtmuseum aus den Ausgrabungsstätten mit Lifestreams. Somit kann man sich in die römische Zeit zurück versetzt fühlen.

Eine richtige Zeitreise erlebt man auf dem Gelände zum Römerfest vom 15. bis 17. August. Römer, Germanen, Gladiatoren, Handwerker und Händler erobern den historischen Römerstützpunkt „Abusina“ in Eining bei Bad Gögging und laden zu Bayerns größtem Römerfest. Die Besucher gehen dabei auf eine aufregende Zeitreise. Bei „Römer auf Zeit“ können sich Familien ein ganzes Wochenende lang auf dem historischen Gelände einquartieren und wie die Römer vor 2000 Jahren leben und können in die Kleidung schlüpfen und authentisch wie die alten Römer leben.

Natürlich hat auch die Therme in Bad Gögging einen römischen Namen die Limes-Therme. Das Mineral-Thermalwasser wird durch zwei aus 650 Meter tiefe Brunnen, der „Sebastiani- und Laurentius-Quelle“ gepumpt und kann denn in der Limes-Therme in 15 unterschiedlich warmen Becken seine wohltuende Wirkung entfalten. Sie verbindet mit Erholungsbad, Römer-Sauna, Gesundheitszentrum, Beauty-Oase und zahlreichen Wellness-Angeboten seit vielen Jahren Tradition und Moderne rund um die Körper- und Bäderkultur zum Wohl der Gäste. Die verschiedensten Bewegungsangebote in der Therme runden das Gesundheitsangebot ab, sei es eine Wassergymnastik oder das Aquacycling, was ich auch bei meinem Besuch getestet habe, Gelenkschonendes Fahrradfahren im Thermalwasser.

Das idyllische Bad Birnbach – das ländliche Bad

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Wie ein erwachender Vulkan „dampfelt“ munter die Quelle des Thermalwassers, von Steinlöwen bewacht, im Kurpark inmitten herrlicher Natur vor sich hin. Das 70 Grad heiße, heilkräftige Thermalwasser wird auf angenehme Badetemperaturen bis 40 Grad abgekühlt und damit werden die Gäste der Rottal Terme verwöhnt. Somit wird ein Besuch in der Therme zu einem unvergesslichen Erlebnis in einer Wohlfühlwelt aus Wasser, Wärme und wunderbarer Natur. Sowohl die Chrysanti- als auch die Konradsquelle werden als „fluoridhaltige Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Therme“ bezeichnet und gehören dank der hohen Wassertemperatur zu den wärmsten Thermal-Mineralquellen Mitteleuropas. Wesentliche Faktoren der Heilwirkung sind auf die thermischen Effekte und die Wirkung des Bades an sich zurückzuführen.

Zur Rottal Therme gehören der Therapiebereich und das Vitarium, das Erholungsbad. Im Therapiebad sind verschiedene Becken mit Massagedüsen, es werden Wassergymnastik angeboten und verschiedene Behandlungen durchgeführt. Das Vitarium ist durch einen Bademantelgang mit dem Therapiebad verbunden. Hier gibt es den Wasserbereich und den textilfreien Saunabereich, wobei auch hier verschiedene textilfreie Badebecken und ein Whirlpool vorhanden sind. Ein besonderes Highlight ist das Salzbecken, hier schwebt man auf Grund des im hohen Salzgehaltes im Wasser. Oder das Gradierwerk in klein. In dem Regenschauerdampfbad haben wir ein Peeling getestet. Drei verschiedene Peelings für Dekolleté, Körper und die Arme und Beine wurden von uns eingerieben. Dann lief die Dampfsauna mit Vogelgezwitscher bis hin zum Gewitter mit tropischen Regen. Ein tolles Erlebnis.

Stroemungskanal Bad Birnbach

Tauchen Sie ein in den Strom der Entspannung – dem Thermalbach. Er entstand 2006 aus dem alten Gymnastikbecken, welches aufgeschnitten und der Bachlauf angefügt wurde, so dass er mit seinen 105 m zum längsten Bachlauf in Europa wurde. In 3 min können Sie sich bei wohligen 33°C treiben lassen. Im integrierten Musik-Pavillon erleben Sie Musik unter Wasser, entspannen Sie auf den Sprudelliegen und lassen Sie sich durch die Nackenbrausen massieren. Leuchtdioden machen die Fahrt im Dunkeln so richtig romantisch.

Neu in Bad Birnbach ist der Meditationsweg im Kurpark. Er soll Sie dazu verlocken, sich auf den Weg zu machen, an den verschiedenen Stationen inne zuhalten und sich anregen zu lassen, um nachzudenken, zu verweilen oder zu meditieren. Auf jeder Station finden Sie Tafeln mit Anregungen und die „ Birnbach-Rose“ als Erkennungszeichen, diese Rose ist das Symbol der Liebe und Zuneigung, der Hingabe und der geheimnisvollen Ganzheit. Bei meinem Besuch habe ich mir einen kurzen Einblick genommen. Der Meditationsweg beginnt am Atrium, dem Kurhaus. Das „Labyrinth – der Weg des Lebens“ – sie führen nicht in die Irre, sondern zeichnen den Lebensweg. Das „Wegkreuz – die Entscheidung“ – bleib stehen, halte inne, bedenke, wohin du gehst. Der „Löwenbrunnen – die Quelle des Lebens“ daraus fließt heilsames Thermalwasser. Der „Mammutbaum Wachstum aus Liebe“ – mitten im Kurpark steht ein Mammutbaum, der von zwei Kurgästen gepflanzt wurde, die sich in Bad Birnbach kennen und lieben gelernt haben und füreinander zum Glück geworden sind. Dies nur einige Stationen, kommen Sie ins ländliche Bad und erleben Sie selbst.

Bad Füssing – größten Thermenlandschaft Europas

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Das Prädikat „Bad“ im Namen des ausgewählten Reiseziels ist noch immer der beste Garant für ein Maximum an Gesundheitsangeboten und Behandlungsqualität im Urlaub, sagt der Bayerische Heilbäderverband und Bad Füssing im Bayerischen Golf- und Thermenland ist das Flaggschiff unter den Heilbädern. Bad Füssing verwöhnt seine Besucher mit der größten, weitläufigsten Thermenlandschaft Europas. Mehr als 100 verschiedenen Therapie-, Bade-, Entspannungsbecken und insgesamt 12.000 Quadratmetern Wasserfläche verteilt auf drei Thermalbäder. Bad Füssing entspannt seine Gäste auf besondere Weise – einfach ins Thermalwasser legen, aufleben und die legendäre, heilende Wirkung dieses heißen schwefelhaltigen Quellwassers bei Rheuma, Gelenk- und Rückenproblemen hautnah zu erleben, ist das Motto der Gesundheits- und Wellness-Urlauber aus ganz Europa, die heute Bad Füssing besuchen. Bad Füssings Heilquellen, in den 1930-er Jahren durch Zufall bei der Erdölsuche entdeckt, sind bis heute auch der Erfolgsmotor für den Aufstieg des einstigen niederbayerischen Weilers zum „Star“ unter den über 300 deutschen und den weit über 1.000 Heilbädern in Europa. 100.000 Liter davon fließen pro Stunde in die weitläufige Thermenwelt der drei großen Thermen oder in die Becken der Therapie- und Wellness-Abteilungen in 27 Hotels, Kliniken und Sanatorien, die direkt mit dem wertvollen Thermalwasser versorgt werden.

Das legendäre Bad Füssinger Thermalwasser, das mit bis zu 56 ºC in einmaliger Wirkstoff-Zusammensetzung aus 1.000 Metern Tiefe sprudelt, enthält eine besondere Art von Sulfid-Schwefel mit starker Heilwirkung gegen Gelenkerkrankungen, Rheuma, Rückenprobleme. Heilkräftiges Thermalwasser senkt den Stress und hilft gegen das Burnout-Syndrom. Die Wissenschaftler stellten fest, dass bereits ein 25-minütiges Bad in Termalwasser zu einer signifikanten Senkung des Kortisol-Gehalts im Speichel führt. Unter Stress produziert der Körper vermehrt Kortisol. Kortisol ist ein starkes Hormon, das den Blutzuckerspiegel erhöht und den Eiweißumsatz reduziert. Kortisol wird auch als „Stresshormon“ bezeichnet. Hohe Werte sind ein Indiz für Stressbelastung im Körper. Hier zeigte sich auch die besondere Wirkung von natürlichem Thermalwasser auf die Muskelentspannung. Die Gäste berichteten auch immer wieder von einer erheblichen Besserung ihrer Beweglichkeit und einer deutlichen Steigerung des Wohlbefindens ganz allgemein nach dem Bad in den Bad Füssinger Thermen.

Jedes Thermalbad hat seine eigene Art und bietet die verschiedensten Möglichkeiten das Gesundheitsfördernde Wasser zu nutzen. Aber auch Saunalandschaften ergänzen das Angebot. Die Europa Therme hat eine weitere Attraktion, den 120 m langen Strömungskanal, der zum beinahe schwerelosen Flanieren im warmen, heilenden Nass einlädt. Insgesamt zehn verschiedene Thermalbecken machen den Thermenbesuch zum besonderen Wassererlebnis. Das Schwefel-Gas-Becken befindet sich im neuen Hallenbadtrakt, umfasst eine Wasserfläche von ca. 200 qm und wird mit einer Wassertemperatur von 35 – 36 Grad C betrieben. Das direkt aus der Therme zugeleitete Thermalwasser strömt über 76 Spezialdüsen mit einer Temperatur von 36 Grad an der Körperoberfläche entlang und führt zu einer raschen Tiefenentspannung. Das 1000 m² große Saunaparadies runden das Angebot ab.

Der Thermen und Wellness-Tempeln des Johannesbads ist die größte Therme in Bad Füssing. Erleben Sie die 13 riesigen Becken der Johannesbad Therme mit Wellenbad, Felsen-Vulkanbad, Wasserfällen, XXL-Whirlpools, über 100 m Strömungskanal, Luftsprudel-Massagen, faszinierenden Lichtspielen und 30 m Schwimmerbecken. 100% azurblaues, hochwirksames, schwefelhaltiges Thermal-Mineralwasser in jedem Becken. Spüren Sie die Urkraft einzigartigen Heilwassers. Insgesamt gibt es 8 riesige Bewegungsbäder mit Wassertemperaturen von 27 bis 35° C zu entdecken. Die Außenbecken sind auch im Winter geöffnet. Zudem gibt es noch 5 große Schwefelgasbecken.

Die dritte Therme in Bad Füssing ist die Therme 1 und diesen Namen trägt sie zu Recht, sie war die erste Therme im Ort. Die Geschichte der Therme beginnt am 8.Februar mit der Bohrung und der Fundes des Thermalwassers. 1947 wird mit dem Bäderbetrieb begonnen und ständig wurde die Therme erweitert. Heute gibt es zwei Thermenhöfe mit insgesamt 13 verschiedenen Becken und dem Atrium-Dampfbad. Eine besondere Attraktion ist das Saunadorf der Therme 1 mit Kartoffelkeller mit Kartoffelsauna, Wohnhaus mit Jagasauna und Dampfbad, dem Stall mit Rottaler Hexensauna, Salzkammerl, Heubodensauna, Kräutersauna und dem Troadkasten mit Zirbelstube, Kaminzimmer, Sonnenstudio, Wellness- und Massagestüberl.

Spielbank Bad Fuessing

Bad Füssing kann auf eine lange Kurbad-Tradition zurück blicken und hat auch heute noch diesen typischen Kurbadcharme. Dies ist auch an dem Kurpark, der mit wunderschönen Blumen bepflanzt ist und so zum Flanieren, Ausruhen und zu Konzerten einlädt. Ein Muss beim Besuch in Bad Füssing ist das Casino, sie ist eins von 9 Casinos in Bayern und bietet im unteren Bereich 100 Spielautomaten. In der oberen Etage kann man auf den verschiedenen Spieltischen sein Spiel machen. Interessante und weiter Informationen über das Thermalwasser und die gesude Verbindung zum Bier lesen Sie hier

Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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