Museumstour Expressionismus mit E-Bike erkunden

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Zwischen München und dem Alpenrand mit dem Fahrrad auf Museums-Tour durch die oberbayerische Seenlandschaft. Oberbayern wie aus dem Bilderbuch.

Museumstour E-Bike

Malerische Orte, Biergärten, Lüftlmalerei – ein faszinierendes Urlaubserlebnis vor der majestätischen Kulisse der bayerischen Alpen. Nirgendwo in Deutschland gibt es eine Landschaft, die Kunst- und Naturgenuss so intensiv verbindet, wie zwischen München und dem Alpenrand. Fünf Museen erwarten die Besucher in denen sie einen konzentrierten und qualitätsvollen Überblick über den deutschen Expressionismus erhalten. Die Werke der Expressionisten eröffnen zudem einen ganz neuen Blick auf das Alpenvorland. Doch die Welt der Maler lernt man nicht nur durch ihre Bilder kennen. Vielmehr lohnt es sich, sich selbst auf den Weg zu machen und zu erleben, was die Maler und ihre Künstlerfreunde so inspirierte. Ausblicke, die sich mit den Jahreszeiten wandeln oder Gipfel, auf denen die pure Stille herrscht. Gerade im Alpenvorland bietet es sich an, die Museumsbesuche mit eindrucksvollen Radtouren zu verbinden.

Eine Radtour auf den Spuren des „Blauen Reiter“ führt durch die Landschaft, die schon Franz Marc, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky inspiriert hat. Vom Starnberger See nach Sindelsdorf, hier wohnte Franz Marc, ist die erste Etappe. Ein paar Kilometer weiter geht es nach Murnau. Hier wirkten Kandinsky, Münter, Werefkin und Jawlensky, deren Werke im Schloßmuseum und im Münterhaus zu bewundern sind. Das Schloßmuseum, das auf einen Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert zurückgeht, zeigt international bedeutende Kunst- und Literaturgeschichte aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts und vermittelt die Besonderheiten des Alpenvorlandes sowie die örtliche Tradition und Kultur Murnaus, die eng mit diesem herausragenden künstlerischen Schaffen verbunden ist. Damit der kulinarische Genuss nicht zu kurz kommt, lohnt sich ein Halt im Griesbräu zu Murnau, denn hier im Brauereigasthof wird die bayerische Lebensart mit hausgebrauten Bieren und regionaler Küche gepflegt, wie sie auch bei den anderen Staffelseewirten im Blauen Land auf den Tisch kommt. Das Besondere an den vorgeschlagenen Radtouren ist, dass je nach Kondition die Tour verlängert oder verkürzt werden kann. Wer nach einer kräftigen Brotzeit noch Lust hat, kann das Murnauer Moos erradeln. Die Radkarte „Auf den Spuren des Blauen Reiters“ bildet die original Bildmotive von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und Franz Marc ab, die entlang der drei Radrouten zu sehen sind. Und damit Höhenmeter und lange Wegstrecken kein Hindernis, sondern ein Kinderspiel sind, erstreckt sich über die E-Bike-Region oberbayerisches Alpenvorland ein Netz von E-Bike-Verleihstationen.

2008 wurde das Franz Marc Museum in Kochel a. See um ein modernes Ausstellungsgebäude erweitert. Die Sammlung umfasst neben der Kunst des „Blauen Reiter“ wichtige Werke des Brücke-Expressionismus sowie herausragende Arbeiten Paul Klees und bedeutende Gemälde der abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg. Ausdrucksstark interpretierte Marc die Bergwelt rund um Kochel, die er Zeit seines Lebens als zweite Heimat betrachtete. In seiner Kindheit verbrachte seine Familie ihre Ferien oft auf der Staffelalm, später verlebte der Student Marc seine Ferien hier. Ein guter Wanderweg, den man aber lieber mit einem Mountainbike erradelt, führt zur Staffelalm, hier kann man heute noch die „röhrenden Hirsche“ von Franz Marc, die direkt auf die Mauer gemalt wurden, bewundern. Auf vielen seiner phantasievollen Werke finden sich denn neben roten oder blauen Pferden auch Bergzüge und Gipfel, die an reale Orte rund um Kochel, Benediktbeuern oder Bad Tölz erinnern. Wer nicht sofort in die Pedale treten möchte nach dem Museumsbesuch kann im Seehotel Grauer Bär einen wunderbaren Saibling aus dem Kochler See zur Stärkung genießen. Übrigens, die „legendäre Echofahrt“ gibt es nicht nur am Königssee sondern ebenso am Kochelsee. Von Kochel hat der Radurlauber viele Möglichkeiten das Umland zu entdecken. So führt eine gemütliche familienfreundliche Tour zum beeindruckenden Kloster Benediktbeuern. Ein Barfußweg, nicht weit weg vom Kloster, ist eine Wohltat für die müden Rad-Beine. Weiter geht es für den Radfreund nach Penzberg.

Franz Marc und August Macke luden 1911 Ihren Malerfreund Campendonk aus dem Rheinland nach Oberbayern ein. Er war fasziniert von der Bergwerkstadt Penzberg, so dass seine Motive geprägt sind von Häusern und Bergwerksanlagen der Stadt. Eine außergewöhnliche Sammlung des jüngsten Mitglieds des „Blauen Reiter“ ist im Stadtmuseum Penzberg zu sehen. Von der ehemaligen Bergwerkstadt ist es nicht weit mit dem Rad zu den malerischen Osterseen, die als nationales Geotop am Südende des Starnberger Sees verzaubern mit den Schätzen der Natur. Rund um die Osterseen führt ein wunderbarer Weg durch die Seenlandschaft – Natur pur. Da der Genuss in Bayern zur Lebensqualität einfach dazugehört, bietet sich eine Einkehr im Landgasthof Osterseen an. Die Auswahl der Torten und Kuchen am Kaffeebuffet ist ebenso einmalig wie die Aussicht von der Terrasse über die Seen.

Unter dem Motto „Fische, Fischer, Sommerfrischler“ lockt das Starnberger Fünf-Seen-Land. Verbunden werden damit Geschichten und Anekdoten vom See und der Stadt, mit Leckereien für den Gaumen, die bei königlich-bayerischen Hoflieferanten und ortsansässigen Fischern probiert werden können. Die geführte Tour startet am Dampfersteg. Von dort geht auch das Museumsschiff ab, welche die Sommerfrischler zum direkt am See liegenden Buchheim Museum der Phantasie nach Bernried bringt. Um herausragende Werke der Künstlergemeinschaft „Brücke“, zu der etwa Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Max Pechstein, und Karl Schmidt-Rottluff gehörten, gruppieren sich Werkkomplexe mit Arbeiten von Lovis Corinth, Max Beckmann und den Expressionisten der zweiten Generation. Wer sich auf eine Reise in die Vergangenheit begeben möchte, radelt entweder von Bernried oder von Starnberg immer den See entlang nach Feldafing zum Golf-Hotel Kaiserin Elisabeth. In diesem Hotel wohnte die Kaiserin, wenn sie in Bayern zu Besuch war. Es gibt heute noch ein Kochbuch in dem alle Menüs aufgeführt sind, die bei ihrem Besuch gekocht wurden. Heute können alle Besucher in den Genuss der „Sisi-Menüs“ kommen.

Kaiserin Elisabeth, so erzählt man, sei bei Ihren zahlreichen Wanderungen sogar zu Fuß nach München gelaufen. Heute führt ein gut beschilderter Radweg in das Weltdorf. Um die Geschichte des Expressionismus abzurunden ist ein Besuch in der Städtischen Galerie imLenbachhaus München, die am 8. Mai 2013 frisch renoviert wieder Ihre Pforten öffnet, unumgänglich. Der international bekannte Architekt Sir Norman Foster, der durch seine herausragende Gestaltung der gläsernen Kuppel des Reichtages bekannt wurde, begann im Frühjahr 2009 mit der Generalsanierung und Erweiterung der Münchner Künstlervilla. Die freigestellte historische Villa des Malerfürsten Franz von Lenbach bildet auch weiterhin das Herzstück der Anlage. Der internationale Ruf des Lenbachhauses gründet sich auf seine einzigartige Sammlung von Werken der Künstlergruppe des „Blauen Reiter“.

Und was gibt es Schöneres, als im Anschluss mit dem Fahrrad in den weltbekannten Englischen Garten zu fahren, um dort am Chinesischen Turm einzutauchen in bayerische Biergartenkultur? Hier kann man in aller Ruhe nachspüren, welches Gemälde denn am meisten beeindruckt hat.

Die Partnermuseen der MuSeenLandschaft Expressionismus geben seit 2012 eine gemeinsame MuSeenKarte Expressionismus heraus. Bei Vorzeigen der Karte erhält der Besucher einen ermäßigten Eintritt in den Partnermuseen. Erhältlich ist die MuSeenKarte bei den beteiligten Museen und ausgewählten Hotels.

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Über den Autor

Catharina Niggemeier

Catharina Niggemeier ist freie Journalistin und Bloggerin. Ihre Schwerpunktthemen sind Yoga, gesundes Leben, Bergsteigen und Reisen mit Hund. Für Toureal betreut sie die Rubrik Hotel & Seminar. Zudem ist Sie der Ansprechpartner für Kooperationen.

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