Wandern am Millstätter See wo Granatsteine funkeln

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Der Millstätter See Höhensteig, der die Bergwelt um den See verbindet, birgt kostbare Überraschungen: Neben Aussichtsplätzen, die die herbstliche Szenerie ins Blickfeld rücken, entdecken Wanderer die funkelnde Welt der Granate – auf den Pfaden am Berg und im Tal.

Wanderung

Juwelen finden und einfach einstecken – auf den Wegen des Millstätter See Höhensteigs, der in acht Etappen rund um den Millstätter See führt, liegen Granate buchstäblich am Weg. Auf Schritt und Tritt begegnen Wanderer den edlen Steinen zum Beispiel auf der Tour „Der Granat – Feuerstein der Liebe“ auf der Millstätter Alpe. Dieser Höhenzug birgt in seinem Inneren das größte Granatvorkommen der Alpen. Die kostbaren Steine, denen schon Ägypter, Griechen und Römer magische Kraft zuschrieben, funkeln den Besuchern auch auf den Pfaden entgegen oder offenbaren sich als dunkelrote „Knöpfe“ in dem einen oder anderen Felsen, an dem die Wanderer vorbeiziehen. Als Höhepunkt dieser Etappe wartet das Granattor. Dieser mächtige, mit Granatsteinen gefüllte Durchgang markiert auch den Punkt, der die Aussicht über den Millstätter See in seiner Gesamtheit frei gibt.

Über dem Millstätter See thront im Osten der Weltenberg Mirnock, auf dessen Pfaden sich ebenfalls Granate zahlreich blicken lassen. Die letzten Meter hinauf auf den Mirnock verlaufen über die „Scala Paradisi“ – 30 Stufen auf dem Weg zum Gipfelkreuz (2.100 m) mit Monolithen als steinerne Wegweiser. Für diese vierte Etappe des Millstätter See Höhensteigs sind rund neun Stunden Gehzeit zu veranschlagen. Unterwegs laden immer wieder Mirnock-Möbel zum Ausruhen ein. Diese sanft geschwungenen Bänke erinnern an die Geländeform der umgebenden Berge. Wenn die Sonne ihre letzten Strahlen über den Millstätter See schickt, erreichen die Wanderer beim Gasthof Bergfried in Gschriet den „Sternenbalkon“ – ein Platz zum Träumen und Schauen. Hier schweift der Blick von den Hohen Tauern über die herbstlich gefärbten Almen der Millstätter Alpe zum ins Abendlicht getauchten Millstätter See, den schon rot-gelbes Laub rahmt. Auf dem Sternenbalkon lassen sich auch die kulinarischen Köstlichkeiten der Mirnockbauern verkosten. Dazu bestellen sich die Wanderer am besten am Vortag beim Infocenter Millstätter See in Seeboden einen Picknickkorb, der zum Beispiel Mirnockspeck, Wurst- und Käsespezialitäten, Topfenaufstrich mit Kräutern und Hausbrot frisch aus dem Ofen enthält. Den Durst stillt hausgemachter Holundersaft und zum Dessert gibt’s „Mirnockaugen“, süße Krapfen verfeinert mit einem Marmeladen-Auge.

Im Tal setzt die Erlebniswelt „Granatium“ in der alten Bergwerksstadt Radenthein in der Destination Millstätter See den „Blutstropfen Christi“, wie Granate auch genannt werden, in all seinen Facetten in Szene. Im 300 Meter langen Stollen gewinnen die Besucher ein Bild von der unterirdischen Heimat des Edelsteins. Wieder unter freiem Himmel öffnet sich das Schürfgelände am Kaninger Bach: Mit Leihwerkzeug ausgestattet schlüpfen die Besucher in die Rolle der Knappen und schlagen Granatsteine aus der Felswand. Vor der Kulisse der Kaninger Naturschlucht fühlt man sich in die Zeit des Granat-Abbaus Mitte des 19. Jahrhunderts zurückversetzt: Das Rauschen des Baches und das Pochen der originalgetreu nachgebauten Granat-Mühlen vermischen sich wie einst mit dem Klopfen der Bergwerksleute. Die edlen Steine, die die Schürfer von heute kostenlos mit nach Hause nehmen, geben ein eindrucksvolles Souvenir ab, vor allem dann, wenn sie fachmännischen Schliff erhalten. Dazu steht im Granatium ein Experte zur Verfügung, der sich beim Schleifen gerne über die Schulter sehen lässt und auch die Granaten der Besucher gekonnt veredelt. Zwölf Flächen besitzt der kristalline Stein, die schönsten Facetten macht der Schleifer auf Wunsch ausfindig und poliert sie gegen ein kleines Entgelt.

Fotos Millstätter See Tourismus

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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