Waldgeschichtliches Museum in Sankt Oswald im Bayerischer Wald

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Am 17. September 2010 wurde nach mehrjähriger Umbaupause das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald mit einer neuen Ausstellung wieder eröffnet, es besteht nunmehr seit 25 Jahren. Der Nationalpark Bayerischer Wald hatte 2006 das Gebäude von der Gemeinde Sankt Oswald-Riedlhütte für einen Euro übernommen und komplett saniert.

Waldgeschichtliches Museum in Sankt Oswald (2)

Die dauerhafte Ausstellung erzählt die „Waldgeschichte“ von der Entstehung und Entwicklung der Landschaft, über die Geschichte des Waldes bis hin zur Kulturgeschichte des Bayerischen- und Böhmerwaldes. Diese Ausstellungen widmen sich den Themen „Der Mensch prägt den Wald“, „Der Wald prägt den Menschen“ und „Wald entsteht“. Und dies nicht einfach nur mit Bildern, sondern erlebbar, einfach natürlich. Im Erdgeschoss wurde die Naturgeschichte der Region Bayerischer- und Böhmerwald erzählt: dort haben Sie in der MAGMAKAMMER die Möglichkeit die Entstehung der Gesteine und der Landschaft Bayerischer und Böhmerwald zu erleben, die durch den Einfluss von Erosion und Gletscher geformt wurde. Reisen Sie mit einem MOORFAHRSTUHL 14.000 Jahre zurück in die Geschichte des Waldes. Überdies lernen Sie unsere wichtigsten Baumarten und Waldgesellschaften mit ihren Bewohnern kennen.

Im Untergeschoss des Museums wird der Einfluss des Menschen auf den Wald und die Region dargestellt – von den Spuren der ersten Jäger über die Besiedlungsgeschichte, Goldenen Steige und Glasindustrie bis hin zur modernen Forstwirtschaft. Sie stellen die sieben wichtigsten Baumarten der Region vor, unter anderem mit Stimmen der bekannten Schauspieler Udo Wachtveitl und Ilse Neubauer. Wald ist nicht gleich Wald, davon zeugt die Installation „Waldgesellschaften“ – Umweltfaktoren wie Klima oder etwa Boden bestimmen, wo welche Bäume wachsen und eine Waldgesellschaft bilden können.

Die Installation „Walddynamik“ gibt durch Filme und tausende Bilder Einblicke in die Vielfalt, Dynamik und Flexibilität der Natur. Am Ende der Ausstellung blickt eine Eibe zurück auf ihr 1000-jähriges Leben und damit auf 1000 Jahre Geschichte des Bayerischen- und Böhmerwaldes. Vor allem für Kinder und Jugendliche interessant ist der begehbare Baum, der die drei Stockwerke des Museums verbindet – von den Wurzeln im Untergeschoss bis zum Vogelnest in der Astkrone im Obergeschoss. Ein begehbarer Baum mit Vogelnest und Wurzelhöhle verbindet die drei Stockwerke des Museums.

Im Untergeschoss wurden die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Nutzung des Waldes und der Region diskutiert. Die Ausstellung zur Kulturgeschichte im Obergeschoss machte dann 2012 das Museum komplett. In der Tradition des Waldgeschichtlichen Museums Sankt Oswald werden auch ständig wechselnde Kunstausstellungen präsentiert: Noch bis Mitte 2011 ist die Ausstellung „1000 Jahre Goldener Steig -100 Jahre Josef Fruth“ zu sehen. Ab Juni stellt dann der Künstler Dr. Peter Schloth seine Werke aus. Neben dem Hans-Eisenmann-Haus und dem Haus zur Wildnis ist nun auch das Waldgeschichtliche Museum Sankt Oswald offiziell als dritte, große Besuchereinrichtung in Betrieb gegangen.

Wie in den Einrichtungen des Nationalparks üblich, sind alle Texte dreisprachig gestaltet: deutsch, tschechisch und englisch. Das Waldgeschichtliche Museum Sankt Oswald ist Vom 26. Dezember bis einschließlich 31. März täglich von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr, vom 01. April bis einschließlich erster Novemberwoche täglich von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Zweite Novemberwoche bis einschließlich 25. Dezember geschlossen. Alle Ausstellungsbereiche sind Barrierefrei. Der Eintritt ist frei.

Fotos Gabriele Wilms

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Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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