Eine besondere Flusskreuzfahrt mit der MS Katharina von Bora

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Ich nehme Sie heute mit auf eine tolle Flusskreuzfahrt mit der MS Katharina von Bora von Hamburg nach Potsdam. Im ersten Teil begleiten Sie uns auf diese interessante Städtereise von Hamburg, über Lüneburg nach Wolfsburg.

Anfangs starteten wir die Reise mit Hindernissen. Wir reisten mit der Deutschen Bahn nach Hamburg und kamen mit 2 Stunden Verspätung an. Unser erster Regionalzug hatte 3 Minuten Verspätung, der Meridian in Grafing fuhr genau ab, als wir ausstiegen, der hätte nur 2 Minuten warten brauchen, aber…Der Hamburger Taxifahrer hat uns trotz Adresse nicht an den richtigen Schiffsanleger gebracht und nach langem Suchen mussten wir rund 1,5 km zurücklaufen und den Koffer über Kopfsteinpflaster ziehen. Endlich erreichten wir Hamburg Altona Fischmarkt und konnten einschiffen.


MS Katharina von Bora

Wir bezogen unsere Kabine auf dem nicht allzu großen, aber feinen Schiff, der MS Katharina von Bora. Die Kabine war mit einem schönen großen Doppelbett, großen Schank und einer tollen Nasszelle ausgestattet. Der Fernseher war doch etwas nostalgisch, wir hatten aber eh kaum Fernsehen geschaut.

Das tolle an einer Flusskreuzfahrt ist, dass man eine Städtereise macht und das Bett immer dabeihat, nicht ständig Koffer ein- und Koffer auspacken muss. Man reist sehr entspannt und kann die angebotenen Städteausflüge buchen oder die Städte auf eigene Faust erkunden.

Kapitän Renè Winkler mit seiner Crew

Als Erstes gab es die Sicherheitseinweisung und dem Sicherheitstest, ob wir alle die Sicherheitswesten richtig anlegen können. Mit einem Sekt-Empfang begrüßte uns der Kapitän Renè Winkler mit seiner Crew, wie dem Hotelmanager Rainer von Kürten und dem Kreuzfahrtleiter Günter Ziegler, der sich um die Ausflüge kümmerte. Danach konnten wir das erste Essen, ein leckeres Willkommens-Abendessen des Küchenteams genießen. Unser Tisch wurden hervorragend von Kristian aus Bulgarien bedient.

Spaziergang durch den alten Elbtunnel

Nach dem Essen ging es für uns erst einmal raus, um Hamburg bei Nacht zu erkunden. Faszinierend war der Spaziergang durch den alten Elbtunnel, ein gigantisches Bauwerk. Aber auch die Reeperbahn gehört einfach dazu, Wahnsinn wie viele Menschen da unterwegs sind. Die Besichtigung der Elbphilharmonie stand am nächsten Tag auf dem Programm.


Stadtbesichtigung von Hamburg

Am Sonntagmorgen fuhren wir schon 08.30 Uhr los. Nach dem leckeren Frühstück erlebten wir eine rund 4-stündige Stadtbesichtigung von Hamburg. Direkt am Schiffanleger war der Fischmarkt voll im Gang, wobei wenig Fisch verkauft wurde. Irre war, wieviel hinterher weggeschmissen wurde und wie schnell die Berge von Müll wieder entsorgt waren.


Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie, Elfi wie sie liebevoll von allen genannt wird, ist ein gigantisches Bauwerk. Wichtig ist zu wissen, wenn man rechtzeitig kommt, kann man ein kostenfreies Plaza-Ticket für eine Stunde zur Besichtigung erwerben.

U-Boot-Museum

Auch nach dem Mittagessen hatten wir noch einmal die Möglichkeit uns in Hamburg auf eigene Faust umzuschauen. Ich wollte unbedingt mal in ein U-Boot, also habe ich das U-Bootmuseumsschiff, das russische U-Boot U-434 besichtigt. Es liegt auch am Fischmarkt, nur wenige Schritte von unserem Schiffsanleger entfernt.

U-Boot-Museum

Man kann es von innen besichtigen, ich hatte nur nicht beachtet, dass es sehr eng zu geht und hatte mit Kamera, Tasche und und und, zu viel hinderliches Gepäck dabei. Das U-Boot wurde 1976 gebaut, Bootsklasse – Tango-Klasse, ist 90,16 m lang, 8,72 m breit und hat eine Gesamthöhe von 14,72 m. Maximale Tauchtiefe waren 400 m, war mit 24 Torpedos bestückt, die aus 6 Torpedorohren abgefeuert werden konnten. Die Besatzung bestand aus 84 Marinesoldaten, davon 16 Offiziere, 16 Unteroffiziere und 52 Matrosen. Ich hätte es eigentlich für viel kleiner im Innern gehalten. 2002 wurde das U-Boot als Museum umgebaut und das Leben an Bord mit menschengroßen Puppen dargestellt. Sehr zu empfehlen. Es ist Montag bis Samstag 9.00 bis 20.00 Uhr und Sonntag 11.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Eintrittspreise: Erwachsene 9 Euro, Kinder von 6 bis 12 Jahren/ Schüler/ Studenten 6 Euro, Senioren ab 65 Jahren 7 Euro.

Zum Abschluss von Hamburg haben wir lecker Kaffee in der Strandbar „Strandpauli“ genossen.

Dann hieß es Auslaufparty auf dem Sonnendeck. Wir verließen Hamburg auf der Elbe in Richtung Schiffshebewerk Scharnebeck.


Schiffhebewerk Scharnebeck

Zum Schiff, der MS Katharina von Bora:

Das Schiff wurde in Tangermünde gebaut und ist 2000 fertig gestellt wurden. Es hat eine Länge von 83 m und ist 9,50 m breit. Namensgeberin des Schiffes war die Ehefrau des deutschen Reformators Katharina von Bora. Sie wurde für die Rederei Peter Deilmann gebaut. Im Jahre 2009 wurde es zusammen mit sechs weiteren Flusskreuzfahrtschiffen der Reederei – an eine Schweizer Firmengruppe verkauft, heute fährt sie für Nicko Cruises. Die etwas nostalgische anmutende Ausstattung macht das Schiff edel, überall begegnet man Portraits der Katharina von Bora. Das Schiff hat 42 Außenkabinen, kann 80 Passagiere an Bord begrüßen. Im Panorama-Restaurant kann man beim Speisen die vorbeiziehende Landschaft und Schiffe beobachten. Im Panorama-Salon werden leckere, kühle Drinks und der Nachmittagskaffee und Kuchen angeboten, immer begleitet von Lifemusik.

MS Katharina von Bora, Salon

Die Elbe hatte Niedrigwasser und damit wurde unsere eigentliche Route geändert. Wir befuhren den Elbe-Seitenkanal, der die Elbe mit dem Mittellandkanal verbindet. Somit kamen wir auch in den Genuss das Schiffhebewerk Scharnebeck zu befahren. Leider sind wir erst spät in der Nacht ins Schiffshebewerk Lüneburg, wie es offiziell heißt, eingefahren. So das wir das eigentliche Absenken verpassten, ich habe es nur kurz, leider im Nachthemd, durch mein Kabinenfenster beobachten können. Es hat eine Fallhöhe von rund 38 m. Gebaut wurde es 1974 als Doppelsenkrechthebewerk mit Gegengewichten und zwei unabhängig voneinander arbeitenden Trögen (Länge 100 m und Breite 11,8 m) in je 4 Führungstürmen. Am nächsten Tag hatten wir es uns, leider nur kurz, nach dem Ausflug anschauen können.

Stadtbesichtigung Lüneburg mit Katharina von Brömse

Am nächsten Morgen brachte uns der Bus nach Lüneburg und Katharina von Brömse (Adelheid Person) zeigte uns das wunderschöne Städtchen. Die Figur Katharina von Brömse ist rund 450 Jahre alt, sie war Bürgerin, die innerhalb der Stadtmauer wohnte, denn ihr Ehemann war Ratsherr. Mit Feder, ohne Unterwäsche, Hemd, Gewand, Netzhaube, Barett, immer mit Löffel aus Holz, Schlüssel und einer Tasche Geld für Almosen ausgestattet verließ sie damals das Haus. Im 16. Jahrhundert hatte Lüneburg rund 14.000 Einwohner. Es gab nie einen Stadtbrand und keine Kriegszerstörung. Salz hat Lüneburg reich gemacht, 1 kg Salz kostete einen Ochsen. Heute ist die ehemalige Fabrik Salzmuseum.

Lüneburg

Die Häuser wurden unten aus Stein, wegen der Feuerstelle und oben erst mit Holz gebaut. Sie hatten einen Vorbau, damit man nach allen drei Seiten schauen konnte. Dort saßen die Alten und irgendwann waren sie „weg vom Fenster“. Nach dem Ende des Salzabbaus verarmte die Stadt. Mit der Eisenbahn kam die Uni und viele Pendler von Hamburg zogen nach Lüneburg. Sehenswert ist der alte Salzkran, der noch heute funktioniert. Durch die Stadt fließt die Ilmenau.

Das Rote Rosen Hotel aus der gleichnamigen Fernsehserie hat das hübsche Städtchen berühmt gemacht.

Besuch der Autostadt Wolfsburg

Autostadt Wolfsburg

Zum Mittagessen waren wir wieder auf dem Schiff und danach legten wir ab und es hieß entspannen, genießen auf der Fahrt nach Wolfsburg. Wir erreichten am nächsten Morgen die Autostadt.


Autostadt Wolfsburg

Nach dem Frühstück ging es an Land, über die Brücke, um die Autostadt auf eigene Faust zu erkunden. Als erstes besuchten wir die MarkenPavillions der einzelnen Marken, wie Audi, Skoda und Seat.

Ein absolutes Highlight war der Bugatti.

Sehr empfehlenswert ist das Automobilmuseum „ZeitHaus“, wo unendliche viele Autos verschiedener Marken und Jahrgänge zusammen ausgestellt werden, selbst ein Trabant ist dort zu finden. Leider war ein paar Stunden viel zu kurz, um sich alles genau anzuschauen, wir mussten uns beeilen, um wieder rechtzeitig an Bord zu sein.

In der Autostadt holt man sich auch seinen neu gekauften Wagen ab, die Fahrzeugübergabe ist ab 8.00 Uhr im Kundencenter.

Die MarkenPavillons und das Automobilmuseum ZeitHaus sind von 09:00 bis 18:00 Uhr für Sie zugänglich. Eine Autostadt-Tageskarte kostet für Erwachsene: 15 Euro, Ermäßigte: 12 Euro, Kinder/Jugendliche (6-17 Jahre), Schüler: 6 Euro und Familien (2 Erwachsene., alle Familienkinder bis 17 J.) zahlen 35 Euro.


Fahrt nach Rothensee,

Rothensee,

Mittags legte die MS Katharina von Bora wieder ab und fuhr nach Rothensee, von wo aus wir am nächsten Morgen zum Ausflug nach Magdeburg starteten. Doch darüber werde ich im zweiten Teil des Artikels berichten, da geht es von Magdeburg, über Tangermünde, Brandenburg nach Potsdam.

Wir haben uns das leckere Essen an Bord schmecken lassen, dem Koch und seinem Team gebührt ein besonderes Lob. Aber auch das Serviceteam hat hervorragende Arbeit geleistet. In unserer Kabine hat uns das Zimmermädchen immer mit einer netten Figur auf dem Bett überrascht. Das gesamte Personal an Bord war so freundlich, man musst sich einfach wohl fühlen. Die Zeit an Bord nutzen wir zum Sonnen, lesen und entspannen, aber auch für nette Gespräche, einfach mal die Seele baumeln lassen und den Alltag vergessen

Ich danke Nicko Cruises, Kapitän Renè Winkler mit seiner Crew und dem Kreuzfahrtleiter Günter Ziegler für die Unterstützung.

Fotos Michael Cremer

Booking.com

Über den Autor

Gabriele Wilms

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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