Flusskreuzfahrt mit der MS Katharina von Bora (Teil 2)

Weiter geht unsere tolle Flusskreuzfahrt mit der MS Katharina von Bora von Hamburg nach Potsdam. Im zweiten Teil nehme Ich Sie mit nach Magdeburg, Tangermünde, Brandenburg bis zu unserem Ziel – Potsdam. https://www.toureal.de/kreuzfahrten/21946/eine-besondere-flusskreuzfahrt-mit-der-ms-katharina-von-bora.html

In meinem ersten Teil dieser Flusskreuzfahrt haben wir Hamburg, Lüneburg und die Autostadt Wolfsburg besucht. Danach ging es weiter in Richtung Magdeburg. Auf Grund des niedrigen Wasserstandes der Elbe konnten wir nicht in Magdeburg anlegen. Das Schiff hatte in Rothensee geankert und wir wurden mit Bussen zu den Ausflügen gefahren.

Magdeburg überrascht

Die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt hat mich total überrascht. Als gebürtige Sachsen-Anhaltienerin hatte ich eine Abneigung gegen Magdeburg gehabt. Bei der Wahl zur Landeshauptstadt war mein Favorit Halle/Saale, da wir unweit davon wohnten, mit gerade mal 8 Stimmen hat leider Magdeburg das Rennen gemacht. Ich ließ mich nun auf Magdeburg ein und fand die Stadtführung mit Frau Freund spannend und interessant. Magdeburg war zu 80% zerstört worden und daher hat die Stadt keine historische Altstadt.

Heute ist Magdeburg eine Universitätsstadt mit 180.000 Studenten. Mit rund 243.000 Einwohnern ist es die zweitgrößte Stadt, nach Halle, in Sachsen-Anhalt und die fünftgrößte in den neuen Bundesländern. Sie wurde im Jahr 805 das erste Mal urkundlich erwähnt und 968 durch Otto I. das Erzbistum Magdeburg gegründet.


Otto von Gericke

Otto von Gericke ist Namenspatron für die heutige Ottostadt Magdeburg. Die Hansestadt an der Elbe erlangte im Mittelalter große Bedeutung durch den Freihandel und war im Spätmittelalter eine der größten deutschen Städte. Durch die bedeutende Lage am Schnittpunkt von Elbe, Elbe-Havel- und Mittellandkanal besitzt sie einen bedeutenden Binnenhafen und damit ein Industrie- und Handelszentrum.

Im Zentrum befindet sich der berühmte, gotische Dom zu Magdeburg und die Grabkirche von Otto dem Großen, dem ersten Kaiser des Römischen Reiches. Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und steht auf einem Felsen, der in die Elbe ragt. Er brannte 1207 ab und wurde 1209 wiederaufgebaut.

Das Kloster Unser Lieben Frauen wurde im römischen Stil erbaut und beherbergt heute eine Galerie zeitgenössischer Kunst und einen Skulpturenpark.

Am beeindrucktesten fand ich das Hundertwasser Haus. Friedrich Hundertwasser entwarf die Grüne Zidadelle und diese wurde 2005 fertig gestellt. Es ist das letzte Projekt an dem Hundertwasser vor seinem Tod gearbeitet hatte. Die grüne Zidadelle befindet sich in der Innenstadt, in unmittelbarer Nähe des Domplatzes. Für den Bau wurden keine Bäume abgeholzt, diese wurden einfach integriert.

Stadtrundgang Tangermünde

Das leckere Mittagessen nahmen wir wieder an Bord der MS Katharina von Bora ein. Am Nachmittag wurden wir nach Tangermünde gefahren. Mit unserem Guide erkundeten wir das kleine Städtchen zu Fuß.

Die Kaiser- und Hansestadt liegt am linken Ufer der Elbe, direkt an der Mündung des Tangers in die Elbe, was der Stadt auch den Namen gab. Auf Grund des niedrigen Wasserstandes konnten wir nicht direkt anlegen. Der historische Stadtkern, die Stephanskirche und die Burg sind durch ihre Hochlagen vor Hochwasser sicher.

Der gut erhaltene Stadtkern beeindruckt durch die schönen Fachwerk- und Backsteinhäuser.

Die Burg Tangermünde, wird auch Schloss Tangermünde genannt, wurde 925 von askanischen Markgrafen erbaut und diente vermutlich als Grenzüberwachung an der Tangermündung in die Elbe.

Von der mittelalterlichen Burganlage sind heute noch das Burgtor, die Alte Kanzlei, der runde Bergfried – Gefängnisturm, ein Kapitelturm, der Burggraben und die Ringmauern erhalten. Das ehemalige Amtshaus wird heute als Schlosshotel Tangermünde genutzt.

Das historische Rathaus auf dem Marktplatz, welches 1430 erbaut wurde, gilt als Paradestück deutscher Baukunst. Die spätgotische Schauwand ist ein Prachtexemplar der Backsteingotik. Beieindruckend sind die vielen Storchennester, in die alle bewohnt waren und gebrütet wurde.

Wunderschön ist die St. Stephanskirche mit dem gotischen Dachgewölbe und dem höchsten der zwölf Türme der Stadt. Die Sankt-Elisabeth-Kapelle wurde auch Salzkirche genannt, da seit Anfang des 18. Jahrhunderts als königliches Salzmagazin und als Kornspeicher genutzt wurde.

Die Stadtmauer mit dem Hünerdorfer Tor, dem Neustädter Tor und Elbtor sind fast vollständig erhalten. Sehenswert ist der Eulenturm und der Schrotturm, dem ehemaligen Wehrturm der Stadtbefestigung, in dem bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Schrotkugeln aus Blei hergestellt wurden.

Das Denkmal der Grete Minde am historischen Rathaus, eine lebensgroße Bronzeplastik von Lutz Gaede von 2009 erinnert an die zu Unrecht verurteilte Grete. In Fontanes Novelle soll Grete Minde aus Rache für das ihr verweigerte Erbe zur Brandstifterin geworden sein und die Stadt niedergebrannt haben. Die wahre Grete Minde gilt als unschuldig und vielmehr als ein Opfer von Intrige und eilfertiger Justiz, die sie nach Verleumdung und Folter zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilte.

Zum Abschluss hatten wir ein Tangermünder Kuhschwanzbier vom Fass in der „Alten Schule“ getrunken. Hier kann man in die Schulbank drücken, wie anno dazumal.

Trogbrücke des Wasserkreuzes

Wieder auf dem Schiff verlässt die MS Katharina von Bora Rothensee und fährt über die Trogbrücke des Wasserkreuzes, Mittellandkanal über die Elbe, ein imposantes Bauwerk. Am Abend gab es dann Piratenschmaus und einen Piratencocktail. Die Crew überraschten uns mit dem BORA-Shanty-Chor und einer Show, die sie in ihrer Freizeit einstudiert hatten.

Brandenburg auf den Spuren Loriots entdecken

Mittags legen wir in Brandenburg an und erkunden den Ort an der Havel zu Fuß. Die Stadt ist eng mit Loriot und seinem Wirken verbunden. Um auf den Spuren Loriots zu wandeln beginnt man am Geburtshaus des großen Künstlers Bernhard Victor (Vicco) von Bülow, alias Loriot. Er kam am 12. November 1923 in der Magdeburger Straße 51, der ehemaligen Infanteriekaserne zur Welt. Der Vater war Ausbilder in der Polizeischule Groß-Berlin, die in der früheren Kaserne untergebracht war.

Bereits mit vier Jahren zog er nach Berlin-Wilmersdorf und lebte später viele Jahre am Starnberger See. Er war aber immer ein Brandenburger geblieben. Loriot würdigte seine ersten Lebensjahre an diesem Ort, durch Erinnerungen mit seinem besonderen Humor. Heute erinnern zahlreiche Orte in der Stadt an den 2011 verstorbenen Humoristen. Mit dem Männchen mit der berühmten Knollnase begann sein Erfolg, eine der ersten Karikaturen von Loriot. 1983 wurde ihm im Altstädtischen Rathaus die Ehrenbürgerwürde seiner Geburtsstadt verliehen.

Es ist einfach den Spuren durch die Stadt zu flogen, denn immer wieder begegnet man einem der zwei Dutzend Wald-Möpsen. Dieser Waldmops war immer wieder Thema im Werk von Loriot. Bildhauerin Clara Walter war Schöpferin dieser Erinnerung. So finden wir zum Beispiel einen kleinen Waldmops vor dem Altstädischen Rathaus und vor dem Dom, in dessen Museum 1985 eine Loriot-Ausstellung zu sehen war.

Brandenburg an der Havel ist die drittgrößte Stadt des gleichnamigen deutschen Bundesland Bandenburg. 928 wurde die Mittelalterstadt erstmals urkundlich erwähnt. Auf der Dominsel erhebt die Domkirche St. Peter und Paul. Die Katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit liegt im mittelalterlichen Stadtkern.

Wir haben den Abend in Brandenburg in der Werft bei einem leckeren Cocktail ausklingen lassen.

Ziel – Potsdam, Landeshauptstadt Brandenburgs

Die Liegestelle der Havel war in der Nähe des Zentrums von Potsdam, welches man in wenigen Minuten zu Fuß erreicht. Somit unternahmen wir einen Ausflug zur „neuen Mitte“, dem Marktplatz mit Stadtschloss, heute Sitz des Landtages Brandenburgs. 1912 wurde das erste große Filmatelier der Welt gegründet. Das Filmstudio Babelsberg zählt heute zu den modernsten Zentren der Film- und Fernsehproduktion in Deutschland und Europa.

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang zum Park und Schloss Sanssouci, dem berühmten Schloss Potsdams. Die brandenburgische Großstadt ist bekannt für ihr Vermächtnis als ehemalige Residenzstadt der Könige von Preußen mit zahlreichen und einzigartigen Schloss- und Parkanlagen.

Schloss Sanssouci liegt im östlichen Teil des Parks und ist eines der bekanntesten Hohenzollernschlösser von Potsdam. Die Parkanlage und Schloss stehen seit 1990 als Welterbe unter dem Schutz der UNESCO. Die Gartenarchitektur ist einzigartig.

Ich danke Nicko Cruises, Kapitän Renè Winkler mit seiner Crew und dem Kreuzfahrtleiter Günter Ziegler für die Unterstützung.

Fotos Michael Cremer und Gabriele Wilms

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Gabriele Wilms
Über Gabriele Wilms 1017 Artikel
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Tätigkeit des Reisejournalistin und Bloggerin. Ich betreue Toureal als verantwortliche Chefredakteurin. Gut ein Drittel des Jahres bin ich daher für unser Reisemagazin unterwegs in den schönsten Hotels Europas.

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